Wahlen 2019
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Präsidentin Regula Rytz (Mitte) jubelt: Schon jetzt steht fest, dass die Grünen die überragenden Sieger des heutigen Wahlsonntags sind.

Grüne Wahlsieger: Parteipräsidentin Regula Rytz jubelt am Wahltag über das erfreuliche Resultat. Bild: KEYSTONE

Mitgliederboom bei Grünen und GLP – jetzt wird aufgestockt

Dank mehr Mitgliedern und höheren Beiträgen vom Bund haben die Wahlsieger von 2019 mehr Geld in der Parteikasse. Das investieren sie in einen kräftigen Ausbau des Parteiapparats.



Die beiden Parteien mit dem Wort «Grün» im Namen waren die grossen Gewinner der eidgenössischen Wahlen vom 19. Oktober 2019. Die Grünen gewannen 6.1 Prozentpunkte hinzu und erreichten neu 13.2 Prozent Wähleranteil. Die Grünliberalen legten um 3.2 Prozentpunkte auf 7.8 Prozent Wähleranteil zu.

Auch beim Mitgliederzuwachs schwingen Grüne und GLP obenaus. Wie die Nachrichtenagentur SDA am Mittwoch berichtet, hatten die Grünen im Januar 2020 unter dem Strich knapp 2000 Mitglieder mehr als zu Beginn des Wahljahrs 2019. Per Anfang 2020 hatten die Grünen rund 10'500 Mitglieder, ein Jahr zuvor waren es rund 8600 gewesen. Bei der GLP stieg die Mitgliederzahl im selben Zeitraum von 4000 auf 5100.

Das wirkt sich auch positiv auf die Finanzen der beiden Parteien aus, denn neue Mitglieder bringen neue Mitgliederbeiträge. Der grösste Teil davon bleibt jedoch bei den Kantonalparteien. Für die nationalen Parteien stärker ins Gewicht fallen die sogenannten Fraktionsbeiträge, welche die Parteien für jeden Sitz im Parlament vom Bund erhalten. Pro Ratsmitglied sind das 26'000 Franken.

Bei den Grünen, welche sich von zwölf auf 33 Sitze im National- und Ständerat steigern konnten, kommen so jährlich zusätzliche 546'000 Franken zusammen. Bei der GLP mit neun Sitzgewinnen im Nationalrat sind es 234'000 Franken.

Mehr Geld bekommen die beiden Parteien auch von den Fraktionsmitgliedern direkt: Grüne und GLP verlangen von ihren Parlamentariern eine sogenannte Mandatsabgabe, also dass sie einen Teil der Entschädigung, welche sie für ihr Amt erhalten, an die Partei weitergeben.

Fast drei zusätzliche Vollzeitstellen bei den Grünen

Mit den zusätzlichen Mitteln in der Parteikasse haben Grüne und GLP bereits damit begonnen, die personellen Ressourcen ihrer Generalsekretariate aufzustocken. Auf Anfrage von watson erklärt Regula Tschanz, Generalsekretärin der Grünen, dass der Personalbestand auf 1140 Stellenprozente aufgestockt werden soll. Vor den Wahlen lag er bei 860 Prozent.

Balthasar Glaettli, Fraktionspraesident Gruene, Mitte, diskutiert mit Generalsekretaerin Regula Tschanz, rechts, neben Adele Thorens Goumaz, GP-VD, und Aline Trede, GP-BE, vor der ersten Fraktionssitzung nach den Wahlen, am Freitag, 8. November 2019 im Fraktionszimmer 3 im Bundeshaus in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Generalsekretärin Regula Tschanz (r.) im Gespräch mit Grünen-Fraktionschef Balthasar Glättli Bild: KEYSTONE

Eine zusätzliche Fachsekretärstelle ist bereits im Dezember neu besetzt worden. Derzeit sei eine 60-Prozent-Stelle ausgeschrieben. Das Budget der Grünen Partei Schweiz fürs laufende Jahr 2020 sieht Ausgaben von 2'025'600 Franken vor. Im Wahljahr 2019 waren 1’242’770 Franken veranschlagt, wie die Partei auf ihrer Website transparent macht.

Auch bei der GLP ist der Personalbestand bereits erhöht worden, wie Generalsekretär Michael Köpfli auf Anfrage verrät. Im Wahljahr habe dieser zwischen 500 und 600 Stellenprozent betragen. Aktuell liege der Personalbestand um 100 Stellenprozente höher. Und der Ausbau geht weiter: «Wir sind derzeit im Rekrutierungsprozess für eine zusätzliche 80- bis 100-Prozent-Stelle.» Bei konkretem Bedarf werde die GLP in der neuen Legislatur zusätzliche Mitarbeitende rekrutieren.

