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Von Michael Nyffenegger, sda



Unter dem Titel «Spuren» zeigt das Kunstmuseum St. Gallen Installationen, Zeichnungen und Super-8-Filme von Roman Signer, der am 19. Mai 80 Jahre alt geworden ist. Es sind überwiegend stille Erinnerungen an das Schaffen des Aktionskünstlers.

Die Ausstellung, die am Freitag im Beisein Roman Signers eröffnet wurde, dauert bis zum 12. August. Neben älteren Werken sind einzelne neue Installationen zu sehen. So hat der Künstler im Treppenaufgang eine «Sandtreppe» aus 800 Kilogramm grobkörnigem Sand platziert. «Diese Treppe hat mich immer gereizt», sagte Signer.

Den Mittelpunkt der «Spuren» bildet eine Schenkung der Sammlerin Ursula Hauser ans Kunstmuseum St. Gallen: 46 Zeichnungen aus den Jahren 1971 bis 1987, in denen der Künstler seine Ideen skizzierte, sind erstmals öffentlich zu sehen. Hinzu kommt die Installation «Blaues Fass: Schneise im Feld», die Signer 1999 für die Biennale in Venedig schuf.

Signer lässt Fass rollen

Der gebürtige Appenzeller, der seit 1977 in St. Gallen wohnt, ist noch immer aktiv und voller Ideen. So legte er vor der Eröffnung der Ausstellung selber kräftig Hand an: Im Oberlichtsaal des Museums liess er ein schweres, mit 50 Litern Wasser gefülltes blaues Fass von einem Podest in ein «Feld» aus unzähligen Holzstäben rollen. Die so entstandene Schneise bleibt für die Dauer der Ausstellung unverändert.

Zu den Zeichnungen, die zwei Räume füllen, erklärte Signer, viele der skizzierten Ideen habe er nie verwirklicht. Dies trifft nicht zu für eine Sprengaktion, die der Künstler 1987 zur Wiedereröffnung des St. Galler Natur- und Kunstmuseums im Stadtpark inszenierte. Mehrere Zeichnungen dokumentieren jenen komplexen Ablauf mit viel Schall und Rauch.

Super-8-Filme

1982 nutzte Signer das damals leerstehende Kunstmuseum als «Atelier». Aus dieser Zeit stammen Super-8-Filme, in denen der Künstler seine Experimente mit Feuer, Wasser, Ballonen und Schläuchen festhielt. Eine Reihe dieser Filme sind in digitalisierter Version in der Ausstellung zu sehen.

Berühmt wurde Signer durch Wasser speiende Gummistiefel, explodierende Chefsessel oder synchron fliegende Tische. Heute verzichtet er weitgehend auf Aktion. Die «Spuren» im Kunstmuseum St. Gallen sind meist leise Erinnerungen. Das Velo, mit dem der Künstler einst durch das Museum kurvte und gelbes Band abrollte, steht jetzt an eine Säule gelehnt, mit einer Spur von abgewickeltem Band.

Stehende Balken

Statisch ist auch die Installation «Stehende Holzbalken» aus 240 in einem Raum aufgestellten Balken. 2015 im schottischen Dundee hatte Signer die gleichen Balken noch wie Dominosteine umstürzen lassen. Dies sei jetzt nur noch «eine Gefahr», sagt Signer. Sollte jemand aus Unachtsamkeit oder absichtlich die Balken umstossen, «werde ich das Feld wieder aufstellen».

Signers Aktionen seien Legende, «seine internationalen Ausstellungen füllen inzwischen Bände», schreibt das Kunstmuseum. Der Künstler habe die Skulptur revolutioniert, indem er Prozesse sichtbar gemacht und Formen entmaterialisiert habe. Trotz seiner Weltläufigkeit habe er die Verbindung zu St. Gallen und dem Appenzellerland nie gekappt. (sda)

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