Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Timeline Gerigate – was bisher geschah

Sie haben im #gerigate den Überblick verloren? Die ganze Geschichte für Sie chronologisch geordnet



Schicke uns deinen Input
Kian
16. Januar 2010: Geri Müller von der Hamas in Gaza empfangen
Der israelkritische Nationalrat Geri Müller besucht zusammen mit zwei Ratskollegen aus der Schweiz sowie weiteren Parlamentariern aus Europa den Gazastreifen. Bei dieser Gelegenheit trifft er auch mit Hamas-Führer Ismail Haniyya zusammen.


Dezember 2011: Überwachung beginnt
Eine regierungsnahe israelische Organisation engagiert einen Privatdetektiv, der Müller überwachen und insbesondere seine Kontakte zu Palästina und Palästinensern ausspionieren soll. Dies macht die «SonntagsZeitung» am Tag der Wahl Müllers zum Stadtammann von Baden publik (3. März 2013, siehe unten).
Januar 2012: Die Hamas im Bundeshaus
Geri Müller empfängt in seiner Funktion als Parlamentarier drei Vertreter der Hamas im Bundeshaus, die auf Einladung der Interparlamentarischen Union (IPU) in der Schweiz weilen. Jüdische Organisationen in der Schweiz sowie die israelische Botschaft in Bern verurteilen das Treffen aufs schärfste.


24. Oktober 2012: Kandidatur für Amt des Stadtammanns von Baden
Geri Müller, seit 2006 Vize-Stadtammann von Baden, gibt seine Absicht bekannt, sich 2013 zum Stadtammann wählen zu lassen.
Winter 2012: Erster Kontakt mit Gymnasiallehrerin
Über Facebook treffen Geri Müller und die Berner Gymnasiallehrerin erstmals zusammen. Die Beziehung verläuft zunächst harmlos. Die heute 33-Jährige malt in ihrer Freizeit. Müller, der früher eine Künstleragentur betrieb, lobt ihre Bilder.
Dezember 2012: Geri Müller wird bei Medien angeschwärzt
Ein Mann um die 50, bei dem sich wohl um besagten Privatdetektiv handelt, übergibt Reportern der «SonntagsZeitung» in einem Einkaufszentrum ein neunseitiges Papier, das Müllers Beziehungen zu islamistisch-terroristischen Gruppierungen belegen soll. Darin wird etwa behauptet, dass Müllers deutscher Grossvater aktives Mitglied der Nazi-Partei NSDAP war. Müller bestreitet dies vehement.


Reichsparteitag 1938
Der grosse Appell der SS, NSKK, NSFK und SS im Luitpoldhain. Uebersicht während des Fahnenaufmarsches.
Aufnahme: 10.9.38
Februar 2013: Baden als «Anziehungspunkt für Islamisten und Antisemiten»
Einen Monat vor dem entscheidenden zweiten Wahlgang berichtet die «Aargauer Zeitung» von Ängsten in der Israelitischen Kultusgemeinde Baden. «Wird Geri Müller Stadtammann, droht Baden zu einem Anziehungspunkt für Islamisten und Antisemiten zu werden», wird ein Mitglied zitiert, das aus Angst vor Übergriffen anonym bleiben möchte. Die Geschichte wird von zahlreichen Medien übernommen. Josef Bollag, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Baden, greift Müller an einer Podiumsdiskussion scharf an. In einem Leserbrief in der «Aargauer Zeitung» erklärt er dazu später: «Was ich Geri Müller vorwerfe und dargelegt habe, ist seine unkritische Nähe zu Fundamentalisten und Terroristen und deren Gedankengut.»


3. März 2013: Wahl zum Stadtammann
Müller setzt sich im zweiten Wahlgang hauchdünn gegen seinen Konkurrenten von der FDP durch und wird neuer Stadtammann von Baden.


