Schweiz
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ARCHIVBILD ZUM THEMA VOTO-STUDIE ZUR ENERGIEWENDE - The nuclear power plant Goesgen in the canton of Solothurn, Switzerland, pictured on May 29, 2011. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella)

Das Atomkraftwerk Goesgen, aufgenommen am Sonntag, 29. Mai 2011. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella)

So viele Menschen wie neben dem AKW Gösgen leben sonst bei keinem anderen Schweizer AKW. Bild: KEYSTONE

Was passiert eigentlich mit den Schweizer AKW, wenn es zu einem Erdbeben kommt?

Aufsichtsbehörde Ensi untersuchte Folgen eines Erdbebens in Gösgen. Doch die Resultate stossen auch auf Kritik. Grünen-Nationalrätin Irène Kälin: «Für mich ist diese Studie der Beweis, dass die Behörde nicht neutral ist, sondern den Atomkraftwerkbetreibern nahe steht.

Patrik Müller / CH Media



Was würde mit einem Schweizer AKW passieren, wenn es zu einem Erdbeben käme? Zu einem Beben, das so stark ist, wie es hierzulande statistisch nur alle 10'000 Jahre geschieht?

Mit dieser Frage befasste sich die Aufsichtsbehörde des Bundes, das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi). Das Fazit der Studie hat das Ensi auf seiner Website aufgeschaltet. «Die Gefahr bei einem 10'000-jährlichen Störfall eines Schweizer Kernkraftwerks wird überschätzt», schreibt das Ensi.

Ensi-Direktor Hans Wanner widerspricht Einschätzungen von AKW-Gegnern, die von «tödlichen Folgen» sprachen. Wanner: «Zahlen von Tausenden von zusätzlichen Krebsfällen oder gar Toten sind falsch.» Die Gefahr sei «sehr gering», die von einem sogenannten Auslegungsstörfall in einem AKW ausgehe.

Ein Auslegungsstörfall ist gemäss Wikipedia ein GAU (grösster anzunehmender Unfall), dies im Unterschied zu einem Super-GAU mit Kernschmelze, wie er in Fukushima geschah. Die Schweizer Behörden verwenden den Begriff GAU nicht.

Image

Bild: ch media

Weder Tote noch Verletzte

Hans Wanner erläutert, was bei einem Auslegungsstörfall geschehen würde: «Unter realistischen Annahmen wird keine einzige Person einer Strahlungsdosis von 100 Millisievert ausgesetzt. Es wären weder Tote noch Verletzte zu erwarten. Eine Evakuierung wäre nicht nötig.»

Wie kommt das Ensi zu diesem Schluss? Die Behörde hat die potenziellen Auswirkungen eines Erdbebens beim AKW Gösgen untersucht. Es ging dabei von den effektiven Wetterdaten im Monat Juni 2018 aus. Die Berechnungen wurden angestellt für den 11. Juni, weil dies der schlimmste Tag für einen Unfall gewesen wäre – weil es regnete und windete.

Irene Kaelin, Grossraetin GP/AG fordert im Namen verschiedener Umweltschutz-Organisationen die sofortige Abstellung der AKW`s Beznau I und II am Donnerstag, 20. August 2015, in Bern. (KEYSTONE/Lukas Lehmann)

«Mir ist schleierhaft, wie das Ensi zu diesem verharmlosenden Schluss kommen kann», sagt Irène Kälin. Bild: KEYSTONE

In der Studie heisst es: «Für die maximale Dosis in der Umgebung hat diese Berechnung einen Wert von 13 Millisievert ergeben; in den Gebieten der nächsten Anwohner resultierten Dosiswerte von weniger als 10 Millisievert.»

Insgesamt wären gemäss Ensi 95'000 Menschen potenziell von erhöhter Strahlenbelastung betroffen gewesen, mit einer durchschnittlichen Dosis von rund 0.3 Millisievert. Dieser Wert sei harmlos, schreibt das Ensi: «Er entspricht einem Zwanzigstel der Strahlung, welcher ein Bewohner aufgrund natürlicher, medizinischer und zivilisatorischer Quellen tatsächlich jedes Jahr im Mittel ausgesetzt ist.»

