Timmy schwimmt in die Barge – so geht es jetzt weiter
Wenn es nach der privaten Initiative geht, die versucht den vor Poel liegenden Buckelwal dort wegzubewegen, soll heute ein entscheidender Tag sein. Läuft alles nach Plan, soll der schätzungsweise zwölf Tonnen schwere Meeressäuger nach vier Wochen in einem flachen Seitenarm der Wismarer Bucht seine Reise Richtung Nordsee antreten – lebend, samt Wasser an Bord eines Lastkahns mit dem normalerweise zum Beispiel Schiffe transportiert werden.
Auf Livestreams im Internet war am Morgen zu sehen, dass der Wal kleine Fontänen ausstösst und atmet. Kurz nach 14.30 Uhr schwamm Timmy los und schwamm in die Barge. So soll es jetzt weitergehen:
Die Aktion live
Am Morgen befanden sich mehrere Mitglieder des Rettungsteams bei Timmy und brachten die Schläuche an, mit denen der Wal gezogen werden sollte. Auf diese Art gelang es den Helfern, den Wal um 180 Grad zu drehen. Kurz nach 14.30 Uhr schwamm Timmy dann plötzlich los und bewegte sich in Richtung Barge. In diese muss er rein, danach wird er abtransportiert.
«Bis Sonnenuntergang muss es gelingen, den Wal auf der Barge zu haben», sagte Umweltminister Till Backhaus am Dienstagmorgen vor den versammelten Medien. Das ist dem Team nun gelungen, der kniffelige Teil des Planes sei damit abgeschlossen.
So geht es weiter
Der absenkbare Lastkahn, der den Wal aufnehmen soll, war eigens aus der Elbe kommend durch den Nord-Ostsee-Kanal geholt worden. Nach früheren Angaben der Initiative soll ein Schiff die Barge samt Wal in Richtung Skagen zum Eingang der Nordsee bringen. Dafür waren demnach etwa dreieinhalb Tage eingeplant.
Kritik nimmt zu
Wal-Expertinnen und Experten raten seit Längerem von weiteren Rettungsaktionen rund um Timmy ab. So sagte Wal-Experte Fabian Ritter bereits vor einer Woche, dass die Menschen vor Ort die Finger vom Wal lassen sollten. «Der Fakt ist, dass er sich zum fünften Mal eine solche Position aussucht. Das macht er bewusst.» So bleibe er an der Oberfläche und könne weiter atmen.
Am Montag meldete sich auch die Stiftung Deutsches Meeresmuseum mit einer Stellungnahme:
Die Stiftung rät von einem erneuten Rettungsversuch ab. Niemand wisse, wie der Wal auf den Versuch reagieren wird – und die Erfolgsaussichten seien gering. Diese Haltung wird von diversen renommierten Wal-Forschungszentren geteilt. Spannend wird nun, wie sich Timmy nach seiner Ankunft in der Nordsee verhält.
