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Auch Monate nach überstandener Krankheit kämpfen Coronapatienten mit den Langzeitfolgen. bild: shutterstock

«Deutliches Warnsignal»: Lunge vier Monate nach Coronainfektion noch geschädigt

Schweizer Forschende haben erstmals festgestellt, dass eine schwere Coronaerkrankung die Lunge auch nach mehreren Monaten noch deutlich beeinträchtigt.



Immer mehr Studien weisen auf die Spätfolgen einer Coronavirus-Infektion hin. Die im Rahmen der «Swiss national Covid-19 lung study» erhobenen Daten an neun Schweizer Spitälern zeigen nun, dass das Virus auch noch Monate nach der akuten Infektion seine Spuren in der Lunge hinterlässt.

Die Forschenden um die Pneumologin und Internistin Manuela Funke-Chambour vom Inselspital Bern werteten die Daten von 113 Patientinnen und Patienten aus. Von diesen wiesen 66 einen schweren bis kritischen Krankheitsverlauf auf, 47 einen milden bis mässig schweren, wie das Inselspital am Donnerstag mitteilte.

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Nicht nur Risikopersonen unter Betroffenen

Während sich die zweite Gruppe mit der Zeit fast vollständig erholt hatte, war die erste Gruppe mit schweren Verläufen immer noch nicht richtig zurück auf den Beinen. Diese Studienteilnehmer wiesen auch nach vier Monaten im Vergleich zu gesunden Menschen noch eine verminderte Sauerstoffaufnahme von mindestens einem Fünftel auf. «Es ist wichtig, dass das Leiden dieser Menschen auch nach abgeklungener Infektion ernst genommen wird», sagte Funke-Chambour im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Die meisten der besonders betroffenen Patienten gehörten zu einer Risikogruppe: Ältere Menschen, Übergewichtige oder Menschen mit Bluthochdruck. «Das unterstreicht die Wichtigkeit, Prävention in diesen Risikogruppen zu fördern, wie zum Beispiel das Impfen», sagte Funke-Chambour. Doch es hätte auch schwere Fälle mit langwierigen Verläufen unter den Patienten gehabt, die nicht zu einer Risikogruppe gehörten.

Anhaltende Müdigkeit

Ebenso berichteten viele Patienten von anhaltender Müdigkeit. Dieses Symptom sei jedoch nicht ausschliesslich mit Lungenschäden zu erklären, sondern könne auch eine neurologische Langzeitfolge sein, so die Pneumologin.

Gleichzeitig werteten die Forschenden die Computertomographie-Aufnahmen der Lungen aus. Diese deuteten bei einigen Patienten auf narbige Veränderungen hin. Nach schweren Verläufen fand die Forschungsgruppe zudem häufig Hinweise auf gefangene Luft in den Luftbläschen der Lunge. Das weise darauf hin, dass die kleinsten Bronchien von den Schäden betroffen sein könnten, sagte Funke-Chambour. Diese Hypothese müsse jedoch noch weiter untersucht werden.

Prognose: Grosse gesundheitliche Herausforderung

Ebenfalls noch unklar ist, ob sich die Lungen dieser Patienten wieder vollständig erholen werden, oder ob die Schäden langfristig bestehen bleiben. Um dies zu bestimmen, wollen die Forschenden die Patienten mit anhaltenden Beschwerden oder Lungenschäden über ein Jahr im Rahmen der Studie beobachten.

Wichtig sei, die Langzeiteffekte einer Corona-Infektion besser zu verstehen, um sinnvolle Behandlungsstrategien festlegen zu können, so Funke-Chambour. Über eines ist sich die Berner Ärztin bereits jetzt sicher: «Mit den momentan hohen Fallzahlen und der steigenden Anzahl von Langzeit-Patienten kommt eine grosse Herausforderung für die Versorgung dieser Patienten auf uns zu.» (sda)

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