DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild: KEYSTONE

AKW Leibstadt ist seit Samstagmorgen abgeschaltet – wegen technischer Störung

28.12.2019, 12:2828.12.2019, 15:36

Am Samstagmorgen ist das AKW Leibstadt wegen einer technischen Störung vom Stromnetz getrennt und abgeschaltet worden. Das teilte die Betreiberin mit. Nach der Klärung der Ursache soll die Anlage baldmöglichst wieder in Betrieb genommen werden.

Die Abschaltung erfolgte laut der Betreiberin um 07.48 Uhr. Zuvor habe es «eine technische Störung im nichtnuklearen Teil des Kraftwerks» gegeben, hiess es in einer Mitteilung. Wann die Anlage wieder hochgefahren werden kann, ist unklar.

Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi), das die Kernanlagen in der Schweiz beaufsichtigt, teilte mit, dass der Schutz von Mensch und Umwelt zu jeder Zeit gewährleistet gewesen sei. Der Reaktor sei automatisch abgeschaltet worden, es handle sich um eine sogenannte Schnellabschaltung.

«Die Anlage befindet sich in einem sicheren Zustand», schreibt das Ensi weiter. Das Messnetz zur automatischen Überwachung in der Umgebung der Kernkraftwerke habe keinen Anstieg der Radioaktivität gezeigt.

Umformer ausgetauscht

Im April und im Mai 2019 war es bereits zu zwei Reaktorschnellabschaltungen in Leibstadt gekommen. Beide hatten die gleiche Ursache. Laut der Aufsichtsbehörde führte ein fehlerhaftes Verhalten eines Messwertumformers damals zu falschen Messwerten in einem Kanal der Frischdampfdruckmessung. Diese lösten ein schnelles Schliessen der Turbineneinlassventile aus. Die Anlage reagierte daraufhin mit einer Reaktorschnellabschaltung, die normal verlief.

Nach dem zweiten Vorkommnis tauschte das Kernkraftwerk Leibstadt den ganzen Umformer aus. Untersuchungen zeigten Kontaktprobleme zwischen übereinander angebrachten Platinen als Ursache für die temporären Messwertschwankungen. Da die Messwertschwankungen aufgrund der Kontaktprobleme bei den folgenden Prüfungen des Umformers nicht mehr auftraten, wurde der Fehler als behoben betrachtet.

Personalabbau führt zu Problemen

Doch nicht nur die Technik, auch der Abbau von Personal hat im zu Ende gehenden Jahr für Probleme im Aargauer Kernkraftwerk Leibstadt (KKL) geführt. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht des Bundes, der Ende August publik wurde.

Demnach ist der Personalabbau seit 2015 einer der «wesentlichen Gründe für die Probleme im KKL». Menschliche und organisatorische Faktoren hätten einen «wesentlichen Anteil» an den Vorkommnissen. Das KKL will die Zahl der Mitarbeitenden bis 2022 von rund 500 auf 470 Stellen senken, vor allem bei nicht sicherheitsrelevante Posten, wie das KKL betonte.

Die Werksleitung muss der Aufsichtsbehörde nun belegen, wie sie die Sicherheit trotz weniger Personal gewährleisten will. Das Ensi prüft derzeit den Vorschlag, den die Leitung des KKL Mitte August eingereicht hat. Zudem unterstellte das Ensi das KKL aufgrund seiner Vorbehalte gegen die Sicherheitskultur einer verschärften Aufsicht. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Abschaltung des AKW Mühleberg

1 / 16
Abschaltung des AKW Mühleberg
quelle: keystone / anthony anex
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

AKW Beznau darf nach drei Jahren Pause wieder ans Netz

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

«Wo neue AKW geplant werden, steigen die Kosten ins Unermessliche»
Die Schweiz wird im Winter verstärkt auf Importstrom angewiesen sein. Ein Stromabkommen mit der EU aber ist vorerst vom Tisch. ElCom-Präsident Werner Luginbühl fordert mehr Eigenproduktion – und ist gleichzeitig skeptisch.

Auf absehbare Zeit wird es kein Stromabkommen mit der EU geben. Was bedeutet das für die Stromversorgung in der Schweiz?
Werner Luginbühl:
Wir werden auf längere Sicht keine vollständige Integration in den europäischen Strommarkt erhalten. Und wir werden angesichts der Bestrebungen der Europäischen Union, diesen Strommarkt immer stärker zu integrieren, noch mehr negative Effekte aus ungeplanten Netzflüssen haben. Damit die Netzgesellschaft Swissgrid diese einigermassen bewältigen kann, brauchen wir zumindest ein technisches Abkommen mit der Europäischen Union.

Zur Story