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Indiens Regierung kämpft nach Bargeldreform mit Chaos



Leere Geldautomaten und Menschenmassen vor Bankfilialen: Die überraschende Entwertung bestimmter Geldscheine hat Indien in ein Chaos gestürzt. Die Regierung will nun gegensteuern.

Die indische Regierung will nach der überraschenden und radikalen Bargeldreform das Chaos in den Banken mit verschiedenen Massnahmen eindämmen. Die Kreditinstitute schickten etwa Kleinbusse mit mobilen Filialen in ländliche Gegenden, um der Bevölkerung geringe Beträge an Bargeld auszuzahlen, sagte eine hochrangige Mitarbeiterin des indischen Finanzministeriums am Montag.

Die Banken seien gebeten worden, Rentner und Menschen mit Behinderungen vorrangig zu bedienen. Ausserdem sei das tägliche Auszahlungslimit an Geldautomaten und Bankschaltern nochmals gesenkt worden.

Massnahme gegen Schwarzgeld

Premierminister Narendra Modi hatte am vergangenen Mittwoch überraschend alle Banknoten im Wert von mehr als 100 Rupien, umgerechnet 1.46 Franken, für ungültig erklärt. Sie können nur bis Ende Dezember gegen neues Geld eingetauscht werden. Grössere Beträge müssen auf ein Bankkonto eingezahlt werden oder verfallen.

Seit Donnerstag dürfen die Institute nur neue Banknoten mit zusätzlichen Sicherheitsmerkmalen im Wert von 500 und 2000 Rupien das Stück ausgeben, jedoch in sehr begrenztem Umfang. Die Regierung will mit der radikalen Aktion nach eigener Aussage gegen Schwarzgeld und Korruption vorgehen.

Mangelhafte Vorbereitung

Die Blitz-Aktion hat in ganz Indien für Chaos gesorgt. In den grossen Städten wurden die Filialen quasi überrannt, manche Kunden mussten bis zu sieben Stunden in der Schlange warten.

Wegen des enormen Ansturms hatte die Regierung am Sonntag bereits eingelenkt: Die alten Scheine gelten bis zum 24. November noch an Tankstellen und in Krankenhäusern. Auch Gas-, Wasser- und Stromrechnungen dürfen damit bezahlt werden.

Geldautomaten sollten von Freitag an zunächst maximal 2000 Rupien pro Tag und Person ausgeben. Viele der rund 200'000 Maschinen im Land sind allerdings gar nicht mit den neuen Banknoten bestückt worden. Sie müssen ausserdem erst auf die neuen 500- und 2000-Rupien-Scheine eingestellt werden, die sich in Grösse und Gewicht von den alten Scheinen unterscheiden. (sda/dpa)

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