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Flüchtlinge: Flüchtlinge harren weiterhin in Idomeni aus



Im griechischen Grenzort Idomeni harren weiterhin knapp 12'000 Flüchtlinge aus. Obwohl sich Gerüchte über eine Grenzöffnung am Wochenende nicht bestätigten und von Aktivisten organisierte Proteste erfolglos blieben, reisten im Anschluss nur wenige Menschen ab.

Zwei Busse hätten das Elendslager seither in Richtung organisierter Camps im Landesinneren verlassen, berichtete der griechische Fernsehsender Skai am Montagmorgen.

Am Sonntag war es in Idomeni an der Grenze zu Mazedonien zu Tumulten gekommen, nachdem Unbekannte das Gerücht verbreitet hatten, Deutschland werde Tausende Schutzsuchende aufnehmen und die Grenze werde sich deshalb öffnen. Die Polizei informierte über Lautsprecher auf Arabisch und Farsi, dass die Gerüchte nicht stimmten, wie Augenzeugen berichteten.

Athen hält vor Ort Busse bereit, mit denen die Flüchtlinge gratis in organisierte Aufnahmelager reisen können. Die meisten hoffen jedoch weiterhin auf eine Öffnung der Grenze, die Griechenlands Nachbar Mazedonien vor einigen Wochen dicht gemacht hatte.

Steinmeier: Ohne Abkommen noch mehr Wartende

Der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier verteidigte derweil das Flüchtlingsabkommen der Europäischen Union mit der Türkei. Ohne die Vereinbarung und die Unterstützung Griechenlands «hätten wir heute an der griechisch-mazedonischen Grenze 100'000 Menschen, die in Dreck und Schlamm zu überleben versuchen», sagte Steinmeier den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Die Vereinbarung sieht vor, dass die Türkei sämtliche Flüchtlinge zurücknimmt, die illegal nach Griechenland gelangt sind. Im Gegenzug für jeden abgeschobenen Syrer sagt die EU zu, auf legalem Weg einen syrischen Flüchtling aus der Türkei aufzunehmen - bis zu einer Obergrenze von 72'000 Menschen.

Zugleich kritisierte Steinmeier die einseitige Entscheidung Österreichs und anderer Staaten zur Schliessung der Balkanroute.

«Es kommen weniger Flüchtlinge nach Mitteleuropa, weil sie in Griechenland stranden. Dort ist eine humanitäre Notlage entstanden», sagte der Aussenminister. «Sich der eigenen Probleme entledigen, indem man europäische Partner in Not bringt - so können wir in Europa nicht miteinander umgehen.» (sda/dpa)

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