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Widersprüchliche Forderungen der Reformgegner nach dem Volks-Nein



Angesichts des Neins zur Altersreform fordert der Gewerbeverband bereits «getrennte Reformen» der ersten und zweiten Säule. Die linken Gegner pochen auf gleiche Löhne für Mann und Frau. Befürworter geben genau dieser «unheiligen Allianz» die Schuld am Volks-Nein.

Der Zürcher FDP-Nationalrat Hans-Ulrich Bigler zeigt sich zufrieden mit dem definitiven Scheitern der Rentenreform. «Das Volk hat erkannt, dass es eine Scheinreform ist», sagte der Direktor des Gewerbeverbands.

Jetzt sei es Zeit für eine «echte Reform», sagte Bigler im Schweizer Fernsehen SRF. Aus seiner Sicht muss das Parlament nun zwei getrennte Reformen auf den Tisch legen, damit die Finanzierung langfristig sichergestellt sei. In beiden Säulen müsse vollständig und getrennt kompensiert werden.

«Gleicher Lohn für gleiche Arbeit»

Für die linken Gegner ist mit dem Nein zur Rentenreform die Arbeit noch nicht erledigt. Die Einkommensunterschiede zwischen Mann und Frau müssten nun endlich beseitigt werden, forderte Manuela Honegger vom Frauenbündnis «Nein zu AHV 2020».

In einer künftigen Lösung gelte es auch, die ganze unbezahlte Arbeit, die Frauen leisteten, zu versichern, sagte sie im Schweizer Fernsehen. Das Frauenrentenalter dürfe nun auf absehbare Zeit nicht erhöht werden. Die Reform hätte keine Vorteile gebracht. «Die 70 Franken hätten die Frauen mit 1.3 Milliarden Franken bezahlen müssen.»

Erfreut zeigte sich das linke Referendumskomitee aus der Romandie. Ihre Kampagne habe in den Kantonen Waadt und Genf funktioniert, sagte Davide de Filippo von der Gewerkschaft SIT. Die Schweizer Bevölkerung habe eine «unsichere» Reform abgelehnt, die betroffenen Menschen überhaupt nichts gebracht hätte", sagte de Filippo der Nachrichtenagentur sda.

«Unheilige Allianz ist Schuld»

Die Befürworter führen das Scheitern der Reform der Altersvorsorge auf «die unheilige Gegner-Allianz» zurück, wie die Zürcher CVP-Nationalrätin Barbara Schmid-Federer im Fernsehen sagte.

Die vorgeschlagenen Pläne B seien allesamt nicht mehrheitsfähig, sagte die St. Galler SP-Nationalrätin Barbara Gysi. In der Verantwortung stünden nun die bürgerlichen Parteien. (sda)

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