Und weiter: «Das zusätzliche Risiko für die betroffenen 95'000 Personen, in den nächsten 50 Jahren an Krebs zu erkranken, wäre minimal gewesen: Es wäre rein rechnerisch mit bis zu drei zusätzlichen Krebsfällen zu rechnen gewesen.»

Konfrontiert mit der Studie, reagiert die Aargauer Grünen-Nationalrätin Irène Kälin erstaunt: «Mir ist schleierhaft, wie das Ensi zu diesem verharmlosenden Schluss kommen kann. Haben sich denn internationale Behörden allesamt getäuscht, die grössere Gefahren sehen?»

Kälin greift das Ensi und dessen Direktor Hans Wanner an: «Für mich ist diese Studie der Beweis, dass die Behörde nicht neutral ist, sondern den Atomkraftwerkbetreibern nahe steht. Dabei müssten sie als Aufseher unabhängig sein!» Weiter fragt Kälin, warum die Simulation am vergleichsweise neuen AKW in Gösgen und nicht an der ältesten Anlage in Beznau (Inbetriebnahme 1969) vorgenommen worden sei.

ZUR REAKTIVIERUNG VOM AKW BEZNAU NACH DREIJAEHRIGEM STILLSTAND, STELLEN WIR IHNEN HEUTE, 06. MAERZ 2018, FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Nuclear power plant Beznau, pictured on May 28, 2011, in Beznau in the canton of Aargau, Switzerland. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella)

Das Atomkraftwerk Beznau, aufgenommen am 28. Mai 2011. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella)

Das AKW Beznau. Bild: KEYSTONE

Und in Beznau?

Das Ensi sagt dazu, das Kernkraftwerk Gösgen sei ausgewählt worden, weil in seiner Nähe am meisten Einwohner leben.

Was aber geschähe bei einem Erdbeben in Beznau? Auch für diese Region gebe es Simulationen, sagt Rainer Meier, Sprecher der AKW-Betreiberin Axpo. Bei einem Erdbeben, das stärker wäre als dasjenige in Basel im Jahr 1356, gäbe es im Raum Beznau zwar Tote, dies aber wegen einstürzender Häuser – nicht wegen der beiden AKW. Pro Block würde Radioaktivität von 16 Millisievert freigesetzt, insgesamt also 32 Millisievert – weniger als der Dosisgrenzwert von 100 Millisievert.

Der SP-Energieexperte Nationalrat Eric Nussbaumer (BL) sagt zur Ensi-Studie: «Das ändert nichts an der Tatsachen, dass bei AKWs ein Restrisiko bleibt, welches nicht beherrschbar ist. Dieses Risiko sollten wir nicht aufrechterhalten.» Grüne und SP fordern weiterhin die sofortige Abschaltung des ältesten Schweizer AKWs in Beznau. (aargauerzeitung.ch)

Superheld fliegt in Lyon über (oder eher in) ein AKW

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    Alle Leser-Kommentare
  • der_senf_istda 19.10.2018 12:30
    Highlight Highlight Ich finde es wichtig, das wir ASAP die bestehenden AKW abstellen/abbauen. Japan hat uns gezeigt, dass die Risiken einfach zu gross sind.
    Es ist positiv das solche Studien durchgeführt werden und Frau Kälin soll doch bitte KONKRET sagen, weshalb sie die Studie kritisiert. Rummotzen aber selber nichts besser machen, kann jeder...
    14 11 Melden
    • Polybertarian 19.10.2018 14:32
      Highlight Highlight Was Fukushima gezeigt hat, ist das nicht-wiederaufgerüstete Anlagen Tsunamis kaum beherrschen können. Ob das für die Schweiz relevant ist? Nein.
      9 9 Melden
    • der_senf_istda 19.10.2018 15:21
      Highlight Highlight doch es ist relevant. Wenn eine fortschrittliche Nation wie Japan es nicht schafft AKW sicher zu betreiben, dann sagt das einiges über diese Technologie aus. Ich bin überzeugt das es in der Schweiz Riskien gibt, die wir nicht auf dem Radar haben. Ein Atomunfall in der Schweiz hat das Potential, die Hälfte unseres Landes unbewohnbar zu machen. Dieses Risiko sollten wir nicht eingehen.
      15 5 Melden
  • Polybertarian 19.10.2018 12:09
    Highlight Highlight "Die Schweizer Behörden verwenden den Begriff GAU nicht."

