China: Pekinger können nach Smogalarm vorerst aufatmen

China: Pekinger können nach Smogalarm vorerst aufatmen

10.12.2015, 13:36

Bei Wind und blauem Himmel ist am Donnerstag in Peking nach drei Tagen die Smog-Alarmstufe «Rot» zu Ende gegangen. Mit der Aufhebung der erstmalig verhängten höchsten Warnstufe durften von Mittag an wieder alle Autos fahren.

Auch werden die Schulen und Kindergärten am Freitag wieder geöffnet. Eine Kaltfront hatte über Nacht den Smog weggeblasen, so dass die Schadstoffbelastung auf moderate Werte fiel.

Der offizielle Luftindex, der am Mittwoch noch bei «gefährlichen» 300 Punkten und mehr lag, sank bis Donnerstagabend auf 55 Punkte. Ein guter Wert für Peking, der aber noch immer mehr als doppelt so hoch liegt wie der Grenzwert der Weltgesundheitsorganisation.

Die Beschränkungen für den Verkehr und die Industrie hätten die Schadstoffe während des Smog-Alarms spürbar gesenkt, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Besonders die Verkehrsbeschränkungen hätten sich positiv ausgewirkt, während noch mehr getan werden müsse, um die Emissionen durch Kohleverbrennung zu reduzieren, wurden Wissenschaftler zitiert. «Es ist gut, dass die Regierung Fahrverbote verhängt hat. Die Menschen müssen auch an ihrem eigenen Verhalten etwas ändern, damit die Luft besser wird», sagte Wu Hong, ein Fussgänger im Stadtteil Sanlitun.

Weniger optimistisch äusserte sich die Pekingerin Wei Xiaoming: «Egal ob die Kinder zu Hause bleiben oder in die Schule gehen. Die schlechte Luft müssen sie überall atmen.»

Lange anhalten wird die Freude der Pekinger über den blauen Himmel jedoch nicht. Laut Vorhersagen soll bereits in der Nacht zum Samstag neuer Smog die Hauptstadt erreichen.

Kampf gegen Luftverschmutzung

China verschärft derweil den Kampf gegen die Luftverschmutzung. Die staatliche Plankommission forderte auf ihrer Internetseite die strikte Durchsetzung des Verbots besonders schwefelhaltiger Kohle.

Sie darf seit Januar dieses Jahres weder importiert noch verkauft werden. Verstösse dagegen müssten strenger geahndet werden, fordert die Kommission in der am Mittwochabend veröffentlichten Erklärung.

Zugleich will China will den Schadstoffausstoss von Frachtschiffen reduzieren. Dafür werden spezielle Schutzzonen in drei wichtigen Hafenregionen eingerichtet. Ziel sei eine Reduzierung der Schwefeldioxid-Emissionen bis 2020 um 65 Prozent gegenüber den Werten von 2015 aus, teilte das Verkehrsministerium am Donnerstag mit.

Eingerichtet würden die Zonen im Delta des Perlflusses, des Jangtsekiang und in der Bohai-Bucht. In diesen Gebieten dürfen Frachtschiffe ab Januar nur noch Treibstoffe benutzen, deren Gehalt an Schwefeldioxid höchstens 0.5 Prozent beträgt. Hongkong hat bereits im Juli diesen Grenzwert eingeführt.

Die Durchsetzung dieser Vorschrift wird zunächst den einzelnen Häfen überlassen. Ab 2017 und 2019 ist jeweils eine Verschärfung der Kontrollen vorgesehen.

China gilt als der weltweit grösste Emittent von Treibhausgasen und leidet unter einer massiven Luftverschmutzung unter anderem durch die Kohlekraftwerke. In Peking war diese Woche erstmals die höchste Smog-Alarmstufe ausgerufen worden. (sda/dpa/reu)

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