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Dieses Bild hat nichts mit der Sprengung des Hahnenkampf-Rings in den USA zu tun. Es ist auf den Philippinen entstanden und sieht einfach ziemlich dramatisch aus.   Bild: AP

Dahms spiegelungen

Das kriminelle Bakterium steckt auch in Ihnen

Vier verboten gute Episoden in nur einer Dahmspiegelung: Kleiner Gauner, grosser Trottel, Schlag gegen die Mafia und Schuss in den Ofen.



Wenn Sie glauben, in Ihrem Darm befindet sich nur Unrat, haben Sie die Rechnung ohne den Wirt gemacht – nämlich ohne sich selbst. Und dabei geht es keineswegs um eine Beleidigung, geneigter Leser. Vielmehr kann Ihnen eine Dahmspiegelung verdeutlichen, dass in Ihnen mehrere Billionen Bakterien leben – je nach Lesart zehn bis 100.

In Ihrem Körper befinden sich also weitaus mehr Bakterien als Zellen und die Wissenschaft geht heute sogar davon aus, dass diese Bakterien unsere Persönlichkeit beeinflussen (mehr auf «arte»). Doch auf die Mikroorganismen kann es das Duo nicht schieben, von dem zu Beginn dieses Pamphlets die Rede ist. Zwei Gesetzesbrechern aus dem Land der unbegrenzten Geschichten, USA, home of the free, land of the brave.

Kleiner Gauner

Tapfer war zumindest der erste Verbrecher – wegen einer Lüge. Er setzte am frühen Mittwochmorgen in Norwegen ein Auto in den Graben. Das wäre nicht weiter schlimm, wenn der Lenker nicht erst zehn Jahre alt gewesen wäre – und seine 18 Monate alte Schwester dabei gehabt hätte. Der Knabe hatte sich und das Auto davongestohlen, um die Grosseltern zu besuchen.

So oder so ähnlich könnte der skandinavische Junge aussehen oder ausgesehen haben

Bild

Bild, genauer SYMBOL-Screenshot, aus «Immer dieser Michel»

Der infantile Dieb kam jedoch bloss zehn Kilometer weit, bevor er im Graben landete. Ein herbeigeeilter Retter staunte nicht schlecht ob des Unfallopfers, das wie die Schwester gottlob ohne Blessuren davon kam. «Der Junge sagte dem Schneepflug-Fahrer, er sei ein Zwerg und habe seinen Führerausweis vergessen», berichtete ein Polizist der Region Vestoppland dem «Independent».

(Via Uproxx)

Bild

Nicht sooo gut im Lügen: Ronald Clifton Brown (Screenshot: 12 News)

Grosser Trottel

Während die verschlafenen Eltern den Buben noch Mores lehren können, ist dieser Zug beim zweiten Gauner wohl abgefahren. Immerhin handelt es sich bei diesem Delinquenten um einen 64-Jährigen, dessen Nummernschild amerikanischen Gesetzeshütern spanisch vorkam. Seine Lüge ist zwar auch lustig, aber ungleich dämlich. 

Als die Cops Ronald Clifton Brown nahe Baltimore, Virgina, anhielten, sei er «extrem nervös» gewesen und habe laut «12 News» ausgesagt, er hätte gerade einen kranken, ältlichen Freund besucht. Die Polizisten fragten nach dem Spital, woraufhin der Schlaumeier antwortete: «Kinderkrankenhaus Texas.» Zonk! Die folgende Durchsuchung des Wagens förderte drei Kilogramm Heroin zutage – die er wahrscheinlich gerade beim Finanzamt abgeholt hatte.

(Via Beaumont Enterprise)

Schlag gegen die Mafia

Der eine raubte im beschaulichen Norwegen das Auto der Eltern in deren Schlaf, dem anderen raubte ein Schlafmohn-Derivat im ländlichen Virginia die Freiheit. Doch die zwei sind Kleinkriminelle, was insbesondere für den Jungen gilt, wenn man das Duo mit der Bande vergleicht, die im Grossstadt-Moloch New York verhaftet worden ist.

This photo provided by the ASPCA shows

«Bird of Prey» Bild: AP

Und dabei ging es blutig zu, Menschen kamen freilich nicht zu Schaden: Am Samstag hat das NYPD im Stadtteil Queens einen Hahnenkampf-Ring gesprengt. Damit ist keine Tier-Arena gemeint, sondern tatsächlich eine Art Drogenring, bloss mit Federvieh. Zwei Mal im Monat mussten die Gockel gegeneinander antreten, klagt die Staatsanwaltschaft (an). , berichtet die «New York Daily News».

Acht Männer (war ja klar!) müssen vor ihren Richter, berichtet die «New York Daily News». Den weltlichen wohlgemerkt. Einen geschwellten Kamm dürften auch ihre Kumpanen gehabt haben. Sie wurden am Sonntag 110 Kilometer von New York entfernt dingfest gemacht: Bei der Durchsuchung dreier Farmen im Umkreis von «Bug Town» konnte das Trainingslager der Hahnenkampf-Mafia zerstört und über 3000 Vögel befreit werden. Das Beste war aber der Name der Operation: «Angry Birds».

Ein Schuss in den Ofen

Und am Ende Ihrer Dahmspiegelung verweilen wir noch kurz in den USA. Genauer gesagt bei den Waffengesetzen des Landes, die dereinst eine Errungenschaft im Kampf gegen den Staat um persönliche Freiheit bedeuteten.

Ob heute 60 Millionen Amerikaner 200 Millionen Waffen (BBC) brauchen, um ihr Land zu verteidigen, sei mal dahingestellt. Aber man sollte ja nun wirklich meinen, dass Uncle Sam eines kann: ballern! Wenn Sie nun aber die Liste aller Biathlon-Gewinner bei den Olympischen Spielen ins Visier nehmen, finden Sie im Fadenkreuz vielleicht Metaphern, die wie Rohrkrepierer sind, aber keinen Amerikaner. 

Denken Sie einmal darüber nach!

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