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ABB kauft GE-Sparte Industrial Solutions für 2,6 Milliarden Dollar



Der Industrie- und Automationskonzern ABB tätigt eine Milliardenübernahme: Er übernimmt für 2.6 Milliarden Dollar die GE-Sparte Industrial Solutions vom US-Konzern General Electric, die Elektrobauteile und Stromaggregate herstellt.

ABB erhofft sich von der Akquisition Synergien von rund 200 Millionen Dollar, wie der Konzern am Montag mitteilte. «Mit dieser Übernahme stärken wir unsere weltweite Position als Nummer 2 im Bereich Elektrifizierung und erhalten verbesserten Zugang zum attraktiven Markt Nordamerika», wird ABB-Chef Ulrich Spiesshofer zitiert.

Industrial Solutions bietet unter anderem Anlagen zur Verteilung von Strom sowie Antriebstechniken an. In dem Bereich sind 13'500 Mitarbeiter in 30 Anlagen weltweit beschäftigt. 2016 setzte der Geschäftsbereich rund 2.7 Milliarden Dollar um, wovon etwa 8 Prozent als Betriebsgewinn vor Amortisationen und Abschreibungen (EBITDA) übrig blieben.

Der Abschluss der Übernahme wird in der ersten Jahreshälfte 2018 erwartet. Zudem formen ABB und GE eine langfristige Partnerschaft für ABB-Produkte, wie es in der Mitteilung heisst. Ebenfalls in dem Deal enthalten ist das Recht für ABB, die GE-Marke zu nutzen.

Zunächst unterschiedliche Preisvorstellungen

Die Übernahme kommt nicht ganz überraschend: So hatten schon im August entsprechende Gerüchte die Runde gemacht. Diesen zufolge nahmen ABB und sein US-Rivale wieder Verhandlungen auf, nachdem zuvor unterschiedliche Preisvorstellungen für einen Abbruch der Gespräche gesorgt hatten: GE hat demnach auf über 3 Milliarden Dollar gehofft. Der US-Konzern hatte die Sparte Ende Dezember 2016 zum Verkauf gestellt.

Die ABB-Aktionäre müssen nun für den Deal vorerst auf Aktienrückkäufe verzichten. Das laufende Aktienrückkaufprogramm über bis zu 3 Milliarden Dollar legt der Konzern auf Eis.

ABB hat bereits im April eine Milliardenübernahme bekannt gegeben. Dabei handelt es sich um den österreichischen Steuerungshersteller B&R. Offiziell gab ABB keinen Kaufpreis bekannt, aber Analysten schätzen, dass der Konzern 1 bis 2 Milliarden Dollar auf den Tisch gelegt hat.

ABB befindet sich derzeit im Umbau. Der Konzern will sich auf wachstumsstärkere Bereiche konzentrieren. Im vergangenen Jahr hatte der schwedische Grossaktionär Cevian das Management unter Druck gesetzt. Anders als von diesem gefordert entschied sich die Unternehmensspitze zwar gegen den Verkauf der Stromnetz-Sparte. Dafür wollte sie die Aktionäre nun mit einem «Feuerwerk an Taten» zufriedenstellen. (sda)

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