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Die Aarburgerin Martina Bircher sorgte gestern Abend im SRF für Aufsehen.
screenshot: Srf

Wird Martina Bircher die nächste Natalie Rickli? Das ist die junge SVP-Politikerin aus dem gestrigen SRF DOK

Martina Bircher ist Sozialvorsteherin in Aarburg und spätestens seit ihrem gestrigen Auftritt im SRF DOK «Die Macht des Volkes» landesweit bekannt. Was treibt die junge SVP-Frau an?

Nora Bader / Aargauer Zeitung



Wegen ihrer klaren und harten Linie im Sozialbereich ist Aarburgs SVP-Gemeinderätin Martina Bircher mittlerweile beliebt und gefürchtet. Seit sie letztes Jahr bekannt machte, wie viele ehemalige Asylsuchende in Aarburg Sozialhilfe beziehen und was das die Gemeinde mit einem Sozialhilfeanteil von 5.9 Prozent (2014) kostet, häufen sich die Anfragen von Medienschaffenden.

Bircher trat im «Club» auf, empfing Journalisten der «Basler Zeitung» oder der «Weltwoche». Und gestern Abend spielte sie im SRF DOK-Film «Die Macht des Volkes» eine Hauptrolle.

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Martina Bircher gab sich im SRF DOK sehr traditionsbewusst. 
screenshot: Srf

Sie sehe die direkte Demokratie in grosser Gefahr «da unsere Volksentscheide nicht mehr umgesetzt werden», sagt sie dort. Für den DOK-Film ist die 31-Jährige von August bis Oktober von einer Journalistin des SRF begleitet worden.

Sie fällt keine Bauchentscheide

«2015 war ein turbulentes Jahr», so die Sozialvorsteherin Aarburgs und meint damit nicht den Medienrummel um ihre Person. «Die Reorganisation der Sozialen Dienste war und wird auch 2016 eine gewaltige Herausforderung», sagt Martina Bircher, die unter ihren Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung beliebt ist, obwohl bei weitem nicht alle ihrer Meinung seien. Die Frage, ob sie bei sich zu Hause Flüchtlinge aufnehmen würde, verneint sie beispielsweise entschieden.

Für das nächste Jahr hat sich Bircher die Integration von Sozialhilfeempfängern in die Arbeitswelt gross auf die Fahne geschrieben. Sie versteht ihre Materie. Dass Bircher quasi wie die Jungfrau zum Kinde zu ihrem Gemeinderatsmandat kam, merkt man nicht.

Erst 2012 zog sie mit ihrem Partner ins Städtchen – aufgrund der geografischen Lage. Sie arbeitete damals in Basel, er in Bern. Als sie sich dem Ortsparteipräsidenten der SVP vorstellte, fragte dieser, ob sie nicht kandidieren wolle für den frei werdenden Gemeinderatssitz. Martina Bircher fällt keine Bauchentscheide. «Deshalb habe ich mir das genau überlegt.» Sie habe aber nicht wirklich mit einer Wahl gerechnet.

Als es doch so weit kam, war sie 29 Jahre alt. Für das Amt gab sie vorübergehend ihr Hobby, das Tanzen, auf. «In der verbleibenden Freizeit gehe ich ins Kino, fein essen oder mit Hündin Garabina in die Hundeschule.»

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Die direkte Demokratie steht für Martina Bircher über allem.
screenshot: srf

SVP-Mitglied war die gebürtige Zürcherin bereits mit 19 Jahren. «Die SVP ist für mich die Partei, bei der ich am meisten Anknüpfungspunkte finde», sagt sie. Mit 80 Prozent der Parteilinie sei sie voll und ganz einverstanden. Mehr Engagement der SVP wünscht sie sich etwa in der Familienpolitik. «Meiner Meinung nach muss der Staat ein Interesse daran haben, Frauen in der Berufswelt halten zu können.»

Die Aarburger Natalie Rickli

Ab der zweiten Klasse lebte Martina Bircher in Niederwil. Ihre Mutter war Hausfrau, der Vater – ein gelernter Metzger – führte ein Restaurant. Sie wuchs als Einzelkind auf und hat es mit harter Arbeit von der Realschule zum Studienabschluss geschafft. Ihre Eltern sind in keiner Partei, politisiert worden sei aber oft am Mittagstisch, sagt Bircher, die am Stammtisch mittlerweile auch mal mit Natalie Rickli verglichen und als künftiges weibliches Aushängeschild der SVP gehandelt wird.

ZU DEN EIDGENOESSISCHEN WAHLEN VOM 18. OKTOBER 2015 STELLEN WIR IHNEN AUS UNSERER PORTRAITSERIE

Martina Bircher wird am Stammtisch auch mal mit SVP-Politikerin Natalie Rickli verglichen.
Bild: KEYSTONE

«Das schmeichelt mir, aber ich bin und bleibe Martina Bircher», sagt sie dazu. Ob sie Ambitionen für ein Mandat im Bundeshaus hegt, weiss sie noch nicht. «Erst will ich für den Grossen Rat kandidieren», so die Betriebsökonomin. 

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25Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Don Giovanni 22.12.2015 19:22
    Highlight Highlight Martina Bircher:
    "Heute, wenn ja unsere Gerichte etwas entscheiden, dann wird es ja nach Strassburg weitergezogen und nachher werden die Schweizer Urteile meistens widerrufen."

