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45 beschlagnahmte Pferde aus Hefenhofen TG vorerst in Graubünden



Noch immer sind 45 Pferde vom Hof eines Bauern aus Hefenhofen TG, dem Tierquälerei vorgeworfen wird, beschlagnahmt. Die Tiere sollten verkauft werden. Das zuständige kantonale Departement stoppte diese Pläne am Freitag aber umgehend.

Die Thurgauer Direktion für Erziehung und Kultur pfiff das kantonale Veterinäramt am Mittag zurück, nachdem das Amt am Morgen seine Pläne bekannt gegeben hatte. Vor dem Transport der Tiere nach Schönbühl BE ins Kompetenzzentrum Veterinärdienst und Armeetiere und einem späteren Verkauf müsse der Entscheid über einen Rekurs des Bauern abgewartet werden. Der betroffene Bauer zeigte in der Sendung «Schweiz aktuell» von Fernsehen SRF den Bescheid des Departements.

Ursprünglich wollte das Thurgauer Veterinäramt die Pferde aus dem Kanton Graubünden am Mittwoch nach Schönbühl transportieren und die Tiere verkaufen lassen. Mitte August waren bereits 80 Pferde an einer Auktion versteigert worden.

Rund 30 der 45 jetzt noch beschlagnahmten Pferde wurden im Auftrag des Kantons Thurgau auf zwei Alpen bei Davos GR und im Engadin gesömmert. Diese Tiere sind inzwischen wieder im Tal in anderen Betrieben in Graubünden untergebracht, wie die Standeskanzlei Graubünden mitteilte. Nach dem Entscheid des zuständigen Thurgauer Departements bleiben sie vorläufig dort.

Rinder verkauft

Beschlagnahmt worden waren auch 22 Rinder aus dem Bestand des Tierhalters aus Hefenhofen TG. Auch diese Tiere wurden auf Alpen gesömmert und inzwischen wieder ins Tal gebracht. Ein Teil der Rinder ist laut dem Thurgauer Veterinäramt verkauft worden.

Der fehlbare Tierhalter beschäftigt seit Anfang August die Öffentlichkeit und brachte die Thurgauer Behörden in die Kritik. Auf dem Hof des Tierhalters waren mehrere Pferde verendet. Weitere Tiere waren abgemagert und in schlechtem Zustand. Tierschützer zeigten sich schockiert.

Der Tierhalter wurde von der Polizei in Gewahrsam genommen, die Pferde wurden beschlagnahmt. Der Tierhalter kam vorübergehend in fürsorgerische Unterbringung. Laut Angaben des Kantons Thurgau befindet er sich inzwischen wieder auf seinem Hof.

Zum «Fall Hefenhofen» gab es mehrere Vorstösse im Thurgauer Grossen Rat. Die Regierung hat eine unabhängige Kommission unter der Leitung des Zuger alt Regierungsrats Hanspeter Uster eingesetzt, die den Fall untersucht. Bis Ende Jahr soll ein Bericht vorliegen. (sda)

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