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WM: Ehemalige Kolonialmächte profitieren von einem grösseren Talentpool

FUSSBALL WM 2018 FINALE ------- Frankreich - Kroatien 15.07.2018 Kylian Mbappe (Frankreich) kuesst den WM Pokal *** FIFA World Cup 2018 FINALE France Croatia 15 07 2018 Kylian Mbappe France kisses the ...
Ohne Kolonialgeschichte wäre Frankreichs WM-Kader halb so gross.Bild: imago sportfotodienst

Frankreichs WM-Vorteil – was der Kader dem Kolonialerbe verdankt

Historische Kolonialverbindungen beeinflussen einer neuen Studie zufolge bis heute die Erfolgschancen im internationalen Fussball. Ehemalige Kolonialmächte profitieren demnach von einem grösseren Talentpool.
11.06.2026, 13:0011.06.2026, 13:00

Dies geschehe zulasten ehemaliger Kolonien, die häufig nicht dieselben Karriere- und Einkommensmöglichkeiten bieten könnten, teilte die Universität Zürich (UZH) am Mittwoch mit.

Für die Untersuchung simulierte das Forschungsteam der UZH und der Universität Konstanz die Fussball-Weltmeisterschaft 2026 knapp 1500 Mal mithilfe des Videospiels «Football Manager 2026».

Analysiert wurden dabei 49 Nationalspieler, die familiäre Wurzeln in ehemaligen Kolonien haben, heute aber für die Nationalteams von England, Frankreich, Portugal, Spanien, Belgien oder den Niederlanden auflaufen.

Die Wissenschaftler verglichen drei Szenarien: Die Spieler treten wie bisher für ihre aktuellen Nationalmannschaften an, sie werden aus den Kadern entfernt oder sie spielen für die Herkunftsländer ihrer Familien. Anschliessend untersuchten die Forschenden die Auswirkungen auf den Verlauf des Turniers.

Den Ergebnissen zufolge würden viele ehemals kolonisierte Staaten deutlich erfolgreicher abschneiden, wenn diese Spieler für die Herkunftsländer ihrer Familien antreten würden. So würde etwa Nigeria in rund vier Prozent der Simulationen den WM-Titel gewinnen. Auch Suriname würde seine Erfolgschancen erheblich steigern.

epa12656311 Players of Nigeria pose for a team photo ahead of the CAF Africa Cup of Nations 2025 3rd place match between Egypt and Nigeria in Casablanca, Morocco, 17 January 2026. EPA/JALAL MORCHIDI 1 ...
Mit allen Spielern: Nigeria würde in vier Prozent der Simulationen die WM gewinnen.Bild: keystone

Besonders Frankreich profitiert

Gleichzeitig würden die Aussichten mehrerer europäischer Spitzenteams sinken. Besonders deutlich zeigt sich der Effekt laut Studie bei Frankreich. Unter den aktuellen Bedingungen gewann die französische Nationalmannschaft 34,5 Prozent der simulierten Weltmeisterschaften. Würden Spieler mit familiären Wurzeln in ehemaligen Kolonien stattdessen für deren Herkunftsländer auflaufen, würde sich diese Wahrscheinlichkeit nahezu halbieren.

Auch andere Nationen könnten von den Verschiebungen profitieren. Die Studie ist derzeit als Vorabveröffentlichung auf dem Open-Access-Server Open Science Framework verfügbar und wurde noch nicht in einem Fachjournal veröffentlicht. (car/sda)

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Rikki-Tiki-Tavi
11.06.2026 13:16registriert April 2020
Interessante Spielerei. Die Frage bleibt offen, ob der talentierte Profi, in seinem Ursprungsland ebenfalls zum talentierten Profi / Superstar herangewachsen wäre, mit den genau gleichen Skills, die ihn heute auszeichnen. Da gibt es wohl etliche Interdependenzen zwischen der Person an sich und dem Umfeld, in dem sie zum Profisportler herangeführt wird.
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