Auch das Budget wurde nach dem Wahlerfolg nach oben angepasst: «2020 haben wir Einnahmen von rund 1.1 Millionen budgetiert, im Jahr 2019 waren es rund 850'000 Franken.»

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16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • DerAlteBenisun 06.02.2020 10:45
    Highlight Highlight Die GLP ist zZ noch kleiner als die BDP, verzeichnet aber ein stärkeres Wachstum.
  • Hoci 05.02.2020 18:47
    Highlight Highlight Nachdem.ich die Argumentation von Fdp und glp bäumle gegen die Mietwohnungsinitiative gesehen habe (nichts als schamlose Lügen), haben sie bei mir absolut jeden Respekt verloren. Auch ist klar, dass die in Sachen Klima- und Umwelt nichts unternehmen werden ausser Lügen verbreiten, damit keiner der alten starren Liga weniger verdient. Die neuen innovativen und Gewinner interessieren sie nicht. Es geht nur ums eigene Portemonnaie nicht um die Schweiz.
    Deshalb neue Leute müssen her. Grüne bringen hoffentlich zumindest ein aufweichen der starren Strukturen und festhalten am Alten.
  • rundumeli 05.02.2020 18:02
    Highlight Highlight eigentlich dachte ich ja , die GLP seien die "vernünftigeren" grünen und hab ihnen tatsächlich paar stimmen zugeschanzt ... dass sie jetzt aber in entscheidenden abstimmungen wie das fähnli im wind agieren ... und im zweifel nach rechts schwenken ... tsss

    shame on me ... shame on them
  • Turicum04 05.02.2020 16:15
    Highlight Highlight Die Grünen müssen aber eng mit der SP zusammen arbeiten (und umgekehrt!). Nur so können wir die Faschisten bodigen.
    • joevanbeeck 05.02.2020 19:22
      Highlight Highlight @Turicum04 Zusammen arbeiten? Die Grünen wildern ja bei den Sozis, deshalb muss man einen richtigen Sozi bald unter Artenschutz stellen. Und das mit dem Faschismus ist halt so eine Sache, wo genau beginnt dein Kampf gegen den Faschismus?

      https://de.wikipedia.org/wiki/Linksfaschismus
    • Was wir glauben zu wissen 05.02.2020 21:31
      Highlight Highlight So verallgemeinernde Aussagen scheinen mir wenig geeignet, die Diskussionskultur in den Räten zu verbessern und gemeinsam Lösungen für die anstehenden Probleme unseres Landes zu finden.
      Wer ausserhalb der Grünen und der SP nur Faschisten sieht, verrät eine jämmerlich vereinfachte Sicht der Welt.
  • ItsMee 05.02.2020 16:11
    Highlight Highlight wie lange es wohl noch geht bis die SVP eine Partei aufstellt mit dem Namen "Grüne SVP" ?!
    • Heb dä Latz! 05.02.2020 16:30
      Highlight Highlight Genau und Christoph zieht sich ein schickes Kermit Kostüm an und reitet geschwind auf einem Maulesel ins Albisgüetli um die frohe Botschaft zu verkünden. Währenddem Adolf Heer und Roger Köppel, die jetzt Veganer sind, in der Küche eine feine Brennesselsuppe zubereiten, und über den Unsinn den sie früher erzählten Witze reissen.
    • TanookiStormtrooper 05.02.2020 16:56
      Highlight Highlight Die sind doch schon grün. Grüner Hintergrund und ein Sünneli im Logo, das muss reichen.
      Die Grünliberalen sind ja auch mehr Neo-Liberal als grün, hat aber funktioniert...
    • Mugendai 05.02.2020 19:26
      Highlight Highlight Ein Mix zwischen Grün und SVP würde ich begrüssen. Ich habe viele Grüne Ansichten, aber so wie die Grünen und die GLP amten kann ich nicht dahinter stehen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Gubbe 05.02.2020 16:11
    Highlight Highlight Klar, investiert nur in den Ausbau des Parteiapparates, das Geld schwimmt weg, neues wird verlangt. Die anderen 'alten' Parteien tun gut daran, sich wärmer anzuziehen, weil sie und ihre Wähler von den Grünen angegangen werden. Jubel, Trubel, Heiterkeit, und kein richtiges Programm.
  • MacB 05.02.2020 16:08
    Highlight Highlight @Christoph Bernet: Die GLP verzeichnete Sitzgewinne im Nationalrat, nicht im Ständerat
    • Christoph Bernet 05.02.2020 16:20
      Highlight Highlight @MacB: Ärgerlicher Flüchtigkeitsfehler 😣 Danke für den Hinweis, ist angepasst.
    • MacB 05.02.2020 19:12
      Highlight Highlight Dafür sind wir henUen Leser doch auch mal da :)
    • MacB 05.02.2020 19:21
      Highlight Highlight *genauen... Sollte das heissen 🤦‍♂️

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