Historisches Treffen: Skopje und Athen schlagen «neues Kapitel» auf

Historisches Treffen: Skopje und Athen schlagen «neues Kapitel» auf

02.04.2019, 16:1202.04.2019, 16:12

Nach der Beilegung des Namensstreits zwischen Nordmazedonien und Griechenland sind die Regierungschefs beider Länder in Skopje zu einem historischen Treffen zusammengekommen. Dabei wurde eine Reihe bilateraler Abkommen unterzeichnet.

«Bisher sahen wir nur gute Gelegenheiten an uns vorbeiziehen, vergeudeten wir Zeit», erklärte Nordmazedoniens Ministerpräsident Zoran Zaev am Dienstag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz am Regierungssitz.

«Jetzt liegen gemeinsame Möglichkeiten und Ziele vor uns.» Sein griechischer Amtskollege Alexis Tsipras pflichtete ihm bei: «Wir schlagen ein neues Kapitel in unserer Geschichte auf.» Tsipras ist der erste griechische Regierungschef, der das nördliche Nachbarland seit der Existenz einer slawisch mazedonischen Republik besucht.

Bei dem Namensstreit ging es darum, dass Athen das Balkanland nicht unter seinem Namen Mazedonien anerkennen wollte, weil eine nordgriechische Provinz ebenso heisst. Seit dem 12. Februar nennt sich die frühere Teilrepublik Jugoslawiens offiziell Nordmazedonien.

Tsipras wurde nach seiner Ankunft in der nordmazedonischen Hauptstadt herzlich empfangen. Zaev führte ihn durch seine Amtsräumlichkeiten, zeigte Familienfotos und fertigte vor laufenden Fernsehkameras Selfies von sich und seinem Gast an. Der griechische Ministerpräsident brachte zehn Regierungsmitglieder sowie eine vielköpfige Delegation von Geschäftsleuten nach Skopje mit.

Zaev, Tsipras und mehrere Fachminister unterzeichneten eine Reihe von bilateralen Abkommen. Darunter ist eines, das vorsieht, dass das Nato-Land Griechenland künftig mit seiner Luftwaffe die Überwachung des nordmazedonischen Luftraums übernimmt. Athens nördlicher Nachbar verfügt über keine eigenen Kampfflugzeuge und Abfangjäger.

Nach der Beilegung des Namensstreits hat Nordmazedonien mit der Nato ein Beitrittsprotokoll unterzeichnet. Dieses muss noch von allen Mitgliedsländern ratifiziert werden. Athen hat dies bereits getan. (sda/afp)

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