Klima
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Extinction-Rebellion-Aktivisten in London und Amsterdam verhaftet



epa07904172 Police officers carry away an activist for the global environment movement Extinction Rebellion XR as they blocked the 'Potsdamer Platz' crossroads in Berlin, Germany, 07 October 2019. The global environmental movement Extinction Rebellion announced world-wide climate change protests and blockades starting 07 October.  EPA/CLEMENS BILAN

Polizisten tragen eine Aktivistin davon, Berlin. Bild: EPA

Zu Beginn der weltweiten Klimaproteste von Extinction Rebellion hat es in Amsterdam und London am Montag zahlreiche Festnahmen gegeben. In Berlin blieben die Auswirkungen der Verkehrsblockaden zunächst überschaubar.

Etwa 3000 Demonstranten nahmen laut Polizei an den beiden Aktionen an der Siegessäule und am Potsdamer Platz teil. In ihrem Aufruf zum gewaltfreien zivilen Ungehorsam gegen die Klimakrise hatte es geheissen: «Wir blockieren Berlin, Paris, New York, Amsterdam, London.»

Die Berliner Polizei liess die Aktivisten gewähren - obwohl die Demo an der Siegessäule nicht angemeldet war. Es habe kaum Staus gegeben, hiess es. In Berlin sind gerade Schulferien, dadurch sind weniger Autos unterwegs als üblich.

Am späten Nachmittag begann die Polizei damit, den Potsdamer Platz zu räumen. Hier hatten etwa 2000 Aktivisten die Kreuzung besetzt. Unter dem Motto «Unser Wohnzimmer» hatten sie Sofas, Topfpflanzen, Tische und Stühle aufgestellt.

Ausrufung von Klimanotstand gefordert

In London und Amsterdam gab es am Montag zahlreiche Festnahmen. Die Aktivisten hatten in der britischen Hauptstadt etliche Strassen und auch mehrere Themse-Brücken blockiert. Es wurden mindestens 135 Menschen festgenommen.

Extinction Rebellion (auf Deutsch etwa: Rebellion gegen das Aussterben) kommt ursprünglich aus Grossbritannien. Sie fordert unter anderem, dass die nationalen Regierungen sofort den Klimanotstand ausrufen.

Die Amsterdamer Polizei nahm etwa 50 Demonstranten bei einer Blockade-Aktion in Gewahrsam. Die Demonstranten hatten am frühen Montagmorgen eine wichtige Durchgangsstrasse versperrt und Dutzende kleine Zelte aufgestellt. Mit «zivilem Ungehorsam» solle die Regierung gezwungen werden, mehr für den Klimaschutz zu tun, sagte ein Sprecher der Demonstranten im niederländischen Radio.

Auch in Paris blockierten Aktivisten einen Verkehrsknotenpunkt in der Innenstadt. Sie hätten rund um den Place du Châtelet nahe der Seine Strohballen aufgestellt und sich auf die Strasse gesetzt, berichtete die Zeitung «Le Parisien».

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Demos in Australien und Neuseeland

Auch in Australien und Neuseeland demonstrierten Hunderte Aktivisten, Dutzende wurden festgenommen, wie die Polizei mitteilte.

In Melbourne trafen sich Demonstranten am frühen Morgen zu einer Mahnwache auf den Stufen des Parlaments. In Sydney hielten hunderte Aktivisten einen Sitzstreik auf einer stark befahrenen Strasse in der Innenstadt ab, während sich in Brisbane eine kleine Gruppe von Aktivisten an eine Brücke kettete. Im neuseeländischen Wellington sorgten Aktivisten für Verkehrsstörungen, indem sie sich an ein Auto ketteten.

In Berlin erhielten die Aktivisten Unterstützung von Carola Rackete, die als Flüchtlingsretterin bekannt gewordene Kapitänin. «Es ist mehr als Zeit, dass die Regierung die Wahrheit sagt und den ökologischen Notstand ausruft», forderte Rackete bei ihrer umjubelten Rede an der Siegessäule.

Luisa Neubauer von Fridays for Future sprach am Potsdamer Platz vor den Demonstranten. «Wir brauchen Menschen, die in Massen, in nie dagewesenen Massen auf die Strassen gehen und anfangen, Teil der Lösung zu werden.»

Aktionen in vielen Teilen der Welt

Aktionen sollte es unter anderem auch in Madrid, New York und Buenos Aires geben. Anders als andere Bewegungen wie Greta Thunbergs Fridays for Future, sind die Aktivisten von Extinction Rebellion nach eigenen Angaben bereit, gegen Gesetze zu verstossen, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen.

