Polizei von Charlotte will Videos von Todesschüssen veröffentlichen

Polizei von Charlotte will Videos von Todesschüssen veröffentlichen

25.09.2016, 00:5625.09.2016, 00:56

Nach den tödlichen Schüssen eines Polizisten auf einen Schwarzen in Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina will die Polizei Videoaufnahmen von dem Vorfall veröffentlichen. Das kündigte Polizeichef Kerr Putney am Samstag an.

Es würden Aufnahmen von Kameras an den Uniformen und auf dem Armaturenbrett eines Einsatzfahrzeugs veröffentlicht, sagte der Polizeichef.

Der 43-jährige Familienvater Keith Lamont Scott war am Dienstag bei einem Polizeieinsatz gegen einen anderen Verdächtigen auf einem Parkplatz vor einer Wohnsiedlung erschossen worden. Der Polizeischütze war ebenfalls Afroamerikaner, er wurde für die Dauer der Untersuchungen vom Dienst suspendiert.

Die Polizei gibt an, Scott habe eine Handfeuerwaffe bei sich gehabt und diese trotz wiederholter Aufforderung nicht fallengelassen. Seine Familie und seine Nachbarn sagen dagegen, er habe seinen kleinen Sohn abholen wollen und ein Buch in der Hand gehalten. Der Vorfall hatte zu tagelangen, teils gewaltsamen Protesten in Charlotte geführt.

Witwe veröffentlicht eigenes Video

Die Polizei hatte sich zunächst geweigert, Videoaufnahmen von dem Einsatz zu veröffentlichen, die nach ihren Angaben zeigen, dass der 43-Jährige eine Bedrohung für die Beamten darstellte. Scotts Witwe Rakeyia Scott zeigte daraufhin am Freitag Aufnahmen von ihrem Smartphone von dem Vorfall. Sie klären aber nicht, ob ihr Mann bewaffnet war oder nicht.

Daraufhin wurden die Rufe nach einer Veröffentlichung der Polizei-Videos lauter. Angehörige des Opfers konnten die Aufnahmen bereits am Donnerstag ansehen. Anwälte der Familie sagten aber, dies habe bei ihnen «mehr Fragen als Antworten» ausgelöst.

Polizeichef Putney bekräftigte am Samstag, die Beamten hätten Marihuana und eine Waffe gesehen und daraufhin entschieden, dass die Situation eine Bedrohung ihrer eigenen und der öffentlichen Sicherheit darstelle. Nach seinen Angaben will die Polizei zudem DNA-Beweise veröffentlichen. (sda/afp)

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