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Solche Bilder werden wir wohl noch länger nicht zu Gesicht bekommen: Fans des SC Bern.
Solche Bilder werden wir wohl noch länger nicht zu Gesicht bekommen: Fans des SC Bern.Bild: keystone
Eismeister Zaugg

Beginnt am 1. Oktober nur die Meisterschaft der Swiss League?

Gut möglich, dass am 1. Oktober nur die Meisterschaft der Swiss League beginnt und die der National League den Meisterschaftsstart erneut verschiebt. So oder so probt die zweithöchste Liga den Aufstand.
27.08.2020, 18:3828.08.2020, 06:25

Jedes Mal erhoffen sich die Klubmanager vom Bundesrat Planungssicherheit und jedes Mal wird bloss das Chaos grösser. Bereits zeichnet sich ab, dass die bundesrätlichen Verordnungen über Grossveranstaltungen am nächsten Mittwoch keine Klärung bringen. Die Bewilligungshoheit wird weiterhin bei den Kantonen bleiben. Das programmierte Chaos.

Kein Wunder, dass eine weitere Verschiebung des Meisterschaftsstartes zum Thema wird. Vorerst ist der Beginn der Meisterschaft vom 18. September auf den 1. Oktober verschoben worden. Weil erst ab dem 1. Oktober mehr als 1000 Zuschauer möglich sind. Nun zeichnet sich eine weitere Verschiebung ab. Weil auch die zu erwartenden neuen Bedingungen – 50 Prozent Ausnützung der Stadionkapazitäten – finanziell für die Klubs nicht tragbar sind. Zumal eine Entlastung der Lohnkosten durch die Kurzarbeitsregelung nicht mehr möglich ist, wenn der Trainings- und Spielbetrieb wieder aufgenommen wird. Letzter möglicher Beginn der Meisterschaft ist der 1. Januar 2021.

Für die Swiss League – die zweithöchste Liga – ist es hingegen möglich, mit halber Stadionkapazität zu fahren. Kloten und Olten werden zwar murren. Aber für die übrigen Klubs reichen halbvolle Stadien. Deshalb will die Swiss League auch dann am 1. Oktober starten, wenn die National League den Saisonbeginn noch einmal verschieben sollte. «Wir hätten dann die ganze Aufmerksamkeit des Publikums und die gesamte TV-Präsenz des Hockeys für uns» sagt Langenthals Präsident Gian Kämpf. Und Liga-Geschäftsführer Denis Vaucher bestätigt auf Anfrage: «Dass die Swiss League die Saison am 1. Oktober beginnt und die National League noch nicht spielt, ist durchaus möglich.»

Liga-Boss Denis Vaucher hat kein Problem damit, die Swiss League nicht zeitgleich mit der National League starten zu lassen.
Liga-Boss Denis Vaucher hat kein Problem damit, die Swiss League nicht zeitgleich mit der National League starten zu lassen.Bild: KEYSTONE

Die Swiss League wird also kecker – und plant so oder so die Revolution. Bis und mit dieser Saison bleiben die Strukturen noch so, wie sie seit gefühlten ewigen Zeiten sind: die Swiss League fügt sich allem, was die Bosse der Klubs der höchsten Spielklasse anordnen. Sie können gar nicht anders. Weil die Klubs der National League bei der Liga-Versammlung immer eine Mehrheit haben. Zwar haben alle 12 Klubs der National League und der Swiss League je eine Stimme. Aber die drei Farmteams (Zug Academy, GCK Lions, Ticino Rockets) stimmen stets mit ihrem Mutterhaus und sichern der höchsten Liga die Mehrheit.

Die Saison 2020/21 der Swiss League wird die letzte unter der Bevormundung der National League. Morgen Freitag treffen sich die Präsidenten der Swiss League-Klubs, um die Eigenständigkeit aufzugleisen. Die zweithöchste Liga wird ab der Saison 2021/22 analog der National League auch eine eigenständige Aktiengesellschaft und bestimmt ihr Schicksal selbst.

Brisant dabei: die drei Farmteams (Zug Academy, GCK Lions, Ticino Rockets) sind zu dieser konstituierenden Sitzung morgen Freitag nicht eingeladen worden. Was vor allem bei den Mutterhäusern in Zürich und Zug zu Verärgerung geführt hat. Aber eine Emanzipation von der höchsten Liga ist eben nur möglich, wenn die Farmteams nicht dabei sind, die gänzlich andere finanzielle und sportliche Voraussetzungen wie die übrigen 9 Klubs haben und sozusagen «Fremdkörper» sind. Langenthals Präsident Gian Kämpf, der Wortführer der Rebellen sagt: «Es wird den Farmteams freigestellt sein, ob sie sich dann weiterhin an unserer Meisterschaft beteiligen wollen. Aber wir sagen, unter welchen Bedingungen.»

Die neue Selbständigkeit der zweithöchsten Liga bringt einige Vorteile:

  • Sie kann selbst bestimmen, wer sich an der Meisterschaft beteiligen darf. Konkret kann sie ambitionierte Teams aus der «MySports League» wie beispielsweise Basel oder Martigny bereits im Sommer 2021 aufnehmen.
  • Sie kann den Modus und die Spieltage selbst bestimmen.
  • Möglich ist sogar die Aufnahme von grenznahen ausländischen Teams.
  • Die Auf- und Abstiegsmodalitäten werden nicht mehr von der National League diktiert (wie bisher). Sie können nun mit der National League verhandelt werden. Die für diese Saison beschlossene Auf/Abstiegsregelung wird nicht tangiert. Wegen der Krise ist der Abstieg im Frühjahr 2021 ausgesetzt worden. Niemand steigt aus der National League ab und der Sieger der Swiss League darf direkt aufsteigen, wenn er die finanziellen, infrastrukturellen und sportlichen Kriterien für die höchste Liga erfüllt. Es ist also möglich, dass die National League dann in der Saison 2021/22 13 Teams umfassen wird.
  • Die National League und die Swiss League können gemeinsam die zentralen Dienstleistungen (Spielpläne erstellen, Rechtswesen, Schiedsrichter) betreiben und finanzieren.

Auf eigenen Füssen zu stehen ist für die bisherigen Waisenkinder unseres Profihockey allerdings eine wirtschaftliche Herausforderung. Die Swiss League bekommt heute aus der zentralen Vermarktung und dem Verkauf der TV-Rechte jährlich gut vier Millionen. Macht sie sich selbständig, dann kann sie die TV-Rechte und die zentrale Vermarktung (Mittelkreis, Topskorer) auf eigene Rechnung machen.

Ueli Schwarz, damaliger Direktor Leistungssport des Swiss Ice Hockey-Verbandes.
Ueli Schwarz, damaliger Direktor Leistungssport des Swiss Ice Hockey-Verbandes.Bild: KEYSTONE

Begleitet wird der Gang in die Selbständigkeit übrigens von Ueli Schwarz, der ausser schwarz schneien in unserem Eishockey schon alles gemacht hat (Trainer, Manager, Sportchef, Ligadirektor, Verbands-Sportdirektor, TV-Kommentator, Berater) und zurzeit beim EHC Biel im Verwaltungsrat sitzt. Denkbar, dass er Geschäftsführer der neuen, selbständigen Swiss League wird – aber dann müsste er das Mandat in Biel natürlich aufgeben.

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