Mitte Februar 2014: Beginn der Chat-Beziehung
Die Berner Gymnasiallehrerin kontaktiert Müller, indem sie auf ihrem Handy den Whatsapp-Messenger installiert und all ihren Facebook-Kontakten einen guten Morgen wünscht. Dies behauptet sie später gegenüber «20 Minuten». Müller hält sich gerade in Damaskus auf und antwortet ihr. Wenige Tage später tauschen die beiden erotische Bilder von sich aus.
Mitte April 2014: Beziehung kühlt sich ab
Geri Müller verliert laut eigenen Aussagen zunehmend das Interesse und antwortet der Frau nur noch spärlich. Die Frau habe das Ende der Beziehung nicht akzeptieren wollen.
Mai/Juni 2014: Drohung, Manipulation, Nötigung
Die Frau versucht verzweifelt, das Interesse Müllers zurückzugewinnen. Dies beschreibt die «Weltwoche» in der Auswertung des Chatprotokolls. Die psychisch offenbar sehr labile Frau fügt sich Schnittwunden zu, die sie dokumentiert. Nach monatelangem hin und her gelangt sie über Mittelsmänner an verschiedene Medienhäuser. Vorher kontaktiert sie noch bürgerliche Lokalpolitiker in Baden und bietet ihnen «schwer belastendes Material» an. Die grosse Frage heisst: wer sind die Mittelsmänner.
13. August 2014
Per WhatsApp droht die Frau, sie wolle Müller wegen Amtsmissbrauchs, Nötigung, Drohung und Belästigung anzeigen. Sie droht mehrmals mit Suizid. Geri Müller ruft bei der Kantonspolizei Bern an. Er teilt dem Beamten am Telefon mit, er befürchte, dass eine Berner Bekannte sich etwas antun könnte. In einem erneuten Anruf präzisiert er, die Frau halte sich in Baden auf. Die Kantonspolizei Bern informiert die Aargauer Kollegen über die Gefährdungsmeldung. Diese beauftragt die Stadtpolizei Baden, die Frau anzuhalten, was wenig später geschieht. Auf dem Posten wird die Identität der Frau geprüft, sie wird befragt und es wird routinemässig überprüft, ob ein strafrechtlicher Tatbestand vorliegt, was nicht der Fall ist. Patrik Müller, Chefredaktor der «Schweiz am Sonntag», bekommt Wind von der Polizeiaktion und beginnt zu recherchieren.
17. August 2014: Gerigate wird publik
Die «Schweiz am Sonntag» veröffentlicht die Chat-Protokolle und berichtet über die Ereignisse des 13. Augusts in Baden. In dem Beitrag wird nahegelegt, Müller habe über die Badener Stadtpolizei an das Handy der Frau gelangen und so eine Veröffentlichung der kompromittierenden Bilder verhindern wollen. Damit hätte er einen klaren Amtsmissbrauch begangen.


18. August 2014: Schweigen
Am Tag, nachdem die «Schweiz am Sonntag» die Bombe platzen liess, ist von Geri Müller nichts zu hören. Am Abend lädt er für den darauffolgenden Tag nach Zürich zur Pressekonferenz. Alle spekulieren über seinen morgigen Rücktritt als Stadtammann.
19. August 2014: Müller stellt sich der Presse
In einer Pressekonferenz (Protokoll) gibt Geri Müller die Beziehung zu der Frau zu und entschuldigt sich. Doch einen Rücktritt lehnt er ab. Diese Entscheidung liege bei den Wählern. Am Abend kreuzt er mit Patrik Müller, Chefredaktor der «Schweiz am Sonntag», im Schweizer Fernsehen die Klinge.


20. August 2014: Jetzt spricht die Frau
Gegenüber «Aargauer Zeitung», «20 Minuten» und «Blick» nimmt erstmals die Frau im Zentrum von Gerigate Stellung. Sie bescheinigt Müller, an seiner Pressekonferenz über weite Strecken die Wahrheit gesagt zu haben, bezichtigt ihn gleichzeitig aber auch der Lüge.
21. August 2014: Neue Wende im Fall Gerigate
Die Anzeichen verdichten sich, dass eine dritte Partei ihre Hände im Gerigate hat. Müllers Chat-Partnerin bestätigt gegenüber dem «Tages-Anzeiger», sie sei von «Leuten einer Organisation» gedrängt worden, ihnen das Material auszuhändigen. Die Spuren führen offenbar zum Zürcher PR-Berater Sacha Wigdorovits: Er soll den Kontakt zu den Medien hergestellt und die Chat-Protokolle zur Veröffentlichung angeboten haben. Geri Müller selbst vermutet eine Beteiligung von Josef Bollag, dem Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde Baden. Bollag soll mit Müllers Chat-Partnerin in Kontakt gestanden haben. Wigdorovits dementiert, die Medien kontaktiert zu haben. In einem Interview mit «20 Minuten» behauptet er, er kenne Müllers Chatpartnerin, nur «so gut wie alle anderen, die in den letzten Tagen Zeitungen gelesen und Fernsehen geschaut haben».


