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Die Zahl der Erdbeben-Toten in Italien steigt auf über 240



Beim Erdbeben in Italien sind nach einer vorläufigen Bilanz des Zivilschutzes mindestens 241 Menschen ums Leben gekommen. Die Behörde korrigierte die bisherige Zahl von 247 damit am Donnerstag nach unten.

In der Gegend um Arquata seien 46 statt 57 Tote gezählt worden. In den Gemeinden Amatrice und Accumoli stieg die Zahl von bisher 190 auf 195 Tote.

Unter den Toten sind offenbar auch mehrere Ausländer. Die Aussenministerien in Madrid und Bukarest bestätigten am Donnerstag den Tod eines spanischen und zweier rumänischer Staatsbürger. Der Zivilschutz in Italien wollte die Todesfälle noch nicht bestätigen, schloss aber nicht aus, dass es auch ausländische Opfer gegeben haben könnte.

Besonders betroffen waren die kleineren Orte Amatrice und Accumoli in Latium und Pescara del Tronto in den Marken. In der Region waren viele alte und historische Bauten wie Kartenhäuser eingestürzt.

Tausende Rettungskräfte im Einsatz

Das Erdbeben der Stärke von mehr als 6 hatte in der Nacht zu Mittwoch mehrere Orte in Mittelitalien dem Erdboden gleichgemacht. Die Einsatzkräfte hatten in der Nacht mit Spürhunden und Taschenlampen weiter nach Lebenszeichen verschütteter Opfer gesucht. Rund 5400 Rettungskräfte waren im Erdbebengebiet im Einsatz. Sie fanden Dutzende Tote.

«Wir sind noch in einer Phase, die uns hoffen lässt, noch Menschen lebend zu finden», erklärte Feuerwehrsprecher Luca Cari. Er verwies darauf, das nach der Erdbebenkatastrophe vor sieben Jahren im nahen L'Aquila noch nach 72 Stunden ein Überlebender geborgen worden sei.

Das Italienische Rote Kreuz leistet seit den frühen Morgenstunden mit hunderten von Mitarbeitenden und Freiwilligen Nothilfe, wie einer Medienmitteilung des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) zu entnehmen ist. Auch das SRK hat seine Unterstützung angeboten.

«Wir sind einsatzbereit», sagte eine Mediensprecherin des SRK auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Bis jetzt sei aber noch keine Anfrage der Italiener eingegangen. Das könne sich jedoch jederzeit ändern. Die Schweizer Organisation stehe in engem Kontakt mit dem italienischen Partner.

Viele Verletzte und Vermisste

Das Beben ist damit inzwischen genauso verheerend wie das von L'Aquila im April 2009. Damals kamen mehr als 300 Menschen ums Leben. Die Hoffnung war, das neue Beben werde nicht das gleiche Ausmass annehmen würde. Jedoch hatte schon Regierungschef Matteo Renzi bei einem Besuch in den zerstörten Dörfern angedeutet, dass es mehr Tote geben werde. Hunderte sind verletzt.

Wie viele Menschen noch verschüttet sind, ist unklar. Tausende sind obdachlos, nachdem ihre Häuser eingestürzt sind. In Notzelten verbrachten viele die Nacht.

Ein Nachbeben der Stärke 4.5 auf der Richterskala wurde gegen 5.00 Uhr gemeldet und riss die wenigen Bewohner von Amatrice, die sich zur Ruhe gelegt hatten, aus dem Schlaf. Die meisten verbrachten die Nacht im Freien mit umgehängten Decken. Die Temperaturen in der Apennin-Gemeinde sanken auf rund zehn Grad.

Insgesamt 460 Nachbeben wurden gemäss der Nachrichtenagentur apa nach dem schweren Erdstoss in der Nacht auf Mittwoch gemeldet, zwei davon hatten eine Stärke von mehr als 5.

Die Suche nach Vermissten ist auch schwierig, weil sich in der Gegend viele Touristen aufhielten, die in lokal nicht bekannt waren. In der Bergortschaft Amatrice stürzte auch ein ganzes Hotel ein. 70 Personen waren hier untergebracht.

«Eine Stadt, die es nicht mehr gibt»

Fieberhaft wird nach Überlebenden unter den Trümmern des Hotels gesucht. Die Kleinstadt war in diesen letzten August-Tagen voll mit Touristen, die am Wochenende zu einem beliebten Gastronomie-Volksfest gehen wollten. «Man sucht nach Überlebenden in einer Stadt, die es nicht mehr gibt», sagte der Bürgermeister von Amatrice, Sergio Picozzi.

Als Soforthilfe stellte die italienische Regierung 235 Millionen Euro bereit. Ministerpräsident Renzi hat für Donnerstag eine Ministerratssitzung einberufen, um Hilfe für die betroffene Bevölkerung zu organisieren. Renzi lobte die Effizienz der Rettungseinheiten und des Zivilschutzes. Auch Spenden wurden für die betroffene Bevölkerung organisiert.

In Italien sind am Donnerstag an vielen öffentlichen Gebäuden die Fahnen auf Halbmast gesetzt worden. Die Regierung in Rom hatte dies als Zeichen der Trauer und zum Gedenken an die Opfer des Erdbebens landesweit angeordnet. (sda/apa/dpa)

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