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Kreuzfahrtschiff rammt Touristenboot in Venedig – zwei Verletzte



In this photo released by the Italian Firefighters, the MSC Opera cruise liner, a towering cruise ship, strikes a tourist river boat, left,  Sunday, June 2, 2019, in Venice, Italy, injuring at least five people. The collision happened at about 8:30 a.m. on the Giudecca Canal, a major thoroughfare that leads to Saint Mark's Square.  (Vigili del Fuoco via AP)

Zwei Menschen wurden leicht verletzt als das Kreuzfahrtschiff das Touristenboot rammte. Bild: AP/Italian Firefighters

Ein ausser Kontrolle geratenes Kreuzfahrtschiff hat in Venedig eine Anlegestelle gerammt und ist mit einem Touristenboot zusammengestossen. Danach protestierten Kreuzfahrtschiff-Gegner aus Venedig gegen die Durchfahrt der Riesenschiffe und die nachgewiesenen Schäden für das Unesco-Weltkulturerbe.

Auf Amateurvideos in den so genannten sozialen Netzwerken ist zu sehen, wie die «MSC Opera» am Sonntag mit dröhnendem Signalhorn langsam auf den Kai des Giudecca-Kanals zufährt, die Mauer entlangschrammt und dabei das dort liegende Touristenschiff wegschiebt. Wie durch ein Wunder wurden nur vier Insassen leicht verletzt.

Das Unglück ereignete sich in der Höhe der Anlegestelle San Basilio-Zattere. Der Kapitän des Kreuzfahrtschiffes habe einen Motorschaden gemeldet, sagte der Leiter des Schlepperdienstes, der die «MSC Opera» bis zu ihrem Liegeplatz begleiten sollte, italienischen Medien.

Nach dessen Angaben blockierte der Antrieb im Schubbefehl und die Geschwindigkeit nahm wieder zu. Die beiden Begleit-Schlepper hätten noch versucht, die Fahrt zu bremsen, doch sei eine ihrer Ketten unter dem Druck gerissen.

Touristen fliehen und werden verletzt

Auf den Amateurvideos ist noch zu sehen, wie Touristen an der Uferpromenade vor dem herannahenden Kreuzfahrtschiff fliehen. Bei den Verletzten handelt es sich um vier Touristen aus Australien, Neuseeland und den USA im Alter zwischen 67 und 72 Jahren. Sie zogen sich laut Medienberichten Verletzungen zu, als sie von dem Ausflugsschiff flüchteten.

Das Kreuzfahrtschiff des in Genf registrierten internationalen Unternehmens MSC Cruises ist seit rund 15 Jahren im Betrieb. Es bietet Platz für mehr als 2600 Passagiere. Zuletzt hatte es vor acht Jahren während einer Baltikum-Reise eine schwere Strompanne.

Der Vorfall liess die Kontroverse um Venedigs Kreuzfahrttourismus wiederaufleben. Bisher dürfen die riesigen Schiffe noch am Markusplatz vorbei durch den Giudecca-Kanal fahren, der zwischen der Altstadt und der Insel Giudecca liegt.

Nach Angaben von Kultur- und Umweltschützern gefährden die Wellen der riesigen Schiffe die Fundamente des Weltkulturerbes und bedrohen das sensible ökologische Gleichgewicht in der Lagune.

«Was in Venedigs Hafen passiert ist, bestätigt nur, was wir schon seit einiger Zeit sagen», erklärte der italienische Umweltminister Sergio Costa auf Twitter. «Kreuzfahrtschiffe dürfen nicht durch den Giudecca-Kanal. Seit mehreren Monaten arbeiten wir an ihrer Verlegung - und sind einer Lösung nahe».

Die Hafenbehörden kündigten an, den Kanal rasch wieder freizugeben. «Aber von morgen an müssen wir uns alle so schnell wie möglich bewegen, um das Problem des Kreuzfahrt-Verkehrs zu lösen», erklärte ihr Vertreter Pino Musolino.

Linke vergleichen mit Flüchtlingspolitik

Die linke Oppositionsabgeordnete Nicola Fratoianni wies unterdessen darauf hin, dass Italien Kreuzfahrtschiffe mit offenen Armen aufnimmt, während es Schiffe von Hilfsorganisationen mit Flüchtlingen an Bord die Einfahrt in seine Häfen verweigert.

«Es ist wirklich seltsam, dass ein Land, das Schiffe von seinen Häfen fernzuhalten versucht, die Menschen auf See gerettet haben, gigantischen Stahlmonstern erlaubt, ein Gemetzel in Venedig zu riskieren», erklärte sie.

Die Vereinigung von Kreuzfahrtschiff-Gegnern in Venedig, Comitato Nograndinavi, organisierte nach dem «gravierenden Vorfall» einen spontanen, kleineren Protest und rief für nächsten Samstag zu einer grösseren Kundgebung auf. «Man kann nicht darauf warten, dass diese Monster erst von Toten gestoppt werden», hiess es auf Facebook. (bal/tam/sda/afp/dpa)

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