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FILE - In this May 2, 2019, file photo, Sudanese protesters wave national flags at the sit-in outside the military headquarters, in Khartoum, Sudan. Explosions and machine gunfire were heard in Sudan's capital early Monday, June 3, 2019, and troops blocked roads in an apparent move against a sit-in camp where protesters have demanded an end to military rule. An Associated Press journalist saw smoke rising from the area early Monday and civilians being detained.(AP Photos/Salih Basheer, File)

Sudanesische Demonstranten in Khartum am Sonntag dem 2. Mai. Bild: AP/AP

Armee geht mit Gewalt gegen Demonstranten in Sudans Hauptstadt vor – mindestens 5 Tote



Im Sudan geht das regierende Militär mit Gewalt gegen Demonstranten vor. Die Armee versuche, die wochenlangen Strassenblockaden an ihrem Hauptquartier in der Hauptstadt Khartum aufzulösen, erklärte der an der Spitze der Proteste stehende Berufsverband SPA am Montag.

Nach Angaben des oppositionsnahen Zentralkomitees sudanesischer Ärzte wurden dabei mindestens fünf Menschen getötet und mehrere weitere verletzt.

Seit rund zwei Monaten blockieren tausende Demonstranten die Strassen um das Armeehauptquartier in Khartum. Sie fordern eine zivile Regierung für den Sudan. Der Militärrat bezeichnete die Protestkundgebungen als «Gefahr für die Sicherheit und den öffentlichen Frieden» und kündigte ein «entschlossenes» Vorgehen an.

epa07596053 Young Sudanese attend a cultural event at al- Mastaba space which a group of youth cleaned and rehabilitated after it was full of trash, at the sit-in site near the military headquarters in Khartoum, Sudan, 23 May 2019. Sudanese youngsters; musicians, painters, poets, slammers, singers and artists in different disciplines joined al-Mastaba space to express their support to the uprising through various mediums. Sudanese protesters continue their sit-in outside the army headquarters vowing to not leave until a deal where the rule is a majority of civilian one, is made between the ruling military council and the opposition alliance. The youth from all walks of life take part in the sit-in as volunteers, speakers, protesters, helping in organizing the logistics of the gathering in different manners.  EPA/AMEL PAIN

Seit Wochen auf der Strasse: Junge Sudanesen demonstrieren vor dem Armee-Hauptquartier in Khartum. Bild: EPA/EPA

Wie das Ärztekomitee auf Facebook mitteilte, wurden bei der Räumung der Strassenblockaden «friedliche Demonstranten» erschossen. Die Schüsse seien auf Anordnung des Militärrats abgegeben worden. Eine «grosse Zahl» weitere Menschen sei schwer verletzt worden.

Aufruf zum «totalen zivilen Ungehorsam»

Auf den Strassen von Khartum wurde die Militärpräsenz deutlich verstärkt, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Ein Anwohner, er habe Schüsse gehört und Rauch gesehen. Ein anderer Anwohner sagte, Einsatzkräfte in Polizeiuniformen hätten versucht, eine Strasse nahe der Proteste zu räumen.

Der Berufsverband SPA sprach mit Blick auf die Räumung der Strassenblockaden von einem «blutigen Massaker». Er rief die Bevölkerung zum «totalen zivilen Ungehorsam» mit dem Ziel auf, den Militärrat zu stürzen. Die «Revolutionäre» sollten auf die Strasse gehen und ihre Proteste fortsetzen.

Impressionen aus Khartum von Montagmorgen.

Die Allianz für Freiheit und Wandel, in der die Protestbewegungen zusammenarbeiten, rief zu landesweiten Demonstrationen auf. Auch in Khartum sollten «friedliche Märsche und Kundgebungen» abgehalten und Barrikaden errichtet werden. In der Hauptstadt hatten Demonstranten bereits eine Barrikade aus Ziegeln und brennenden Reifen auf der Street 60, einer der wichtigsten Strassen Khartums, errichtet.

Ausland fordert Zurückhaltung

Die US-Botschaft in Khartum forderte ein sofortiges Ende der «Angriffe» auf die Protestierenden. Das Vorgehen der sudanesischen Sicherheitskräfte sei «falsch», schrieb die Botschaft im Onlinedienst Twitter. Die Verantwortung dafür trage die Militärregierung.

Der britische Botschafter in Khartum, Irfan Siddiq, äusserte sich «extrem besorgt» über die Entwicklungen. Es gebe «keine Entschuldigung für derartige Angriffe» der Armee, schrieb er bei Twitter. Das Vorgehen gegen die Demonstranten müsse sofort eingestellt werden.

Im Sudan hatte nach dem Sturz des langjährigen Staatschefs Omar al-Baschir infolge von monatelangen Massenprotesten im April ein Militärrat die Führung übernommen. Mit diesem einigte sich die Protestbewegung Mitte Mai grundsätzlich darauf, dass ein gemeinsamer Übergangsrat die Geschicke des Landes in den kommenden drei Jahren lenken soll. Seither herrscht aber Streit darüber, welche Seite dieses Gremium führen soll. (sda/afp/dpa)

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Massenproteste im Sudan: Präsident al-Baschir verhaftet

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Massenproteste im Sudan: Präsident al-Baschir verhaftet
quelle: lana haroun/@lana_hago
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Sie ist das Gesicht von Sudans Revolution

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