Interview
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Katia Coudray

Katia Coudray, CEO der Asteria Investment Managers – eine unabhängige Vermögensverwaltungstochter, die sich ausschliesslich auf Investitionen mit sozialen und ökologischen Auswirkungen konzentriert.

Interview

«Coronakrise hat gezeigt, dass die Umweltzerstörung nicht Schicksal sein muss»

Die Wirtschaft hat erkannt, dass unsere Gesellschaft ökologisch umgebaut werden muss. Nun müssen auch die Investoren nachziehen, glaubt Katia Coudray von Asteria Investment Managers. Sie denkt dabei auch an die Schweizerische Nationalbank.



In diesen Tagen treffen sich die Zentralbanker zu ihrem jährlichen Meeting in Jackson Hole. Was erwarten Sie?
Die Geldpolitik der Zentralbanken ist nicht mein Kernthema, ich befasse mich mehr mit einzelnen Unternehmen. Generell kann man man feststellen, dass die Zentralbanken angesichts der Coronakrise keine andere Wahl haben, als die Märkte mit ihrer Geldpolitik weiter zu stützen.

Mit ihrer «Free-Money-Politik» ist es den Zentralbanken gelungen, den Schock vom März aufzufangen und die Märkte zu beruhigen. Wird dies auch möglich sein, wenn die viel beschworene zweite Welle eintreffen sollte?
Ich verstehe die Diskussion um diese zweite Welle nicht. Für mein Empfinden befinden wir uns immer noch in der ersten. Der Einfluss dieser Welle zeigt sich ja bereits in den Gewinneinbrüchen der Unternehmen. Dagegen sind auch die Zentralbanken letztlich machtlos.

Die Finanzmärkte wollen dies offensichtlich nicht zur Kenntnis nehmen und befinden sich auf neuen Rekordständen.
Wahrscheinlich müssen wir mit einer Korrektur der Märkte rechnen. Aber, wie erwähnt, das ist nicht mein Thema.

«Gegen die Gewinneinbrüche der Unternehmen sind die Zentralbanken letztlich machtlos.»

Wenden wir uns Ihrem Thema zu, Impact-Investing. Wie unterscheidet es sich von ESG, dem trendigen Label für Umwelt-, Sozial- und Governance-Themen?
Es ist entscheidend, den Unterschied zwischen ESG und Impact-Investing zu verstehen. ESG hat nichts mit nachhaltigem Investieren zu tun. ESG beurteilt bloss das Verhalten der Unternehmen. Sind sie gut zu ihren Mitarbeitern, ihren Lieferanten, etc. Umweltbewusstsein ist nur eines von drei Kriterien. ESG bezieht sich jedoch nicht auf das Business-Modell eines Unternehmens. Deshalb können sogar Erdölkonzerne ein gutes ESG-Rating erhalten.

Was hat man unter Impact-Investing zu verstehen?
Wir suchen und finden Unternehmen, deren Produkte einen direkten Einfluss auf nachhaltige Ziele haben, deren Technologien sich unmittelbar auf die Umwelt auswirken.

Können Sie konkrete Beispiele nennen?
Der Windradhersteller Vestas beispielsweise, oder Tesla.

Sie würden also niemals in ein Unternehmen wie Shell investieren, selbst wenn es ein hohes ESG-Rating hat?
Richtig. Faires Verhalten ist zwar wichtig, es reicht jedoch nicht.

Windraeder sind vor einem farbenpraechtig leuchtenden Morgenhimmel kurz vor Sonnenaufgang zu sehen, am Freitag, 26. Juli 2019, in Mallnow, Deutschland. Auch am Freitag soll es vielerorts in Deutschland hochsommerlich heiss bleiben. Der CDU-Energiepolitiker Koeppen hat staerkere Anstrengungen der Koalition verlangt, damit Anwohner den Bau neuer Windkraftanlagen akzeptieren. (KEYSTONE/DPA/Patrick Pleul)

Beispiel für Impact-Investment: Windräder. Bild: DPA

In welche Unternehmen würden Sie ebenfalls niemals investieren?
Minen aller Art, Hersteller von Dünger und Pestiziden, Palmöl-Produzenten, Verbrennungsmotoren-Hersteller.