    Nicht nur die Schweizer Behörden. Auch niemand in der Wissenschaft. Eigentlich niemand ernstes.
    10 8 Melden
  • Salami-taktik 19.10.2018 11:19
    Highlight Highlight Alle die noch von AKW's sprechen, sind in etwa so gut informiert wie Leute die heute noch Swissair fliegen...
    11 8 Melden
  • wasps 19.10.2018 10:23
    Highlight Highlight Ich finde solche Rechnereien um Todesfälle und Verseuchungsgrad zynisch. Wenn ein Jahrtausend Erdbeben eintrifft, haben wir eh ein massives Problem. Und das nicht nur wegen den AKWs.
    17 2 Melden
    • TheDan 19.10.2018 12:02
      Highlight Highlight Wenn das Auslegungserdbeben, das statistisch nur alle 10000 Jahre vorkommt, eintrifft wird sehr wahrscheinlich ein Grossteil der Bevölkerung tot sein weil die allerwenigsten Bauten in der Schweiz auf so starke Beben ausgelegt sind.
      10 6 Melden
  • elnino 19.10.2018 10:13
    Highlight Highlight Als Religionswissenschaftler hat man ja bestimmt das nötige Fachwissen, um die Prognose zu beurteilen.....

    19 7 Melden
  • Regas 19.10.2018 10:09
    Highlight Highlight Nur so zum vergleich: Das Erdbeben der Stärke 9 hat im KKW Fukushima keine nennenswerten Schäden bewirkt, erst die nachfolgenden Tsunamiwellen haben die Dieselaggregate für die Notkühlung überschwemmt und dadurch die Havarie erst ausgelöst. Die Notkühlung war nötig weil das Stromnetz durch das Erdbeben ausgefallen ist.
    33 3 Melden
    • swisskiss 20.10.2018 12:32
      Highlight Highlight Regas: Das nennt man "Verkettung unglücklicher Umstände" und sollte in der Risikobewertung miteinfliessen. Es sind bei schweren und schwersten Störfällen immer ein Zusammentreffen von Ereignissen, die diese Störfälle erst ermöglichen.

