Schweiz
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Ein Spielplatz vor dem Kuehlturm des Kernkraftwerks Leibstadt, aufgenommen am Freitag. 18. Juli 2014. Die Bohrloecher, die 2008 zur Installation von zwei Feuerloeschern dienten, befanden sich in der Stahlhuelle, welche innen am eigentlichen Betoncontainment um das Reaktordruckgefaess eine zusaetzliche Schutzhuelle bildet. Das AKW Leibstadt (KKL) hat die Reparatur der Bohrloecher im Primaercontainment fristgerecht abgeschlossen. Die Aufsichtsbehoerde ENSI hat die verschweissten Loecher am Freitag ueberprueft und die Freigabe erteilt. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Bild: KEYSTONE

AKW Leibstadt ist seit Samstagmorgen abgeschaltet – wegen technischer Störung



Am Samstagmorgen ist das AKW Leibstadt wegen einer technischen Störung vom Stromnetz getrennt und abgeschaltet worden. Das teilte die Betreiberin mit. Nach der Klärung der Ursache soll die Anlage baldmöglichst wieder in Betrieb genommen werden.

Die Abschaltung erfolgte laut der Betreiberin um 07.48 Uhr. Zuvor habe es «eine technische Störung im nichtnuklearen Teil des Kraftwerks» gegeben, hiess es in einer Mitteilung. Wann die Anlage wieder hochgefahren werden kann, ist unklar.

Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi), das die Kernanlagen in der Schweiz beaufsichtigt, teilte mit, dass der Schutz von Mensch und Umwelt zu jeder Zeit gewährleistet gewesen sei. Der Reaktor sei automatisch abgeschaltet worden, es handle sich um eine sogenannte Schnellabschaltung.

«Die Anlage befindet sich in einem sicheren Zustand», schreibt das Ensi weiter. Das Messnetz zur automatischen Überwachung in der Umgebung der Kernkraftwerke habe keinen Anstieg der Radioaktivität gezeigt.

Umformer ausgetauscht

Im April und im Mai 2019 war es bereits zu zwei Reaktorschnellabschaltungen in Leibstadt gekommen. Beide hatten die gleiche Ursache. Laut der Aufsichtsbehörde führte ein fehlerhaftes Verhalten eines Messwertumformers damals zu falschen Messwerten in einem Kanal der Frischdampfdruckmessung. Diese lösten ein schnelles Schliessen der Turbineneinlassventile aus. Die Anlage reagierte daraufhin mit einer Reaktorschnellabschaltung, die normal verlief.

Nach dem zweiten Vorkommnis tauschte das Kernkraftwerk Leibstadt den ganzen Umformer aus. Untersuchungen zeigten Kontaktprobleme zwischen übereinander angebrachten Platinen als Ursache für die temporären Messwertschwankungen. Da die Messwertschwankungen aufgrund der Kontaktprobleme bei den folgenden Prüfungen des Umformers nicht mehr auftraten, wurde der Fehler als behoben betrachtet.

Personalabbau führt zu Problemen

Doch nicht nur die Technik, auch der Abbau von Personal hat im zu Ende gehenden Jahr für Probleme im Aargauer Kernkraftwerk Leibstadt (KKL) geführt. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht des Bundes, der Ende August publik wurde.

Demnach ist der Personalabbau seit 2015 einer der «wesentlichen Gründe für die Probleme im KKL». Menschliche und organisatorische Faktoren hätten einen «wesentlichen Anteil» an den Vorkommnissen. Das KKL will die Zahl der Mitarbeitenden bis 2022 von rund 500 auf 470 Stellen senken, vor allem bei nicht sicherheitsrelevante Posten, wie das KKL betonte.

Die Werksleitung muss der Aufsichtsbehörde nun belegen, wie sie die Sicherheit trotz weniger Personal gewährleisten will. Das Ensi prüft derzeit den Vorschlag, den die Leitung des KKL Mitte August eingereicht hat. Zudem unterstellte das Ensi das KKL aufgrund seiner Vorbehalte gegen die Sicherheitskultur einer verschärften Aufsicht. (sda)