Da bleiben nicht allzu viele übrig.
Leider. Weltweit sind rund 5000 liquide Aktien an verschiedenen Börsen kotiert. Bloss etwa 250 davon erfüllen die Kriterien für unser Impact-Investing.

Wenn bloss ein Bruchteil der Unternehmen die Kriterien für Nachhaltigkeit erfüllen, ist das nicht der Beweis, dass der Kapitalismus nicht in der Lage ist, unsere Wirtschaft ökologisch umzubauen?
Allein kann der Kapitalismus tatsächlich unsere Umweltprobleme nicht lösen. Wenn wir diese meines Erachtens dringlichen Probleme in den Griff bekommen wollen, braucht es die Zusammenarbeit aller. Die Menschen müssen ihr Verhalten ändern. Die Finanzmärkte müssen Kapital in grüne Technologien leiten. Es braucht dazu eine globale Bewegung. Zum Glück gibt es Anzeichen, dass diese Bewegung im Begriff ist, Fahrt aufzunehmen. Impact-Investing ist ein Teil davon.

Es gibt auch verschiedene Milliardäre, welche auf Ökologie setzen. Bill Gates, beispielsweise. Was ist davon zu halten?
Ich finde es eine gute Sache. Investitionen sind vor allem zu Beginn in der Regel riskant. Milliardäre können diese Risiken verkraften. Deshalb können sie viele sinnvolle Projekte anstossen. Auch Stiftungen und staatliche Entwicklungsfonds übernehmen diese Rolle. Sie bereiten oft das Terrain für Impact-Investing vor. Entwicklungsprojekte sind wirkungsvoller als direkte Hilfe, obwohl diese manchmal auch nötig ist. Mit diesen Projekten werden in den armen Ländern dringend benötigte Jobs geschaffen.

Bill Gates, Co-Chair of the Bill & Melinda Gates Foundation, speaks during an interview with Chris Wallace of Fox News during the U.S. Chamber of Commerce's Global Initiative on Health and the Economy event in Washington, Tuesday, Dec. 11, 2018. (AP Photo/Carolyn Kaster)

Milliardäre wie Bill Gates können das ökologische Investieren unterstützen. Bild: AP/AP

Welche Rolle spielt der Staat dabei?
Eine entscheidende. Gerade in den Entwicklungsländern ist das politische Risiko für private Investoren viel zu hoch. Es ist jedoch sehr wichtig, dass die privaten Investoren mittels eines sinnvollen Impact-Investing die Arbeit der Entwicklungsfonds weiterführen.

Welche Rolle kann ein ökologisch bewusster Kleininvestor spielen?
Wir legen Fonds auf, an denen Sie sich bereits mit 1000 Franken beteiligen können. Dabei wollen wir nicht nur ihr Gewissen beruhigen, sondern auch ihr Portemonnaie. Unser Ziel ist es, die gleiche Rendite zu erzielen wie der Durchschnitt des Marktes und gleichzeitig einen Impact zu erzielen.

Gibt es noch weitere Möglichkeiten?
Ja, Sie können Druck auf ihre Pensionskasse ausüben und diese in Richtung Impact-Investing schubsen. Und Sie können auch Druck auf die Schweizerische Nationalbank (SNB) ausüben.

Auf die Nationalbank? Die SNB legt doch grossen Wert darauf, unabhängig zu sein.
Sie ist auch eine ganz wichtige Investorin. Derzeit ist die SNB eine der grössten Investoren im Erdölbereich. Warum verwendet sie nicht zumindest einen Teil dieses Geldes für Impact-Lösungen?

Sie glauben, die SNB müsste vermehrt grün investieren?
Oh ja, definitiv. Weltweit ist der Anteil ökologischer Investitionen immer noch viel zu klein.