      Das leider schon Bedenkliche am Risikomanagement bei AKWs ist der Fakt, das erst durch solche Katastrophen eine Neuberurteilung der Risiken erfolgt.
      3 0 Melden
  • Rolf Stühlinger 19.10.2018 09:58
    Highlight Highlight Löcher im reaktormantel , kranenteile die in den reaktor gefallen sind . Beznau hat eine zu hohe umgebungsstrahlung also passt das ensi und der bund die strahlengrenze nach oben an .
    Wer glaubt das es in der schweiz keine korruption gibt direkt vor unseren augen , der glaubt auch schweine können fliegen !
    Das ensi und praktisch jeder politiker lassen sich doch schmieren ! Und die bürgerlichen verhindern das dies unter straffe gestellt wird !
    18 16 Melden
    • Polybertarian 19.10.2018 12:11
      Highlight Highlight Es gibt keine "Löcher" im Kernmantel von Beznau, da Beznau keiner hat. Sie meine Reaktordruckbehälter, und dieser hat auch keine Löcher.
      9 5 Melden
    • Dominik Treier (1) 19.10.2018 13:15
      Highlight Highlight Nein keine Löcher sonst wären wir beim GAU... Aber unregelmässigkeiten und Versprödungen, die den Behälter bei plötzlichem Einspeisen von kaltem Kühlwasser, wie bei einer Notkühlung durchaus zum bersten bringen könnten...
      6 5 Melden
    • Polybertarian 19.10.2018 14:34
      Highlight Highlight Das wurde geprüft und alles bleibt in den gesetzlichen Grenzen.
      4 6 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Kubod 19.10.2018 09:36
    Highlight Highlight Die Schweizer AKWs werden bei neuen technologischen Erkenntnissen aufgerüstet. Die AKWs wurden zwar teilweise vor 50 Jahren erbaut, sind aber auf neustem Stand der Technik.
    Ärgerlich ist, dass weltweit immer mehr in Forschung investiert wird. Es gibt momentan die Generation vier. Fukushima und Tschernobyl waren schlecht gewartete Generation zwei.
    Wenn wir auf Elektro statt Kohle, Gas, Erdöl umsteigen wollen, brauchen wir AKWs. Einst war das Paul Scherrer Institut führend in der Forschung. Aus politischen Gründen wurde diese eingestellt. Statt sichere neue AKWs zu bauen, renovieren wir alte
    17 12 Melden
    • Dominik Treier (1) 19.10.2018 11:29
      Highlight Highlight Und den auch bei ach so sicheren neuen AKW entstehenden Müll, vergräbst du bei dir im Garten? Ich bin nicht dafür die alten Kübel weiterzubetreiben, aber wenn wir die abstellen, werden wir sicher auch keine neuen mehr bauen, weil die Energieindustrie gemerkt hat, dass ein Wirtschaftlicher Betrieb und vor allem die anschliessende Entsorgung einer "relativ" sicheren Anlage, heute schon nicht mehr gegeben ist. Man könnte natürlich fast sichere AKW bauen, nur wären die dann warscheindlich fünf mal so teuer wie erneuerbare Energie und da macht man eben Kompromisse oder gurkt auf dem alten Mist rum.
      14 9 Melden
    • Kubod 19.10.2018 12:23
      Highlight Highlight @Dominik T
      Momentan decken die Erneuerbaren wieviel ab?
      5.6 % oder so?
      Um die 17 % (20% 2015) aus eigener Kraft zu ersetzen, müssten wir die Berge mit Solarpanels zupflastern.
      Vielleicht gelingt es irgendwann, solarstromerzeugende Farbe auf die Hauswände zu pinseln. Projekte dazu gibt es bereits. Bis das funktoniert, dauert's noch eine ganze Weile.
      5 9 Melden
    • Dominik Treier (1) 19.10.2018 14:11
      Highlight Highlight 5,6% sind aber schon sehr ordentlich wenn ich mir die geradezu lächerliche Solardichte in der Schweiz ansehe... Wir haben in unserer Strasse ausschliesslich Häuser mit Südhanglage und keines hat eine Solaranlage und im rest unseres Dorfes sieht es, wie in der Umgebung überall mit ausnahme einiger Scheunen, wo die Bauern noch KEV erhalten haben, nicht besser aus... Mit dem Bisschen sind 5,6% viel und dürften sich problemlos vervielfachen lassen, auch ohne solche völlig übertriebenen Szenarien, die du da hervorkramst, sofern man den wollte... Vorschriften und Subeventionen für Neubauten?
      9 0 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Kese01 19.10.2018 09:31
    Highlight Highlight ... By the way... Einer meiner Favoriten eines (super)Superlativs. Der Super-Grösst-anzunehmender-Unfall, was auch immer dies bedeuten mag, GAU reicht wohl heutzutage nicht mehr; GAU? - Gähn... Super-GAU - Wow! Jetzt bin ich aber empört!
    5 7 Melden
    • Dominik Treier (1) 19.10.2018 11:23
      Highlight Highlight Diese zwei Begriffe gab es schon immer und nur weil du sie nicht zu verstehen scheinst, sind sie nicht plötzlich erfunden... GAU ist der grösste Unfall der innerhalb der Auslegung des AKWs berücksichtigt wurde und für den man damit vorsorgen will und den die Anlage ohne zu grosse Freisetzung von Radioaktivität bewältigen soll. Super-GAU hingegen ist ein Unfall, der schlimmer ist als alles wofür die Anlage ausgelegt worden war und bei dem dementsprechend die Sicherheit der Bevölkerung, wegen der unkontrollierten Freisetzung von Strahlung, nicht mehr gewährleistet werden kann.
      15 2 Melden
  • Reich und sexy 19.10.2018 09:12
    Highlight Highlight Frau Kälin sollte man nicht zu ernst nehmen.
    19 14 Melden
  • hueberstoebler 19.10.2018 09:06
    Highlight Highlight Das hat nichts mit Nähe zu den Betreibern oder Verharmlosung zu tun.
    Das ENSI beschäftigt unabhängige Fachkräfte, und die Gefahr, die von AKWs ist tatsächlich so gering wie hier erläutert. All die Hetze gegen Kernkraft ist für mich unverständlich.
    27 14 Melden
  • Raphael Conca 19.10.2018 08:54
    Highlight Highlight Keinen Land hat das enorme Risikopotenzial der Kernkraft im Griff.
    In den 1960ger mag deren Einsatz mangels Alternativen in gewisser weise Sinn gemacht zu haben.
    Aber heute kennen wir Lösung die nach heutigem Kenntnisstand gar keine Risiken mit ähnlichem Potential haben.
    Also bitte AKW abschalten und endlich in erneuerbaren Energienformen investieren und damit auch die Abhängigkeit zu fossilen Brennstoffen mindern.
    16 15 Melden
    • hueberstoebler 19.10.2018 11:35
      Highlight Highlight Und womit lädst Du Dein Handy in einer kalten, windlosen Winternacht, wenn alle Staudämme leer und die Flüsse fast kein Wasser mehr führen?
      Warte, hier die Worte die Du dann aussprechen wirst: „Hab‘s immer gesagt, die Energieknappheit kommt, jetzt brauchen wir GASKRAFTWERKE!“ (oder Kohle) und voilà, wir stossen mehr CO2 und radioaktive Stoffe als mit jedem noch so alten AKW aus.