Legale Demonstrationen und parlamentarische Prozesse hätten in den vergangenen 30 Jahren nicht zu den nötigen Veränderungen im Klimaschutz geführt, hatte es geheissen. (sda/dpa)

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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Grobo 09.10.2019 01:16
    Highlight Highlight Alles nur auf die Wirtschaft und deren Profitgier zu schieben ist zu kurz gedacht. Schliesslich verdanken wir dem wirtschaftlichen Aufschwung unseren heutigen Wohlstand. Und nur die ältere Generation für heutige Misststände verantwortlich zu machen, ist ebenfalls zu kurz gedacht. Jede Generation will von der ständig fortschreitenden Wissenschaft und Technologie profitieren.

    Bedenklich finde ich, wenn nun Trittbrettfahrer die bisher friedlichen Proteste für ihre Zwecke missbrauchen wollen.
    Ob Greta und ihre Jünger das im Griff haben?
  • RowRow 08.10.2019 01:51
    Highlight Highlight Ja. Gut so. Gesetze müssen eingehalten werden.
  • Sir Konterbier 07.10.2019 23:25
    Highlight Highlight Ich bin ja für Klimaschutz aber das sind mir persönlich ein bisschen zu selbstgerechte Selbstdarsteller.

    Der Zweck heiligt nicht die Mittel, so bringt man nur Leute gegen sich auf und behindert einen zielführenden Dialog.
  • Lowend 07.10.2019 23:17
    Highlight Highlight Völlig planlos alles jetzt und sofort zu wollen wirkt zwar sehr aktionistisch und verführt auch viele Menschen, führt aber am Ende mit Sicherheit in genau das Chaos, das diese dubiose XR-Sekte anzetteln will.

    Ich ich unterstütze Fridays for Future auf ganzer Linie, aber diesen XR-Leuten traue ich ganz einfach nicht!
  • derlange 07.10.2019 21:55
    Highlight Highlight Stimmbürger/in ≠ Konsument/in
    Klimastreik-Teilnehner/in ≠ Konsument/in
    Der Konsument hätte die Veränderung in der Hand. Der Markt hat es geregelt wie es die Konsumenten wollen.
    Jetzt muss jeder ehrlich zu sich selbst sein.
    Handeln statt von anderen vordern!
    Bei sich selbst umsetzten und ehrlich sein!
    • nimmersatt 07.10.2019 23:45
      Highlight Highlight Wir sehen die weltweit Soziopathen die höchsten politischen Ämter bekleiden. Wir sehen die Akkumulation von Medien, leben in den best vernetzten Zeiten und fühlen uns ohnmächtig und desinformiert. Wir sind Zeuge von Kriegen, die ganze Regionen auf Jahrzehnte hinaus destabilisieren und den Menschen vor Ort unsägliches Leid bringt und andere zur Flucht zwingt.

      Wer da noch immer das religiöse Mantra des Marktes und seiner unsichtbaren Hand predigt, dem wünsche ich dass ihn diese Hand watscht um wieder zu Sinnen zu kommen.
    • Grabeskaelte 08.10.2019 00:36
      Highlight Highlight @nimmersatt: Ich wünschte ihr Kommentar würde auf den Titelseiten der Medien landen... Leider sind da GZSZ-Zustände bei der CS wichtiger :(
  • K1aerer 07.10.2019 20:33
    Highlight Highlight So so die Strassen sind ihr Wohnraum. Man sollte denen alles wegnehmen, was CO2 verursacht hat. Mal sehen, ob sie noch weiterhin protestieren.
    • Der Tom 07.10.2019 21:36
      Highlight Highlight Es geht nicht ohne. Aus diesem Grund protestieren sie doch. Ihr Kommentare wie den den ich hier kommentiere Schreiber tickt irgendwie schon sehr seltsam 🤣
    • hiob 07.10.2019 21:59
      Highlight Highlight das ist eben genau das problem. es geht hier um solidarität. das ist etwa das gleiche wie die all-life-matter-proteste als protest gegen die black-life-matters proteste. dumm. wer einmal müll in den wald geworfen hat, darf sich scheinbar sein leben lang nicht mehr für die umwelt einsetzen.

      A: wirft müll in den wald und leugnet es
      B: wirft müll in den wald uns gibt es zu
      C: wirft müll in den wald, hat einsicht und macht sich für die umwelt stark.

      C wird als scheinheilig betrachtet, während man B mag für seine ehrlichkeit. DAS ist das problem.
    • Amateurschreiber 07.10.2019 22:54
      Highlight Highlight Das CO2 ist kein Problem an sich. Es geht darum, dass wir zuviel davon produzieren und es sich in der Atmosphäre anreichert. Das heisst heizen, autofahren, Strom produzieren wäre nicht Klimaschädlich, wenn wir es CO2 - neutral machen würden. Also Holz bzw. nachwachsende Rohstoffe verwenden, Solar- und Windenergie nutzen etc.

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