Die SNB hat sich bereits verpflichtet, ESG-Richtlinien zu befolgen.
Schön, aber ESG hat keine ökologische Wirkung. Die ESG-Richtlinien sind auch nicht dafür geschaffen worden. Mir ist es wichtig, diesen weit verbreiteten Irrtum aufzuklären. Sicherlich könnte die SNB deutlich mehr in Richtung Impact-Investing machen.

A view of the Exxon Mobil refinery in Baytown, Texas, in this file photo taken September 15, 2008.  Exxon Mobil Corp said on Wednesday it would continue to cut spending as long as crude prices remain low, but the world's largest publicly traded oil company added it may look at potential acquisitions in a bid to offset a dip in production.    REUTERS/Jessica Rinaldi/Files

Erdölfirmen wie Exxon profitieren von der Anlagepolitik der Schweizerischen Nationalbank. Bild: X01704

Die SNB will mit ihrer Geldpolitik nicht die konventionelle Politik beeinflussen, lautet der Einwand dagegen.
Aber wenn sie beispielsweise Aktien von Exxon kauft, dann tut sie genau dies. Zudem gilt auch für die SNB: Wenn sie entscheidet, nicht zu entscheiden, dann ist dies ebenfalls eine Entscheidung.

Derzeit gibt es rund 250 Unternehmen, die ihre Kriterien erfüllen. Wird sich diese Zahl massiv erhöhen?
Ich denke schon. Der Trend geht ganz klar in Richtung Ökologie. Denken Sie etwa an den Aufschwung der Elektroautos.

Wird die Coronakrise diesen Trend verstärken oder bremsen?
Die Coronakrise hat auf jeden Fall gezeigt, dass die Umweltzerstörung nicht Schicksal sein muss. Plötzlich gab es wieder Fische in Venedig oder einen smogfreien Himmel über Neu Dehli. Die Menschen werden vielleicht ein bisschen bewusster. Das wird auch einen positiven Einfluss auf das Impact-Investing haben.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Spooky 05.09.2020 22:35
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  • Bruno Meier (1) 05.09.2020 17:56
    Highlight Highlight ... lässt sich relativ einfach so sprechen, wenn man richtig gut Geld verdient und man es nicht einmal spürt, wenn Oekoabgaben erhoben werden. Sicher fliegt man auch ein paar Mal im Jahr in der Gegend herum, aber man kauft dann ja ein CO2 Zertifikat, welches einem dann von den Umwelt-Sünden reinwäscht.
    Aber das funktioniert nicht, im Mittelalter konnte man per Ablasshandel in den Himmel kommen, und die Menschen glauben 500 Jahre später immer noch, man könne sich frei kaufen, oder wie hier nur in "gute Firmen" investieren und möglichst viel Geld dabei verdienen.
    Totaler Verzicht ist nachhaltig
    • rodolofo 06.09.2020 09:49
      Highlight Highlight Natürlich funktioniert das!
      Aber eben erst langfristig, währenddem die heutigen Investments vor allem nach kurzfristigen Renditen gieren und darum ihr Geld in Geschäftsmodelle stecken, die "auf Teufel komm raus" Gewinne steigern, Stellen streichen und die Schäden auf die Allgemeinheit und auf die Natur abwälzen, die zunehmend verwahrlosen und verwüsten.
      Dieses "Shareholder Value"-Denken ist das grosse Pendant zum kleinen "Geiz ist geil!"-Schnäppchenjäger-Profiteur, der mit seinem Auto über weite Strecken nach Konstanz hin und am gleichen Tag wieder zurück fährt, um dort billig einzukaufen...
  • landre 05.09.2020 15:11
    Highlight Highlight Ist es eine Schandtat wenn man dieses Interview als teilweise fast schwindlig esoterisch (oder exoterisch) geprägt einordnet?