      Und nein, wir können Gezeitenkraft nicht nutzen, das Meer ist zu weit weg, technisch nicht möglich Strom über diese Strecke zu führen.

      Und nein, Tesla walls (oder andere Batterien) sind nicht umweltfreundlich.
      10 15 Melden
    • Polybertarian 19.10.2018 12:13
      Highlight Highlight Eigentlich wohl falsch.
      2 3 Melden
    • Raphael Conca 21.10.2018 17:22
      Highlight Highlight Die Schweiz war früher Pionier im Umweltschutz in Europa. Zum Beispiel die Einführung der Katalysatoren.
      Wenn klare gesetzliche Vorgaben existieren wird die Technik relativ schnell eine Lösung finden.
      Im Falle der Energie gibt es sie heute schon. Mehrere Überbauungen produzieren weit mehr Energie als sie selbst verbrauchen - bei jeder Jahreszeit.
      Aber es stehen Investitionen an, ganz klar. Solche die jeder Immobilen Inhaber längs hätte tun können.
      Mit jedem Jahr das über Sinn und Unsinn der Transformation diskutiert wird, wird die die Dringlichkeit der raschen Umsetzung Höher.
      2 0 Melden
  • Firefly 19.10.2018 08:24
    Highlight Highlight Neue AKW's wären sicherer, da sich die Technologie zu vor 50 Jahren verbessert hat, gerade punkto Sicherheit.
    In der Schweiz wird sonst jeder Strasse, Brücke, Kanalisation, Tramlinie, gefühlt im Jahr dreimal revidiert, geflickt und erneuert. Nur die AKW's sind 50 Jahre alt. Was hat man mit denen eigentlich vor, solange im Betrieb halten, bis wirklich mal etwas passiert? Denn für die Ehwigkeit ist nichts gebaut. Ich persönlich finde, solch hochsicherheits bedürftige Infrastruktur gehört nicht in die Hände privater.
    86 27 Melden
    • thomy81 19.10.2018 08:52
      Highlight Highlight Ein AKW ist für den Betrieb von min. 50 Jahren vorgesehen und war es schon immer, daher sind diese alle noch in Betrieb, schon so sind die Kosten sehr hoch. Klar wären neuere AKW´s viel Leistungsfähiger und noch sicherer (auch wenn unsere AKW´s sicher zu den sichersten weltweit gehören) aber man will ja keine mehr. Lieber macht man sich vom Ausland abhängig und stellt tausende Windanlagen usw. in unsere schönen Landschaften, ob das besser und zuverlässiger ist, bezweifle ich.
      30 49 Melden
    • bokl 19.10.2018 08:57
      Highlight Highlight "Nur die AKW's sind 50 Jahre alt."