Abschaltung des AKW Mühleberg

AKW Beznau darf nach drei Jahren Pause wieder ans Netz

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79Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Quacksalber 29.12.2019 11:39
    Highlight Highlight Ich sage ja, AKW liefern Flatterstrom. Erstaunlich, dass es keine Rolle für das Stromnetz spielt, wenn so eine grosse Leistung plötzlich durch Schnellabschaltung vom Netz geht.
  • the bøll 28.12.2019 17:22
    Highlight Highlight Nukular. Das Wort heisst Nukular.
    • Nate Smith 28.12.2019 19:26
      Highlight Highlight Bester Kommentar bis jetzt 😁
  • Fairness 28.12.2019 17:15
    Highlight Highlight Danke, Frankreich. Nur: Leider sind die nächsten AKWs auch uralt!
  • Turicum04 28.12.2019 17:03
    Highlight Highlight Alle AKWs müssen sofort abgeschaltet werden! Ein Beweis mehr!
    • ursus3000 28.12.2019 17:37
      Highlight Highlight es ist ein Beweis dass wir zuwenig Strom haben . Und jetzt ALLE : Wir wollen mehr E- Autos
    • DerHans 28.12.2019 18:46
      Highlight Highlight Ja Ursus ein Glück wird Benzin und Diesel nur mit Luft und Liebe raffiniert.
    • Symbiose 29.12.2019 03:39
      Highlight Highlight @DerHans: so falsch sind Sie gar nicht, die ETH kann Benzin mittlerweile aus Luft und Sonnenlicht raffinieren 😉
    Weitere Antworten anzeigen
  • Lumpirr01 28.12.2019 16:02
    Highlight Highlight Momentan (um ca. 15:30) arbeiten ca. 2 französische Atomkraftwerke à 900 MW zusätzlich für den Schweizer Bedarf. Dieser Import ist 1830 MW. Ohne Ausfall von Leibstadt würde momentan die Leistung von ca. 1 franzäsisches AKW für den Schweizer Bedarf importiert, welcher schweizintern nicht produziert wird, da weder mit Wind noch mit Solarenergie momentan viel los ist. Die Schweizer Speicherkraftwerke laufen vermutlich aus Renditegründe momentan auch nur mit Teillast.............