    (Was natürlich nichts daran ändert dass es durchaus begrüssenwert ist falls auch "Nationalbanken" "vermehrt", bzw nicht nur "mehr" sondern auch "variierter", in neue Forschungsgebiete(!) investieren würde.)
  • murrayB 05.09.2020 14:39
    Highlight Highlight Die Nationalbank muss das ganze Volk vertreten... Daher wäre ein Anteil grüner Investments gemäss dem Anteil grüner Wähler sinnvoll... Alles was mehr wäre, ist eine nicht sachgemässe bevorzugung...
    • K1aerer 05.09.2020 19:19
      Highlight Highlight Die Nationalbank ist keine demokratische Institution, die sich für politische Saxhen einspannen lässt. Sie ist unabhängig und hat alleinig den verfassungsmässigen Auftrag, die Währung stabil zu behalten.
  • GetReal 05.09.2020 13:35
    Highlight Highlight Ich bin erschüttert über das mangelnde staatspolitische Verständnis. Die Aufgabe der Nationalbank ist nicht, zu investieren (und schon gar nicht, Gewinne zu erwirtschaften), sondern für Preisstabilität zu sorgen.
    • Knacker 05.09.2020 15:10
      Highlight Highlight Die rund 1000 Mitarbeiter der SNB müssen irgendwie bezahlt werden und andere Kosten auch. Wäre Ihnen lieber dies würde mit Steuergeldern passieren anstatt von der SNB selbsterwirtschafteten Gewinnen?
    • Pafeld 05.09.2020 18:55
      Highlight Highlight Die SNB sorgt für Preisstabilität indem:
      A: Sie Hühnerherzen bei Vollmond im Wald vergräbt.
      B: Jeden Tag "Marcel Ospel, der du bist im Fegefeuer" singt.
      C: Sie sich mit gezielten Investitionen an den internationalen Finanzmärkten beteiligt.

      Im Übrigen: das die SNB kein Gewinn für politische Zwecke erwirtschaften darf, fusst mehr auf der ideologischen Überzeugung der neoliberalen Marktprediger, die ungerne Konkurenten mit grossen finanziellen Mitteln an der Börse sehen, als auf tatsächlichen Fakten. Zum Glück bröckelt dieser Aberglaube endlich.
  • Ökonometriker 05.09.2020 13:08
    Highlight Highlight Müsste der Artikel nicht als Werbung markiert sein?

    Abgesehen davon: die SNB investiert neutral am Markt. D.h. sie wählt die Aktien gem. ihrem Anteil am Markt der jeweiligen Länder.

    Wenn die SNB anfängt Politik zu machen und wenn die Politik anfängt Währungen zu manipulieren, ist die Stabilität unseres Wirtschaftssystems stark gefährdet.