      Und wurden niemals revidiert, geflickt und erneuert?
      25 2 Melden
    • Dominik Treier (1) 19.10.2018 09:26
      Highlight Highlight Lieber thomy81 ich weiss nicht wo du das mit den 50 Jahren her hast aber das ist einfach ein Schmarrn... Die erste Generation von Druckwasserleistungsreaktoren, wie sie in Beznau zum Einsatz kommen, wurden für eine Laufzeit von maximal 35-40 Jahren ausgelegt. Da ist man schon lange im Übetlauf, was man ja auch daran sieht, dass Beznau das älteste AKW der Welt im Leistungsbetrieb ist. Und zum flicken; Die Technik und alles im nicht nuklearen Teil kann problemlos erneuert werden, was aber einen Dreck nützt, wenn der Druckbehälter bei einem Erdbeben lekt oder reisst...
      15 4 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • swisskiss 19.10.2018 08:14
    Highlight Highlight Auslegungsstörfall = GAU , Auslegungsüberschreitende Störfälle= Super GAU (Tschernobyl, Fukushima)

    Da geht das ENSI einfach mal davon aus, dass kein Ereignis einteten kann, dass die Gefahrenstufe GAU überschreitet, um die Sicherheit des AKW Gösgen zu beurteilen.

    Nenn ich mutig meine Herren!

    Nicht nur die statistische Wahrscheinlichkeit eines Super GAU schlicht nicht rechnen zu wollen, sondern einen Störfall zu beschreiben, bei dem keine Radioaktivität in grösserem Umfang und unkontrolliert in die Umgebung abgegeben wird, ist schlicht unseriös und eher PR der Atomwirtschaft.
    13 7 Melden
  • Stimmt alles 19.10.2018 07:56
    Highlight Highlight Ich bin ja auch kein Freund von AKW's auf lange Dauer aber ich frage mich schon ob ich und Frau Kälin die Resultate eines solchen Berichtes beurteilen können. Dafür reicht es nicht aus die Resultate als Widerspruch meiner generellen Erwartung aufzufassen; oder ganz einfach Mitglied der Grünen zu sein.
    11 8 Melden
  • Madison Pierce 19.10.2018 07:50
    Highlight Highlight Kann Frau Kälin ihre Behauptung mit Fakten untermauern oder ist das mehr so eine Vermutung?

    Es wäre schön, wenn man bei solchen Themen die Meinung eines Experten einholen würde. Als Laie ist es unmöglich zu entscheiden, wer recht hat.
    145 37 Melden
    • fandustic 19.10.2018 08:22
      Highlight Highlight Ja habe ich mich auch gefragt, was sie wohl qualifiziert um dazu Stellung zu nehmen. Nur weil sie es nicht glaubt, heisst es ja nicht, dass es nicht stimmt. Aber eben, ich bin auch kein Experte.
      9 4 Melden
    • bokl 19.10.2018 08:55
      Highlight Highlight "Es wäre schön, wenn man bei solchen Themen die Meinung eines Experten einholen würde."

      Fakten gibt es erst, wenn die Kombination "Super-Beben + AKW" eintritt. Ansonsten muss sich jeder "Experte" auf Annahmen stützen ...
      6 3 Melden
    • Zauggovia 19.10.2018 09:00
      Highlight Highlight Das ENSI sind die Experten
      8 8 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Alice36 19.10.2018 07:39
    Highlight Highlight Die ganze Millisievert Diskussion bringt rein gar nichts. Sämtliche Werte mit denen gearbeitet wird sind theoretische Konstrukte basierend auf einer Wahrscheinlichkeit. Die Strahlenmedizin ist nicht in der Lage definitive Angaben zur Höhe einer Dosis und der daraus resultierenden Schädigung zu machen. Grundsätzlich gilt jede Dosis einer ionisierenden Strahlung ist zu vermeiden da sie Auswirkungen auf die Gesundheit haben kann. Deshalb wäre es viel ehrlicher zu sagen wir betreiben die Reaktoren bis sie zusammenbrechen und hoffen das keine der möglichen GAU Wahrscheinlichkeiten eintrifft.
    7 0 Melden
    • Polybertarian 19.10.2018 14:37
      Highlight Highlight Wir wissen eigentlich gut was passiert und was die Häufigkeit von Krebs ist, für Dosen > 100 mSv. Unten nehmen wir an, dass es linear ist (wie im höheren Bereich) und können damit konservative Schätzungen machen.