    Siehe:
    https://www.swissgrid.ch/de/home/operation/grid-data/current-data.html#import-export
  • Pandas 28.12.2019 15:59
    Highlight Highlight Solarenergie/Thermie jetzt!
    https://www.uvek-gis.admin.ch/BFE/sonnendach/
    • ursus3000 28.12.2019 17:38
      Highlight Highlight Wann hast du das letzte mal Sonne gesehen ?
    • DerHans 28.12.2019 18:08
      Highlight Highlight Ursus ich weis ja nicht wie es bei ihnen ist, aber bei uns wird es jeden Tag für ein paar Stunden hell.
    • sheimers 28.12.2019 23:25
      Highlight Highlight @ursus: Heute Morgen hatten wir Sonne in Basel.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Meyer Andrej 28.12.2019 15:21
    Highlight Highlight Ein meldepflichtiger Vorfall, alles abdere wird ja nicht dem ENSI gemeldet, man will ja kassieren.
  • Rolf_N 28.12.2019 15:07
    Highlight Highlight Soviel zu Bandenergie...
  • Miikee 28.12.2019 14:59
    Highlight Highlight An die Politik:
    Finger aus dem A*sch und endlich die Erneuerbaren Energien fördern und hochfahren lassen. Unsere alten AKWs machen nicht mehr lange mit und Frankreich bzw. Import ist keine Lösung!
    • ursus3000 28.12.2019 17:39
      Highlight Highlight Und dann scheint die Sonne auch im Winter?
    • ravendark 29.12.2019 10:31
      Highlight Highlight Unsere Politiker sind zu faul, zu schwach und zu reich, um etwas rasch ändern zu WOLLEN.
      Die Schweiz glänzt am Anus der Welt, mit den am wenigsten erneuerbaren Energien. Schon peinlich, diese Unfähigkeit etwas für alle (Mensch, Tier, Umwelt) zu tun. Ja ja ... tütrülüüü ...
  • Matrixx 28.12.2019 13:49
    Highlight Highlight Hier der aktuelle Strommix der Schweiz, für Interessierte.
    Benutzer Bild
    • Schlange12 28.12.2019 14:03
      Highlight Highlight Danke
    • dan2016 28.12.2019 14:32
      Highlight Highlight Danke für den link, in AT wird gleichzeitig mehr als 40% Windenergie verbraucht, in DE Wind und Solar stärker als Kohle
    • Domino 28.12.2019 16:10
      Highlight Highlight Mehr Import als Export. Wird wohl auch Atomstrom sein aus Frankreich 😉
      Benutzer Bild
    Weitere Antworten anzeigen
  • Magnum 28.12.2019 13:44
    Highlight Highlight Mühleberg endlich vom Netz, Leibstadt mal wieder ausserplanmässig. Und dennoch kommt es Ende Dezember nicht zu grossflächigen Netzstörungen und Stromausfällen, sondern die Schweiz funktioniert. Erstaunlich, oder? Zumal in einer Jahreszeit, in welcher der Stromverbrauch eher erhöht sein dürfte. Kann nun bitte das Industriemuseum Beznau vom Netz, und zwar bald möglichst und nicht irgendwann in ferner Zukunft?
    • Cochise 28.12.2019 14:24
      Highlight Highlight Nun ja, solange man den Strom zum Ausgleich importieren kann, um das Netz stabil zu halten, ist es auch kein Problem.
    • Adam Smith 28.12.2019 14:30
      Highlight Highlight @Magnum Ich schätze, dass die Stromdefizite einfach durch Importe gedeckt werden (häufig mit umweltschädlichem Strom), oder dass wir allgemein zu viel produzieren und jetzt einfach weniger exportieren. Weiss jemand mehr dazu?
    • Lf1 28.12.2019 15:03
      Highlight Highlight Sie wissen schon woher der "fehlende" Strom kommt oder?
      Genau vom Ausland der super saubere Kohlestrom aus Deutschland der Atomstrom von Frankreich.
      Ein Land das seinen Strom nicht selber herstellen kann begibt sich in eine abhäbgikeit die fatale Folgen haben kann.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Magnum44 28.12.2019 13:36
    Highlight Highlight Sind das jetzt diese "Stromlücken", von denen die SVP immer gewarnt hat?
    • amazonas queen 28.12.2019 14:44
      Highlight Highlight Auf der Seite von Swissgrid kannst du jederzeit nachsehen, ob die Schweiz importiert oder nicht. Aktuell, als ich das geschrieben hab, wird der Ausfall von Leibstadt durch Atomstrom aus Frankreich ausgeglichen. https://www.swissgrid.ch/de/home/operation/grid-data/current-data.html#import-export
    • sveed 28.12.2019 15:27
      Highlight Highlight Wenn du ein wenig nach oben scrollst, siehst du das in den letzten 24h ziemlich viel Strom aus Frankreich importiert wurde.
    • Felix Meyer 28.12.2019 19:36
      Highlight Highlight Und wo ist das Problem dabei, wenn wir Strom importieren? Es ist illusorisch zu glauben, dass jedes Land für sich alleine seine Stromversorgung sicherstellen kann und muss - wir müssen europäisch zusammenarbeiten und das mit erneuerbaren Energien. Irgendwo in Europa scheint immer die Sonne und irgendwo windet es auch immer. Jedes Land hat andere Voraussetzungen und gemeinsam können wir die Stromversorgung sicherstellen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Pafeld 28.12.2019 13:28
    Highlight Highlight Kommt es im AKW Leibstadt zu Personalabbau, schrillen bei mir die Alarmglocken. Nicht unbedingt weil die Sicherheit gefährdet ist, sondern weil das modernste AKW der Schweiz offensichtlich mit dem Standarddispositiv an Personal nicht mehr rentabel betrieben werden kann. Ein AKW, das sparen muss, spart vielleicht nicht primär bei der Sicherheit, aber unter Umständen bei seinen Rückbaureserven. Wenn in der Schweiz AKWs nicht mehr rentabel betrieben werden können, wird es Zeit, sich von ihnen zu trennen, bevor sie ihren eigenen Rückbau nicht mehr selbst tragen und auf die Allgemeinheit abwälzen.
    • TanookiStormtrooper 28.12.2019 13:38
      Highlight Highlight Der Rückbau JEDES AKWs wird am Ende auf die Allgemeinheit abgewälzt. Da würde ich eine höhere Summe darauf wetten (nicht so viel um den Rückbau aus eigener Tasche zahlen zu können 😉).
    • Supermonkey 28.12.2019 13:48
      Highlight Highlight Hat man ja beim Mühleberg gemacht, weil es in Zukunft nicht mehr rentabel betrieben hätte werden können.
    • fant 28.12.2019 13:59
      Highlight Highlight Den Rückbau werden ohnehin die Steuerzahler teilweise mitfinanzieren müssen...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Rolf Mueller 28.12.2019 13:06
    Highlight Highlight "Das Ensi prüft derzeit den Vorschlag, den die Leitung des KKL Mitte August eingereicht hat."
    Scheint ja nicht wirklich wichtig zu sein bei dem Tempo das die da vorlegen.
  • NumeIch 28.12.2019 12:56
    Highlight Highlight Gleich ausgeschaltet lassen. Die Bevölkerung dankt!
    • Corpus Delicti 28.12.2019 14:04
      Highlight Highlight Das heißt, sie möchten ihren Fernseher gerne mit einem Dynamo betreiben? Konstruktive Lösungen statt binäre Maßnahmen - das wäre doch einmal was. Und bevor Sie antworten, dass Ihr eigener Haushalt ja bestimmt nur mit Strom aus erneuerbaren Quellen versorgt wird, fragen Sie doch bei Ihrem Anbieter nach.
    • Nightghost 28.12.2019 15:20
      Highlight Highlight Nein Danke, ich will kein „Drecksstrom aus Deutschland
    • Posersalami 28.12.2019 17:26
      Highlight Highlight Aber lieber Drecksstrom aus der Schweiz?

      Verstehe ich nicht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Vergugt 28.12.2019 12:34
    Highlight Highlight BaNdEnErGiE

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Die Stadt Luzern macht in Sachen erneuerbare Energien vorwärts: Auf Dächern, die grösser sind als 25 Quadratmeter, sollen künftig Solarpanels angebracht werden. Damit geht der Stadtrat auf einen Vorstoss von SP und Grüne ein, in dem sie fordern, dass Luzern «mit Solarstrom endlich durchstartet».

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