    Es gibt durchaus namhafte Ökonomen die argumentieren, dass der Staat die Entwicklung strategischer Technologien fördern soll. China und Deutschland tun dies beispielsweise relativ erfolgreich. Aber auch dort ist es nicht die EZB oder die PBOC.
    • Pafeld 05.09.2020 19:17
      Highlight Highlight Man muss nicht darüber diskutieren, dass bei ein-bis-zweistelligen Zinssätzen auf Staatsanleihen eine Entschuldung über die Notenbankpresse in eine Katastrophe führt. Warum wir aber in einer Situation mit Negativzinsen wie gerade jetzt nicht die Notenpresse anwerfen, um Bund, Kantone und Gemeinden zu entschulden (natürlich unter Aufrechterhaltung der Schuldenbremse!), ist mit rationalen Argumenten nicht erklärbar. Und im Prinzip machen wir mit Negativzinsen sogar genau das, wenn auch nicht ansatzweise so effizient. Hoffentlich ist endlich Schluss mit dieser ökonometrischer Esoterik.
    • Ökonometriker 05.09.2020 21:49
      Highlight Highlight @Pafeld: dank den Negativzinsen tun wir genau dies. Nicht Esoterik - sondern Mathematik zeigt, dass wir so jedes Jahr nominal 3, real ca. 5 Mia. Schulden abbauen.
    • Pafeld 05.09.2020 22:37
      Highlight Highlight @Ökonometriker
      Jein. Die Negativzinsen sind derzeit im Haushalt als Einnahmen eingeplant. Sprich, sie dienen nicht nur der Entschuldung, sondern werden gezielt für Staatsausgaben gebraucht. Mein Vorschlag, dass die SNB Bund, Kantone und Gemeinden jährlich mit geschöpftem Geld für den Schuldenabbau versorgt und welches nicht für den Haushalt verwendet werden darf, ist dagegen noch deutlich moderater.
  • namib 05.09.2020 13:02
    Highlight Highlight Das Interview zeigt sehr schön, wie kurzsichtig die meisten Investoren mit diesem Thema umgehen: Für die Energietransformation und Elektromobilität braucht die Welt Kupfer (wo Elektrizität ist, ist auch Kupfer), Nickel (Li-Ion Akkus), Neodym (Permanentmagnete zB in Windrädern von Vestas) etc. Nicht in Minen zu investieren ist deshalb falsch! Bei Kohle (CO2 Belastung) wäre sanfter Druck zur Transformation besser, als einfach die Finanzierung zu kappen. Gerade ärmere Regionen sind von Kohlestrom abhängig (Investitionsstop = teurere Kohle = teurerer Strom...fair?). Gut/böse ist nicht so einfach.
  • Der Rückbauer 05.09.2020 12:47
    Highlight Highlight Tja, und wer sagt letztlich, was eine sozial verträgliche, ethische und ökologische Investition ist? Sind das die paar Multi-Multi-Multi-Milliardäre? Sind das Leute wie Frau Coudray, welche ein paar Milliönchen nachhaltig verwaltet? Sind das die Bankökonomen? Sind das die Oekologen? Oder ist das der Dorfpfarrer?
    For a better world? Neenee, naiv, der Kapitalismus hat letztlich nur ein Ziel: Kohle machen! Ob die Welt nun draufgeht oder nicht, ist egal. - Da stossen wir auf unüberwindbare Schwierigkeiten zwischen Oekonomie und Oekologie.
  • inferis 05.09.2020 12:45
    Highlight Highlight ein vielschichtiges thema, bei dem auch der konsum eine grosse rolle spielt, und dass ökologische alternativen meistens eher teurer sind. ergo sind primärrohstoffe wohl einfach noch zu günstig erhältlich.. hier - und auch bei anderen umweltthemen sollte der staat eingreifen - aber dies auch subsidiär & dort, wo die grösseren hebel sind (nicht mit plastiksäckli oder pfand, sondern bei take-away-, convenience-verpackungen, reifenabrieb, textilien, zigaretten, treibstoffe, fleisch) - die industrie muss manchmal in die richtige richtung gestossen werden. es gäbe faire und bezahlbare lösungen.
  • chrissy_dieb 05.09.2020 12:20
    Highlight Highlight Im Artikel schwirren Aussagen, die so falsch sind, dass nicht Mal das Gegenteil zutrifft:

    1 Kapitalismus gleichsetzen mit kotierten Unternehmen. Sie können auch in Wertpapiere investieren, die nicht an der Börse gehandelt werden

    2 Minenhysterie: Glauben Sie mir, Sie bauen keine Batterien oder Turbinen ohne bestimmte seltene Erden oder Alkalisalze

    3. Die SNB als Investorin darzustellen. Zentralbanken akzeptieren Wertschriften als Sicherheiten. Aber sie investieren nicht in Geschäftsmodelle

    4. Behüte uns, dass sowohl Privatanleger, die SNB und die Pensionskassen nur noch 250 Aktien halte
    • FrancoL 05.09.2020 12:31
      Highlight Highlight 3, nicht ganz richtig; man kann auch bei den Sicherheiten gewisse Papiere bevorzugen, ohne dass man ein Geschäftsmodell eingeht.

      4, Das Umkehren geht auch und ist nicht unbedingt falsch.
    • Ueli der Knecht 05.09.2020 12:36
      Highlight Highlight "Die SNB als Investorin darzustellen."

      Die SNB hält Aktien und Unternehmensanleihen von (umgerechnet) um die 400 Milliarden Franken.