      Wenn alle Strahlen zu vermeiden seien, sollten Sie soviel wie möglich in Gebäuden bleiben, da drinnen die natürliche Strahlendosis ca. 2 mal niedriger ist als draussen...
      3 3 Melden
    • Dominik Treier (1) 19.10.2018 15:54
      Highlight Highlight Ja wir haben Daten für die unmittelbar zu erwartenden Folgen, was weder eine langzeitliche Begünstigung verschiedener Krankheiten einschliessen können, noch veränderungen im Genmaterial über viele Generationen, die aufgrunddessen, dass die Störfälle, bei denen diese Daten erfasst werden müssten (in Tschernobyl wurden sie das wohl eher schlecht als recht), noch gar nicht so lange her sind um darauf aussagekräftige Schlüsse ziehen zu können, auch in nützlicher Frist nicht gewonnen werden können... Unwissenheit verharmlost! Nur weil man keine Daten hat die beweisen was es macht ist es harmlos...
      5 1 Melden
    • TheDan 19.10.2018 19:31
      Highlight Highlight @Dominik

      Die Umfangreichsten Studien wurden in Hiroshima und Nagasaki erstellt und laufen auch heute noch. Es gibt in Japan extra ein grosses Forschungszentrum, dessen Name mir gerade nicht einfällt. Die Langzeitfolgen von Strahlung ist also sehr wohl bekannt...
      2 2 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Freddy Gügger 19.10.2018 07:38
    Highlight Highlight Dass die Grünen natürlich wieder so oder so am Motzen sind diesbezüglich, wundert doch niemanden 😂.
    7 9 Melden
    • Corpus Delicti 19.10.2018 17:32
      Highlight Highlight Naja, das sind meiner Ansicht nach Bedenken, die man fernab von politischer Gesinnung äussern und behandeln sollte, finden Sie nicht?
      4 0 Melden
  • Jimmy :D 19.10.2018 07:20
    Highlight Highlight Wer schon einmal in einem Kernkraftwerk war, weis genau wie gut wir hier in der Schwiz auf Erdbeben vorbereitet sind. Ich denke wir sind hier so gut wie möglich vorbereitet. Alle andere ist mal wieder Angstmacherei der AKW-Gegener!
    9 11 Melden
    • Dominik Treier (1) 19.10.2018 11:33
      Highlight Highlight Auch Japan dachte, als Erdbebenlad noch mehr, so gut wie möglich vorbereitet zu sein und vielleicht war man das sogar, nur manchmal ist so gut wie möglich, eben nicht ansatzweise so gut wie nötig wäre... Zumindest die 3 ältesten Kübel in Beznau und Mühleberg gehören abgestellt! Selbst mit neuer Technik wird altes Material beim Reaktor nicht wieder jung...
      10 8 Melden
    • Polybertarian 19.10.2018 14:41
      Highlight Highlight Das Erdbeben hat nichts wichtiges in Fukushima zerstört. Der Tsunami hat das gemacht; die Anlage war schlecht vorbereitet und nicht nachgerüstet. KKW Onagawa liegt sogar näher am Epizentrum des Erdbebens und hat keinen Unfall gehabt... Was zeigt, das es wohl möglich war, der Tsunami zu beherrschen.
      2 4 Melden
  • TheDan 19.10.2018 07:10
    Highlight Highlight Wenn man dem ENSi schon unterstellen möchte dass sie eine Studie gefälscht haben im Namen der bösen "Atomlobby", dann doch bitte mal endlich mit richtigen Argumenten. Wo wurden falsche Annahmen gemacht? Wo wurde zu optimistisch gerechnet?
    Diese grünen und linken Dummschwätzer, die sich dann auch noch Energie-Experten nennen dürfen gehen mir mit solch unqualifizierten pauschalen Aussagen dermassen auf den Senkel! Was gegen den eigenen Glauben verstösst kann halt einfach nicht sein...
    11 3 Melden
  • Midnight 19.10.2018 07:10
    Highlight Highlight Bin zwar weder Erdbeben- noch AKW-Experte, aber das klingt jetzt nicht grad sehr nachvollziehbar.

