Bei einem Luftangriff im Nordwesten Syriens ist ein von Ärzte ohne Grenzen (MSF) unterstütztes Spital nach Angaben der Hilfsorganisation zerstört worden. Die Einrichtung sei am Montagmorgen in der Provinz Idlib bei Bombardements getroffen worden, teilte MSF mit.
Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete von mindestens neun Toten und Dutzenden Verletzten. Sie geht davon aus, dass die Luftschläge von russischen Kampfjets ausgeführt wurden. Die Zahl der Toten könne steigen, da noch Opfer unter den Trümmern vermutet würden. Von russischer Seite gab es zu dem Vorfall zunächst keine Angaben.
MSF-Syrien-Chef Massimiliano Rebaudengo verurteilte die Attacke als gezielten Angriff auf eine medizinische Einrichtung. Durch die Zerstörung des Spital seien etwa 40'000 Bewohner der Region von medizinischer Versorgung abgeschnitten. Insgesamt unterstützt MSF in Syrien mehr als 150 Spitäler. Seit Jahresbeginn wurden fünf davon bei Angriffen beschädigt.
Gemäss humanitärem Völkerrecht müssen Konfliktparteien jederzeit zwischen Zivilbevölkerung und Kämpfenden unterscheiden. In einem Konflikt dürfen nur militärische Ziele angegriffen werden. Personen, die nicht oder nicht mehr an den Feindseligkeiten teilnehmen, haben Anspruch auf Achtung ihres Lebens und ihrer physischen und psychischen Unversehrtheit. Sie sind unter allen Umständen zu schützen. Auch Sanitätspersonal und medizinische Einrichtungen sind zu schonen. (sda/dpa/afp)