      In diesem Sinne ist sie nicht nur eine Investorin, sondern sogar eine der grössten Investoren auf ausländischen Börsenplätzen.

      Die SNB sollte im Grunde genommen gar keine Aktien halten. Die Aktionärsrechte (das A und O einer Aktiengesellschaft) lässt sie auch einfach nur vergammeln. Das ist gegen jedes Verständnis von Aktien und hölt deren Sinn aus.
    • chrissy_dieb 05.09.2020 12:42
      Highlight Highlight @francoL

      3. Ja, da haben Sie recht - Im Artikel aber steht:
      „Sie glauben, die SNB müsste vermehrt grün investieren?
      Oh ja, definitiv.“
      Was so falsch ist. Die SNB investiert nicht in Geschäftsmodelle, sondern kauft Wertschriften/nimmt sie als Sicherheit um die Geldmenge zu steuern.

      4. Ich verstehe leider nicht, was Sie meinen mit „umkehren“. Tatsache ist, dass es die anderen Geschäftszweige braucht (eben teils Minen - ich sage nicht, dass man die nicht besser regulieren könnte). Wenn wir aber nur brav in Tesla investieren, nicht in die Minen, gehts nicht auf und wir kreeieren eine Blase.
    Weitere Antworten anzeigen
  • du_bist_du 05.09.2020 12:18
    Highlight Highlight Eine gute Sache. Aber von meiner Pensionskasse und von meiner Nationalbank, erwarte ich eigentlich, dass sie die Investitionen so tätigen, dass sie ihre Arbeit, zu Gunsten des Volkes, bestmöglich verrichten können.

    Wenn das umweltfreundlich geht ist das zu fördern. Aber die oben gennanten Kriterien als wichtigster Faktor zu deklarieren wäre bei diesen beiden Institutionen vielleicht leicht fahrlässig. Oder übersehe ich was?
    • Nocciolo 05.09.2020 15:56
      Highlight Highlight Welche Zukunft gibt es für dieses Volk, wenn die Erde sich um 6°C erwärmt? Richtig: keine.
  • Der Kritiker 05.09.2020 12:10
    Highlight Highlight nicht nur das. die SNB muss, wenn sie schon solche exposures eingeht, diese investments auch strategisch zum nutzen der schweizer wirtschaft tätigen. jetzt geht bestimmt ein aufschrei los, aber die sicherung von lieferketten ist von eminente bedeutung für den werkplatz schweiz.
  • Denk nach 05.09.2020 12:10
    Highlight Highlight "Ja, Sie können Druck auf ihre Pensionskasse ausüben und diese in Richtung Impact-Investing schubsen."

    Alle in eine Branche investieren und nur 250 mögliche investments? Die nächste Blase lässt dann Grüssen, lieber nicht!
    • FrancoL 05.09.2020 12:32
      Highlight Highlight Naja, ist es nicht so, dass wir in der Vergangenheit auch etwas sehr einseitig investiert haben?
    • De-Saint-Ex 05.09.2020 12:54
      Highlight Highlight Nicht begriffen, dass nur durch Investitionen es mehr wie die 250 werden können?
    • FrancoL 05.09.2020 13:04
      Highlight Highlight @Nate Smith; Alles richtig. Was es aber zu bedenken gibt ist die Tatsache, dass auch beim Bauen die Nachhaltigkeit besser geschützt sein sollte und das würde dann schon den Spreu vom Weizen trennen.
  • DemonCore 05.09.2020 12:03
    Highlight Highlight Nein. Die Aufgabe der Nationalbank ist die Gewährleistung von Preisstabilität und Liquidität für die Schweizer Wirtschaft.
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 05.09.2020 11:58
    Highlight Highlight In Tesla und Windraeder investieren aber nicht in Mienen. Oke und von wo kommt das im Tesla und den Windraedern verbaute Material?
    • raues Endoplasmatisches Retikulum 05.09.2020 12:03
      Highlight Highlight Ah und um noch die ueblichen Kommentar vorwegzunehmen, dass ist nicht als Kritik an Tesla zu verstehen, wie sie ihr auch gerne geaussert wird.
      Bekenne mich eines massiven positive Musk Baias schuldig.
    • FrancoL 05.09.2020 12:36
      Highlight Highlight es geht weniger um KEINE Investitionen in Minen, sondern um einen Weg zu gehen die Minen nicht in den Vordergrund zu stellen, also eine Wiederverwendung zu fördern, dort wo es Sinn macht.
      Wenn aber der Neuabbau billiger ist als die Wiederverwendung und dies so Schule macht, wird die Nachhaltigkeit torpediert.
      Also Abbau in Minen mit Augenmass und fördern der Wiederverwendung. Auch hier; wenn der Preis bestimmt steht die Nachhaltigkeit hinten an.
  • Ueli der Knecht 05.09.2020 11:50
    Highlight Highlight Die Nationalbank ist eine der grössten Player auf ausländischen Aktienmärkten. Sie besitzt zB. mehr Facebook-Aktien als Mark Zuckerberg himself.

