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Syrien: Russland beginnt mit Luftschlägen in Syrien



Russland hat nach eigenen Angaben am Mittwoch erstmals Luftangriffe in Syrien geflogen. Im Visier haben die Piloten die Terrormiliz Islamischer Staat. Die Bewilligung dazu hatte der russische Föderationsrat kurz zuvor erteilt.

Kampfjets hätten Munitionsdepots und Treibstofflager des IS etwa 200 Kilometer von Damaskus entfernt bombardiert, sagte Generalmajor Igor Konaschenkow vom Verteidigungsministerium in Moskau der Agentur Interfax zufolge. Verteidigungsminister Sergej Schoigu habe enge Verbündete Russlands informiert, sagte er.

Gemäss US-Regierungsvertretern hat der Angriff in der Region Homs im Zentrum des Landes stattgefunden. Auch der US-Sender CNN berichtete, Russland habe nahe der syrischen Stadt Homs einen Luftangriff gegen Rebellen geflogen. Kurz zuvor habe ein russischer General die US-Botschaft in Bagdad über den Angriff informiert.

Der General habe einem Militärattaché gesagt, dass der Angriff innerhalb einer Stunde stattfinden werde, ohne den Ort zu nennen, hiess es. Zudem habe er die USA aufgefordert, Kampfflugzeuge aus dem syrischen Luftraum abzuziehen.

27 Tote - darunter sechs Kinder

Die Einsätze des US-geführten Bündnisses gingen aber planmässig weiter, wie der Sprecher der Mission zur Bekämpfung der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) mitteilte. Von Zwischenfällen der beiden Militärs wurde nichts bekannt.

Auch die syrische Luftwaffe setzte ihre Angriffe fort: Wie die oppositionelle Syrische Beobachterstelle für Menschenrechten (SOHR) mitteilte, wurden bei Angriffen in der Provinz Homs mindestens 27 Menschen getötet, darunter sechs Kinder.

Parlament erteilt Erlaubnis

Erst am Mittwochmorgen hatte Präsident Wladimir Putin vom russischen Parlament die Erlaubnis für den Militäreinsatz im Ausland bekommen. Nach Angaben des Kremls hatte der syrische Machthaber Baschar al-Assad um russische Militärhilfe gebeten.

Präsidialamtschef Sergej Iwanow wollte im Fernsehen keine Details zu möglichen Luftangriffen nennen, er sprach aber von einer zeitlich befristeten Operation. Den Einsatz von russischen Bodentruppen in Syrien schloss er aus.

Russland hatte in den vergangenen Wochen seine Militärpräsenz in Syrien massiv verstärkt. Neben Panzern, Kampfflugzeugen, Helikoptern und Drohnen sollen auch mindestens 500 Soldaten dort stationiert worden sein.

Putin ist der wichtigste Verbündete von Präsidenten Assad, der zunehmend durch die Terrormiliz IS unter Druck kommt. Die USA werfen der Regierung in Moskau vor, der syrischen Armee mit Kampfflugzeugen, Panzern und anderer Ausrüstung zu helfen. Die grösste Streitfrage der Regierungen der USA und Russlands im Syrien-Konflikt ist die künftige Rolle Assads. (sda/afp/reu/dpa)

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