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Syrien: USA verurteilen Fassbomben-Angriffe nach Hilfslieferungen in Daraja



Die USA haben der syrischen Regierung vorgehalten, die belagerte Stadt Daraja kurz nach einer lang ersehnten UNO-Hilfslieferung für die Zivilbevölkerung bombardiert zu haben. Auch Frankreich äusserte sich empört.

«Das syrische Regime hat heute Morgen mehrere Fassbomben-Angriffe auf Daraja verübt», sagte der Sprecher des US-Aussenministeriums, Mark Toner, am Freitag (Ortszeit) in Washington. «Das geschah nur Stunden, nachdem der UNO-Konvoi angekommen war.»

Angriffe mit Fassbomben seien ohnehin «nicht hinnehmbar», sagte der Ministeriumssprecher. Unter den gegebenen Umständen seien sie aber noch schändlicher, weil sie «auch die Lieferung und Verteilung schrecklich benötigter Hilfe behinderten».

Dass die Regierung von Syriens Staatschef Baschar al-Assad die Hilfslieferung überhaupt zugelassen habe, sei «positiv», sagte Toner. Bisher sei aber nur ein Teil der vorgesehenen Hilfe angekommen, die übrigen Lieferungen müssten «so schnell wie möglich» erfolgen. Toner formulierte die Forderung, dass allein die Vereinten Nationen über Ort und Zeitpunkt von Hilfslieferungen entscheiden sollten und nicht die syrische Führung.

8000 Menschen eingeschlossen

Die syrische Regierung hatte erstmals seit dreieinhalb Jahren einen Konvoi mit Nahrungsmitteln nach Daraja durchgelassen. Neun Lastwagen mit Nahrung, Medikamenten und anderen Hilfsgütern trafen nach Angaben des Syrischen Roten Halbmonds in der Nacht zum Freitag in der Stadt südwestlich von Damaskus ein. Die Hilfsgüter sollten die Versorgung der rund 8000 Menschen, die in Daraja eingeschlossen sind, für einen Monat sicherstellen.

Nach Angaben von Aktivisten wurden danach mehr als 20 Fassbomben über der Stadt abgeworfen. Daraja wird seit November 2012 von der syrischen Armee belagert. Die Stadt war eine der ersten, die sich nach Beginn des Aufstands in Syrien 2011 gegen die Regierung in Damaskus erhoben hatte. Durch ihre jahrelange Belagerung ist die Stadt, von der es nur wenige Kilometer zum Präsidentenpalast in Damaskus sind, zum Symbol für das Leiden der Zivilbevölkerung geworden.

Die Fassbomben-Angriffe stiessen auch bei Frankreich auf Empörung. «Es ist in der Tat eine ausserordentliche Doppelzüngigkeit des (syrischen) Regimes, die wir hier erleben», sagte der französische Aussenminister Jean-Marc Ayrault am Freitag bei einem Besuch beim UNO-Sicherheitsrat in New York. Das Vorgehen errege bei ihm «so grosse Empörung, dass ich keine Worte dafür finde, sie zu beschreiben». (sda/afp)

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