    Aber die mit den Aktien verbundenen Rechte, insbesondere die Mitwirkung- und Stimmrechte, lässt die Nationalbank einfach vergammeln. Das ist anti-demokratisch. Einer schweizer Nationalbank nicht würdig.

    Die Nationalbank sollte überhaupt nicht in Aktien oder Unternehmensanleihen investieren. Schon da zeigt sich der Konzept-Fehler des derzeitigen Währungssystems. Die Nationalbank dürfte sich nicht in Wirtschaft und Politik einmischen.
    • Knacker 05.09.2020 15:21
      Highlight Highlight Ein Stimmrecht ist keine Stimmpflicht. Stimmenthaltung ist überhaupt nicht antidemokratisch sondern Bestandteil einer demokratischen Ordnung.
    • FrancoL 05.09.2020 22:45
      Highlight Highlight @knacker, ein Recht derart zu bernachlässigen ist grundsätzlich falsch und damit undemokratisch und dient nicht der Sache.
    • Ueli der Knecht 06.09.2020 00:45
      Highlight Highlight Knacker: Es ist stossend, wenn die Strafbehörden Milliardenbussen gegen Google, Apple, Microsoft usw. verhängen, wegen unzähligen Wettbewerbs- und Datenschutz-Verstössen, und wir aber über die Nationalbank Mitbesitzer dieser kriminellen Firmen sind, und also mitverantwortlich(!) für kriminelles Treiben, dem wir einfach STILLSCHWEIGEND zuschauen.

      Stimmenthaltung ist in diesem Falle antidemokratisch. Die kriminellen Firmen gehören uns teilweis, aber wir halten sie nicht von ihrem kriminellen Handeln ab. Auf Dauern zersetzen diese Firmen unser Staatswesen. Das ist antidemokratische Profitgier.
  • ikbcse 05.09.2020 11:49
    Highlight Highlight Die Schweizer Nationalbank sollte vor allem eins sein und bleiben: unabhängig.

Vergiftete Böden und Kinderarbeit – was sich Schweizer Firmen im Ausland alles erlauben

Am 29. November stimmt die Schweiz über die Konzern-Initiative ab. Sie soll Schweizer Unternehmen bei Rechtsverstössen im Ausland stärker haftbar machen. Höchste Zeit also, um sich ein paar Beispiele von bis jetzt ungeahndeten Menschenrechts- und Umweltvergehen anzusehen.

Nach der Abstimmung ist vor der Abstimmung: Bereits am 29. November kann das Schweizer Stimmvolk erneut wählen gehen. Zum Beispiel über die Konzernverantwortungsintiative. Diese fordert, dass globale Konzerne mit Sitz in der Schweiz einem zwingenden Regelwerk unterstellt sind, wenn es um die Beachtung von Menschenrechten und Umweltschutz bei ihren weltweiten Tätigkeiten geht.

Oder einfach gesagt: Schweizer Unternehmen und ihre Tochterfirmen könnten für ihre Tätigkeiten im Ausland rechtlich …

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