    Speziell die Strahlendosis in unmittelbarer Nähe tönt irgendwie zu gut um wahr zu sein... 🤷‍♂️
    117 44 Melden
    • ands 19.10.2018 10:51
      Highlight Highlight Das Szenario ist keine Kernschmelze, sondern ein Erdbeben. Die wichtigen Systeme eines AKW sind erbebensicher gebaut. Die geringe zusätzliche Strahlendosis dürfte von Druckablassungen durch Sicherheitsventile kommen.
      8 2 Melden
    • Polybertarian 19.10.2018 14:51
      Highlight Highlight Ist es nicht; schweizer KKWs sind z.B. mit filtrierte Druckentlastung-System ausgerüstet. Diese können über 90% der am schädlichsten Radioisotopen (besonders Jod) beibehalten, was die Dosis viel reduziert.
      0 3 Melden
  • walsi 19.10.2018 06:33
    Highlight Highlight Ich persönlich würde die Gefahr von Fehlmanipulationen des Bedienpersonals wesentlich höher einschätzen. Das war es ja auch was die Katastrophe in Tschernobyl auslöste.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Nuklearkatastrophe_von_Tschernobyl#Ursachen
    3 3 Melden
    • Dominik Treier (1) 19.10.2018 11:36
      Highlight Highlight Das problem ist aber auch, dass das Bedienpersonal ja erst mal wissen muss, was es tun soll. Das wird ihm zwar in der Schweiz sicher beigebracht, ich denke jedoch nicht, dass ihm das etwas nützt wenn die Anzeigen im Reaktor so gut funktionieren, wie in Japan und man keinen blassen schimmer hat worauf und auf welche Bedingungen man zu reagieren hat...
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    • Polybertarian 19.10.2018 14:43
      Highlight Highlight Ein Unfall wie Tschernobyl ist in Reaktortypen die wir in der Schweiz haben nicht möglich. Wenn Sie einen richtigen Beispiel suchen, nehmen Sie Three Mile Island. Das wäre aber in der Schweiz sehr gut beherrschbar.
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    • Dominik Treier (1) 19.10.2018 16:00
      Highlight Highlight Auch in Three Mile Island war der Unfall auf einen Fehler des Bedienpersonals im Zusammenhang mit einer fehlerhaften Anzeige zurückzuführen... Wäre das Problem noch später erkannt worden, was gut möglich gewesen wäre aufgrund der bekannten Unzuverlässigkeiten an den Reaktorfüllstandsanzeigen bei hohem Kühlwasserverlust, hätte auch dort problemlos der ganze Kern schmelzen können, statt nur die Hälfte, womit es sehr warscheindlich zu wesentlich mehr Radioaktivitätsfreisetzung gekommen wäre... Knapp vorbei an der Katastrophe ist wohl kaum sicher und der Reaktor war damals relativ jung...
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Waffenexporte, CO2-Gesetz, Migration – die 7 wichtigsten Geschäfte der Wintersession 

Bald haben die Spekulationen ein Ende: National- und Ständerat entscheiden in der Wintersession, wer die Nachfolge von FDP-Bundesrat Johann Schneider-Ammann und CVP-Bundesrätin Doris Leuthard antritt.

Die Würfel fallen am 5. Dezember, dem Mittwoch der zweiten Sessionswoche. Nach letzten nächtlichen Absprachen tritt die Vereinigte Bundesversammlung um 8 Uhr zusammen. Weil Leuthard das amtsältere Bundesratsmitglied ist, wird ihre Nachfolge zuerst bestimmt.

Wen sie offiziell ins Rennen schicken, …

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