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Gespenstische Ruhe am Bahnhof Luzern

23.03.2017, 08:52

In der Luzerner Bahnhofshalle, in der täglich bis zu 163'000 Pendler und Passanten unterwegs sind, herrschte am Donnerstagmorgen gespenstische Ruhe. Einzig in der Ecke der Zentralbahn war seit den frühen Morgenstunden wieder Betrieb.

Seit der Entgleisung eines mit 160 Personen besetzten Eurocity-Zugs bei der Ausfahrt unter der Langensandbrücke am Mittwoch ist es still im Kopfbahnhof. Die meisten Perronbereiche wurden mit rot-weissen Plastikbändern abgesperrt. Mehrere Züge stehen mit ausgeknipsten Lichtern parkiert im Bahnhof.

Vereinzelt weist Bahnhofspersonal in hellen Westen Passagieren und Touristen den Weg zum Abfahrtsort der Ersatzbusse vor dem Bahnhof. Auch mindestens eine Putzequippe war am Werk. Die Geschäfte im Bahnhof haben geöffnet. Doch für das Personal dürfte es noch ruhiger als an einem Sonntag zugehen.

Ein ungewohntes Bild bot sich auch in der Fussgängerzone vor dem KKL: Um dieses und den Bahnhof herum kurvten zahlreiche Ersatzbusse. Auf den Busperrons gab es längere Schlangen geduldig wartender Pendler. Von der sonst üblichen Hektik war wenig zu spüren.

Nach dem Stillstand der Bahn haben die städtischen Verkehrsbetriebe VBL alle Hände voll zu tun. Selbst pensionierte Busfahrer und Bürokräfte mit Chauffeurausweisen seien aufgeboten worden, sagte VBL-Sprecher Christian Bertschi in einem Interview mit der «Luzerner Zeitung». Die VBL holte alle 128 verfügbaren Fahrzeuge aus dem Depot, acht mehr als zu regulären Spitzenzeiten. Insgesamt standen 140 Mitarbeiter - 20 mehr als normal - im Einsatz.

Weil die Pendler in Luzern auf die Bahn verzichten mussten, kam es am Donnerstagmorgen auf den Strassen im Kanton an zahlreichen Orten zu längeren Staus. Nicht nur die chronisch verstopfte A14 zwischen Luzern und Zug war betroffen, sondern laut TCS auch mehrere Nebenstrassen. (sda)

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