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Zensurvorwürfe

Universität Zürich schaltet Pornofilter aus



porno kanada shutterstock.com

Seit dem 24. Februar setzt die Universität Zürich einen Filter ein, der die Nutzung pornografischer Websites sperrt. Dies hat zu heftiger Kritik geführt, nicht zuletzt, weil der Filter sehr rigoros arbeitet. Mittlerweile hat die Uni reagiert. Am Montag hat IT-Chef Pascal Bachmann im Auftrag der Uni-Prorektorin Andrea Schenker-Wicki ein E-Mail an die EDV-Koordinatoren geschickt und angekündigt, dass der Filter in den Instituten, die nicht öffentlich sind, wieder deaktiviert wird, wie die «NZZ» berichtet.  

Zuvor hatte der Chaos Computer Club (CCC) den Filter – man vermutet dass das Programm «FortiGuard» eingesetzt werde – heftig kritisiert. In einer Erklärung schreibt der CCC: «Diese Müllsoftware erlaubt noch so manches mehr zu zensieren, so in etwa: Politisch ‹extreme› Seiten, oder auch ‹Alternative Beliefs›. Dass die UZH ein Unternehmen, das solche Produkte herstellt, finanziell stützt, ist ein Skandal für sich.» In einem Test von 500 vermeintlich pornografischen Seiten zeigten nur etwa die Hälfte Erotikinhalte, wie Kritiker Hernani Marques vom Chaos Computer Club (CCC) Zürich bemängelte.

Kritiker wollen keine Filter

Am 25. März soll entschieden werden, wie künftig mit dem Filter verfahren wird. Dann findet unter der erweiterten Uni-Leitung eine grundsätzliche Diskussion zur Güterabwägung zwischen unbeschränktem Internetzugang und Schutz vor sexueller Belästigung durch öffentlichen Pornografiekonsum am Arbeits- und Studienplatz statt.

Bis dahin bleibe der Filter aber in Bibliotheken und allen öffentlichen Bereichen der Universität vorerst aktiv, wie Sprecher Beat Müller gegenüber der «NZZ» ergänzte. (oku)

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