21. August 2014: Einvernahme der Frau
Die Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland befragt die Chatpartnerin Müllers erstmals ausführlich. Laut Medienberichten sagt die Frau gegenüber den Strafverfolgern aus, sie sei aus eigenem Antrieb auf Wigdorovits zugegangen, weil er ihr als erklärter politischer Gegner Geri Müllers aufgefallen sei. Später sagte sie gegenüber den Medien, der Besuch bei Wigdorovits sei «ein Fehler» gewesen.
21. August 2014: Auch CVP-Nationalrat Müller involviert?
Der Zuger CVP-Nationalrat Gerhard Pfister gibt in einem Interview bekannt, dass er von Josef Bollag kontaktiert worden sei. Bollag habe ihn gebeten, Müllers Chat-Partnerin zu treffen, da sie eine Stelle als Lehrerin suche. Er habe die Frau dann am 22. Mai in Bern zu einem Gespräch getroffen. Dabei sei sie «relativ rasch auf die Causa Geri Müller eingegangen». Ihm sei bei der Sache «rasch unwohl» geworden.
Gerhard Pfister, CVP-Nationalrat/Vizepraesident IG Freiheit, waehrend der Pressekonferenz "Ja zum Arbeitsgesetz", am Montag, 26. August 2013, in Bern. (KEYSTONE/Marcel Bieri)
22. August 2014: Wigdorovits nimmt Stellung
Der PR-Berater widerspricht im «Tages-Anzeiger» der Darstellung der Frau, er habe sie gebeten, ihm ihr Handy mit dem Chat-Verlauf zu übergeben, worauf sie ihm dann einen Teil des Materials herausgegeben habe. Er habe von der Frau am 22. April erstmals ein SMS erhalten und sie am selben Tag getroffen. Auf ihre Aussage hin, sie habe Angst vor Geri Müller, habe er ihr empfohlen, die Daten zu sichern und das Handy einem Anwalt zu übergeben. Da sie keinen kannte, habe er ihr Josef Bollag empfohlen, den er gut kenne.
Auf die Frage der Frau, wie man das Material in die Medien bringen könnne, habe er die Namen der Chefredaktoren von «SonntagsZeitung» und «Blick» genannt. Wigdorovits betont, er habe ihr keine Kontakte bei der «Weltwoche» oder der «Schweiz am Sonntag» genannt.
23. August 2014: Chat-Protokoll widerlegt Wigdorovits
In den Medien taucht ein Chat-Protokoll auf, das Wigdorovits' Aussage gegenüber dem «Tages-Anzeiger», er habe seit dem 28. April nichts mehr von Müllers Chat-Partnerin gehört, Lügen straft: Wigdorovits schrieb der Frau am 20. August, also am Tag nach Geri Müllers Pressekonferenz und der SRF-Sendung «Club»: «Haben Sie den Club gesehen? War nicht schlecht. Und der Blick hat Ihre Aussagen von TeleZüri telquel übernommen.»
25. August 2014: Wo ist Geri Müller?
Auch fast eine Woche seit seinem letzten öffentlichen Auftritt im «Club» des Schweizer Fernsehens bleibt Geri Müller abgetaucht. Laut seinem Anwalt haltet er sich «irgendwo in der Schweiz» auf.
25. August 2014: Kundgebung für Müller
Rund 200 bis 300 Personen haben vor dem Stadthaus Baden AG ihre Sympathie mit dem wegen Nacktselfies in die Schlagzeilen geratenen Stadtammann und Grünen-Nationalrat Geri Müller bekundet - und zwar mit einer Selfieaktion. Geri Müller selber war nicht zugegen. Aufgerufen zur Aktion hatte am Wochenende das vor allem von SP- und Grünen-Politikern gebildete Komitee «Geri bleibt!».
Menschen fotografieren sich selbst mit seinem Selfie an der Solidaritaetskundgebung "Geri bleibt!" vor dem Stadthaus am Montag, 25. August 2014 in Baden. Der wegen Nackt-Selfies in die Schlagzeilen geratene Badener Stadtammann und Nationalrat Geri Mueller muss seine Fuehrungs- und Repraesentativaufgaben vorlaeufig abgeben. (KEYSTONE/Ennio Leanza)
Selfie-Demo für Müller.
26. August 2014: Aargauer SVP will Details zur Befragung von Müllers Chat-Partnerin
Die SVP-Fraktion im Aargauer Grossen Rat will mit einer Interpellation Licht in die Sache rund um die polizeiliche Befragung von Müllers-Chatpartnerin in Baden bringen. In dem eingereichten Vorstoss stellt die Fraktion der Regierung nicht weniger als 15 Fragen. Der Regierungsrat werde höflich gebeten, die einzelnen Fragen separat zu beantworten, heisst es am Schluss der Interpellation. Die SVP-Fraktion wolle keine pauschalen Antworten.
26. August 2014: Geri Müller-Gegner Josef Bollag reicht Strafanzeige ein
Josef Bollag, der Präsident der israelitischen Kultusgemeinde Baden, will nicht länger als Strippenzieher in der Nacktselfie-Affäre um den Badener Stadtammann und Grünen-Nationalrat Geri Müller dastehen. Nachdem er Morddrohungen erhielt, hat er Strafanzeige gegen Unbekannt eingereicht. In seiner ersten öffentlichen Stellungnahme zur Affäre Müller erklärt Bollag, dass es die Chat-Partnerin von Geri Müller gewesen sei, die Kontakt mit ihm aufgenommen habe. Er habe sie zu keiner Zeit bedrängt, das belastende Material den Medien zu übergeben.
2. September 2014: Geri Müller will Stadtammann von Baden bleiben – Stadtrat entzieht ihm alle Ressorts
Geri Müller bleibt trotz der Nackt-Selfie-Affäre vorerst Stadtammann von Baden AG. Er habe sich entschieden das Amt wieder aufzunehmen, teilte der 53-jährige Politiker am Dienstag mit. Als Reaktion entzog der Stadtrat dem Stadtammann die Ressorts. Der Stadtrat von Baden bedauert den Entscheid von Stadtammann Müller, nicht zurückzutreten. Die Stadtregierung hatte Müller nahegelegt, das Amt im Interesse der Stadt und der laufenden Geschäfte aufzugeben. Müllers Ressorts werden nun neu aufgeteilt.
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter