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Wahlen 2015: Sieg der Rechten zeichnet sich ab – SVP und FDP gewinnen



Die bürgerlichen Parteien SVP und FDP können in den Nationalratswahlen ihre 2011 eingefahrenen Verluste an die Mitteparteien wettmachen – und sogar mehr als das. Die SVP hat bis am Spätnachmittag fünf Sitzgewinne auf sicher, die FDP einen.

Magdalena Martullo-Blocher schaffte in Graubünden den Sprung in den Nationalrat. Sie verhalf der SVP zu einem zweiten Sitz. Abgewählt wurde GLP-Nationalrat Josias Gasser. Die FDP ging leer aus. BDP, CVP und SP halten je einen der anderen drei Bündner Sitze.

Rechtsrutsch im Aargau

Im Aargau verzeichneten SVP und FDP je einen Sitzgewinn. Grösste Abordnung ist weiterhin die SVP mit 7 Sitzen. Die SP büsste einen auf zwei Sitze ein. Die FDP verfügt neu über drei Mandate, CVP, Grüne, BDP und GLP über je eines. Dieses Mal war ein Sitz mehr zu vergeben.

In St. Gallen gewannen die SVP und die FDP ebenfalls je einen Sitz hinzu. Verlierer sind die Grünen und die Grünliberalen. Yvonne Gilli (Grüne) und Patientenschützerin Margrith Kessler (GLP) dürfen damit nicht mehr nach Bern. Die SVP hat nun fünf, FDP und SP je zwei Mandate.

SVP übernimmt FDP-Sitze

Andrea Caroni, links, von der FDP und David Zuberbuehler, rechts, von der SVP gratulieren sich gegenseitig zu ihrem Wahlsieg nach Bern. Andrea Caroni hat es in den Staenderat geschafft und David Zuberbuehler in den Nationalrat, aufgenommen am Sonntag, 18. Oktober 2015, bei den Eidgenoessischen Wahlen 2015 im Regierungsgebaeude des Kanton Appenzell Ausserrhoden in Herisau. (KEYSTONE/Eddy Risch)

Andrea Caroni (l.) und David Zuberbühler.
Bild: KEYSTONE

In Appenzell Ausserrhoden hat die SVP den einzigen Nationalratssitz erobert, der durch den Wechsel von FDP-Nationalrat Andrea Caroni in den Ständerat frei geworden war. Gewählt wurde SVP-Mann David Zuberbühler.

Auch der Kanton Uri wird im Nationalrat neu nicht mehr von der FDP, sondern von der SVP vertreten. Das Stimmvolk hat SVP-Regierungsrat Beat Arnold zum Nachfolger der zurücktretenden Gabi Huber gewählt. Die FDP hatte den Urner Nationalratssitz nach über 100 Jahren kampflos aufgegeben.

Im Kanton Thurgau eroberte die FDP den 2011 an die Grünliberalen verloren gegangenen Sitz zurück. Die SVP bleibt mit drei Sitzen stärkste Partei, die SP hat einen.

Landolt  wiedergewählt

Martin Landolt, Praesident der BDP Schweiz, gibt Interviews nach seiner Wiederwahl zum Nationalrat des Kanton Glarus, anlaesslich der Parlamentswahlen am Sonntag, 18. Oktober 2015 in Glarus. Heute finden die eidgenoessischen Wahlen 2015 in der Schweiz statt. Dabei werden die 200 Mandate des Nationalrates sowie 45 der 46 Mitglieder des Staenderates neu gewaehlt.  (KEYSTONE/Sebastian Schneider)

Martin Landolt.
Bild: KEYSTONE

Im Kanton Glarus schaffte BDP-Präsident Martin Landolt die Wiederwahl. Landolt, der den einzigen Glarner Nationalratssitz hält, war von SP-Kantonsrat Jacques Marti herausgefordert worden.

Keine Veränderung gibt es auch in den Kantonen Appenzell Innerrhoden, Obwalden, Nidwalden, Zug und Schaffhausen. In Appenzell Innerrhoden wurde Daniel Fässler von der CVP wiedergewählt, in Obwalden Karl Vogler von der CSP. In Nidwalden wurde der «Weltwoche» Mitarbeiter Peter Keller von der SVP im Amt bestätigt. Sein linker Herausforderer von der «Wochenzeitung» erzielte 17 Prozent der Stimmen.

Die drei Nationalratssitze des Kantons Zug wurden erstmals im Majorz vergeben und fielen wie bisher an CVP, SVP und FDP. In Schaffhausen stellen SP und SVP weiterhin je einen Vertreter.

In Solothurn schafften gleich zwei Bisherige ihre Wiederwahl nicht. Der Kanton hatte dieses Mal einen Sitz weniger zu vergeben. Dabei musste Urs Schläfli von der CVP über die Klinge springen. Die CVP verfügt noch über einen Sitz. Von der SVP schaffte der altgediente Nationalrat und ehemalige Autoparteiler Roland Borer die Wiederwahl nicht. Die SVP hat wie die SP weiterhin zwei Sitze, CVP und FDP je einen.

Zwei Sitzgewinne für SP in Zürich

Aus den Kantonen, aus denen erst Hochrechnungen oder Zwischenresultate vorliegen, sticht Zürich hervor. Dort legt die SP gemäss kantonaler Hochrechnung um zwei auf neun Sitze zu. Einen Sitzgewinn gäbe es auch für die SVP und die FDP. Die Grünliberalen büssen einen und die BDP zwei Sitze ein.

Roger Koeppel, Nationalratskandidat, singt mit beim Willy-Song der SVP, an der Delegiertenversammlung und dem Wahlauftakt der SVP Schweiz, am Samstag, 22. August 2015, in St. Luzisteig, Maienfeld. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Roger Köppel.
Bild: KEYSTONE

Bei der SVP erweist sich «Weltwoche»-Chefredaktor und Quereinsteiger Roger Köppel als Überflieger mit den meisten Stimmen. Etablierte und langjährige Nationalräte wie SVP-Stratege Christoph Mörgeli, Hans Fehr und Ernst Schibli müssen um ihre Mandate zittern. SP-Quereinsteiger Tim Guldimann rutschte auf Platz vier vor und dürfte die Wahl schaffen.

Im Kanton Bern kann die SVP gemäss Hochrechnung mit einem zusätzlichen Sitz rechnen. Je einen Sitz verlieren dürften die Grünen und die Grünliberalen. Neu sind nur noch 25 Sitze zu vergeben. Sie gehen an SVP (9), SP (6), BDP (4), FDP (2), Grüne (2), EVP (1) und Grünliberale (1).

Im grössten Westschweizer Kanton – in der Waadt – müssen gemäss Zwischenresultat mehrere Nationalräte um ihre Sitze bangen. Bei den Grünen könnte der Lausanner Stadtpräsident Daniel Brélaz den Bisherigen Christian Van Singer überholen. FDP-Mann Fathi Derder könnte gleich von zwei Parteikollegen überrundet werden. Und bei der SVP dürfte ein Landwirt den Spitzenkandidaten abhängen. In Genf könnten die Grünen einen Sitz an die FDP verlieren.

SP-Fraktionschef vor Nicht-Wiederwahl

Der abgewaehlte Schwyzer SP-Nationalrat Andy Tschuemperlin anlaesslich der Eidgenoessischen Nationalrats- und Staenderatswahlen am Sonntag 18. Oktober 2015 in Schwyz. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Andy Tschümperlin.
Bild: KEYSTONE

Der SP-Fraktionschef Andy Tschümperlin muss in Schwyz nach den bereits ausgezählten Gemeinden um seine Wiederwahl zittern. Sein Sitz geht demnach an den Neuen Xaver Schuler von der SVP. Die übrigen Bisherigen sind ungefährdet.

Im Kanton Luzern dürften SVP und SP je einen Nationalratssitz hinzugewinnen. Das würde gemäss Hochrechnung auf Kosten der Grünen und der Grünliberalen gehen, deren Nationalräte Louis Schelbert und Roland Fischer die Wiederwahl nicht schaffen.

Die Lage nach über einem Drittel der ausgezählten Gemeinden im Tessin deutet darauf hin, dass die FDP stärkste Partei wird gefolgt von Lega und CVP. Vierte Kraft würde die SP. Bei den Kandidaten liegen die bisherigen acht Nationalräte in den jeweiligen Parteien vorn.

Im Jura zeichnet sich die Wiederwahl der beiden Bisherigen von der SP und der CVP ab. Der SVP gelang die Rückeroberung des 2011 verlorenen Sitzes nicht. (sda)

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