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Sika-Erbenfamilie kann erneut nicht voll stimmen



Die Erben von Sika-Gründer Kaspar Winkler können auch an der diesjährigen Generalversammlung nicht ihr gesamtes Stimmgewicht in die Waagschale werfen. Die Führung des Bauchemieherstellers verhindert mit dem Kniff erneut den Verkauf des Unternehmens.

Keine volle Stimmkraft erhält die Erbenfamilie bei der Wahl der Verwaltungsräte und den Wahlen in die Ausschüsse. Bei allen anderen Traktanden dagegen kann die Familie über die Schenker Winkler Holding (SWH) ihre Kontrollmehrheit bei der Generalversammlung am Dienstag in Baar ZG einsetzen.

Dass der Verwaltungsrat erneut zu diesem Schritt greifen würde, war allgemein erwartet worden. Er hatte dies bereits an den letzten drei Generalversammlungen getan. Es ist der einzige Weg für den Verwaltungsrat, die für die geplante Übernahme durch die französische Gruppe Saint-Gobain wichtigen Abstimmungen nicht zu verlieren. Eigentlich verfügt die Gründerfamilie über eine Mehrheit: Sie hält mit 16 Prozent am Aktienkapital 53 Prozent der Stimmrechte.

Verwaltungsratspräsident Paul Hälg begründete an der Generalversammlung am Dienstag in Baar die erneute Stimmrechtsbeschränkung wie in den Vorjahren mit dem Hinweis auf die Statuten und den darin enthaltenen Vinkulierungsartikel. Dieser sei geschaffen worden, um Schaden vom Unternehmen abzuwenden, sagte Hälg.

Zeichen stehen weiter auf Konfrontation

Der Verwaltungsrat sieht sich bei der Anwendung des Artikels durch ein erstes Urteil des Zuger Kantonsgerichts vom Oktober 2016 bestätigt. Das Gericht hat darin das Vorgehen des Verwaltungsrates gestützt. Die Erbenfamilie akzeptierte jedoch das Urteil nicht und hat es an die nächste Instanz weitergezogen.

Hälg bedauerte in seinem Eintretensvotum, dass zwischen dem Verwaltungsrat und der Erbenfamilie bisher keine Lösung gefunden wurde. «Die Zeichen stehen weiter auf Konfrontation», sagte Hälg. Darum habe der Verwaltungsrat auch diesmal eine Beschränkung der Stimmrechte beschliessen müssen.

Die Generalversammlung, die um 13 Uhr begann, dürfte erneut mehrere Stunden dauern. Alles deutet darauf hin, dass die diesjährige Versammlung ähnlich ablaufen dürfte wie die letztjährige. Die SWH teilte beispielsweise mit, dass sie auch in diesem Jahr sämtliche Anträge zur Vergütung des Verwaltungsrates ablehnen wird.

Zwist um Dividenden

Diskussionsstoff dürfte es bei der Dividendenfestsetzung geben: Die SWH, die Sika an den französischen Bauriesen Saint-Gobain verkaufen will, schlägt eine tiefere Dividende vor als der Verwaltungsrat. Die Aktionäre sollen statt 31 Prozent, wie vom Verwaltungsrat vorgeschlagen, nur 23 Prozent mehr Ausschüttungen erhalten.

Seit Dezember 2014 ringen die Sika-Erbenfamilie und Saint-Gobain mit der Sika-Führungsspitze um die Kontrolle des Konzerns. Die Franzosen wollen 2.75 Milliarden Franken für den Kauf der privilegierten Familienaktien bezahlen. Dagegen wehren sich die Sika-Führung und Minderheitsaktionäre. (sda)

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