    Fakten:
    Nur 2% der weitergezogenen Urteile wurden bisher gerügt, meisten verfahrenstechnische Mängel.

    Lügen vor laufender Kamera oder einfach keine Ahnung?
  • Lukas Buess 18.12.2015 14:52
    Highlight Highlight "Die direkte Demokratie ist in Gefahr"? Zum Glück gibt's die SVP mit ihrer Vorstellung von Demokratie...Stichwort Bundesratswahl!
  • Paul_Partisan 18.12.2015 14:22
    Highlight Highlight ist mir bis heute ein Rätsel, wie mensch als Frau in so einer chauvinistischen und patriarchalischen Partei Mitglied sein kann...
    • Paul_Partisan 22.12.2015 11:18
      Highlight Highlight vielleicht verstehen sie die begriffe nicht... würde mich nicht wundern :'D
    • mortdecai 22.12.2015 15:02
      Highlight Highlight @D00A vor rund einem Monat habe ich zumindest geträumt dass Maurer in Zukunft Ursula genannt werden möchte. Da hatte ich schon ein wenig Hoffnung ;)
      (na ja, dann bin ich leider wieder aufgewacht)
  • Sensei 18.12.2015 14:13
    Highlight Highlight Wie so viele rechte Politiker keinen Funken Empathie für Probleme und Lebenssituationen anderer. Einzig in der Familienpolitik hat sie eine weniger konservative Einstellung, weil sie das wohl einmal selber betreffen wird. (Zum Kotzen.)
  • Wasmeinschdenndu? 18.12.2015 13:22
    Highlight Highlight Sympatische Frau mit einer tollen Einstellung!
    • Caturix 18.12.2015 13:44
      Highlight Highlight Sympatisch ok nur ihre Einstellung ist miserabel.
    • pd90 18.12.2015 15:16
      Highlight Highlight Hoffe einfach nicht, dass du in der Südkurve bist... sonst kannst du gleich verreisen...
  • Lumpirr01 18.12.2015 12:37
    Highlight Highlight @Hallo Peter Blunschi: Mal ganz ehrlich, haben Sie mehr Freude an stark polarisierenden Themen oder richtet sich Euer Bonus bei Watson anhand der erhaltenen Klicks? Es fällt doch auf, dass Themen mit linker Ausrichtung hier viel mehr Zustimmung bekommt (mehr Sackgeld für die Watson Redakteure?), obwohl die Wahlen ein anderes Bild gezeigt haben............
    • Wasmeinschdenndu? 18.12.2015 13:15
      Highlight Highlight Finde ich auch total unnötig, dass hier alles was nicht von der SP oder Grünen kommt schlecht dargestellt wird.
    • stiberium 18.12.2015 13:51
      Highlight Highlight Ich kenne da Portale wo ihr euch das nicht antun müsst,...
      ach lassen wir das...
    • Sapere Aude 18.12.2015 14:07
      Highlight Highlight Was genau hat der Artikel mit Peter Blunschi zu tun? Er stammt von der AZ. Watson gehört ebenfalls dieser Mediengruppe an. Vielleicht lesen und kommentieren eher links eingestellte Personen Watson, weil die Qualität der Artikel und der Diskussionskultur hier besser ist als beispielsweise auf 20min oder Blick. Falls Ihnen die Themenwahl von Watson nicht gefällt. suchen Sie sich doch ein anderes Newsportal und vergiften bitte nicht das Klima hier mit solchen Kommentare.
    Weitere Antworten anzeigen
  • seventhinkingsteps 18.12.2015 12:21
    Highlight Highlight Guet Nacht. Das Interview mit dem kriminellen Ausländer hat mir noch den Rest gegeben. Arrogant, herzlos, völkisch.
  • Schlafwandler 18.12.2015 12:01
    Highlight Highlight "da unsere Volksentscheide nicht mehr umgesetzt werden".
    Play Icon


    ich kanns nicht mehr hören.
  • Don Giovanni 18.12.2015 12:01
    Highlight Highlight «da unsere Volksentscheide nicht mehr umgesetzt werden»
    - widersprüchliche und gegenläufige Initiativen
    - Initiativen, welche die Gewaltentrennung aufheben
    - Initiativen, welche bestehende internationale Verträge verletzen
    - Initiativen mit mehr als einem Hauptgegenstand
    So einfach ist das nicht, mit der Umsetzung des Volkswillens.
    Grundproblem: Die Zulassung von Initiativen wird zu larsch gehandhabt.
    • goschi 18.12.2015 13:49
      Highlight Highlight Und vergessen wir die Zweitwohnungsinitiative und die Alpenschutzinitiative nicht, die gerade die SVP derart konsequent ignoriert und missachtet, wie es nur geht.
    • knight 18.12.2015 16:26
      Highlight Highlight Oder die all 3 Jährliche Abstimmung über die Berner Reithalle, über welche bald das fünfte (5!) mal abgestimmt wird...
  • boeserkeinohrhase 18.12.2015 11:44
    Highlight Highlight Oh yes! Pretty soon we gonna get our own Margaret Thatcher. Das wird ja lustich ide nächste Jahre.