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Pro-russischer Oppositionskandidat wird neuer Präsident Bulgariens



Bei der Stichwahl für das Präsidentenamt in Bulgarien hat der russlandfreundliche Oppositionskandidat Rumen Radew einen klaren Sieg eingefahren. Für den Kandidaten der Sozialisten (ehemals KP) stimmten offiziellen Zwischenergebnissen zufolge 59.08 Prozent der Wähler.

Die bürgerliche Regierungskandidatin Zezka Zatschewa kam auf lediglich 36.34 Prozent, wie die Zentrale Wahlkommission in der Nacht zum Montag mitteilte. Das amtliche Endergebnis der Stichwahl vom Sonntag soll spätestens bis Dienstagabend bekannt gemacht werden. Der frühere General und künftige Präsident Radew soll am 22. Januar 2017 sein Amt antreten.

Kurz nach Bekanntgabe der Zahlen kündigte Ministerpräsident Boiko Borisow seinem Rücktritt an. Er hatte diesen Schritt bereits angedroht, nachdem Zatschewa schon in der ersten Wahlrunde Anfang November unterlag.

Sein Rückzug wird wahrscheinlich Neuwahlen im März nach sich ziehen. Angesichts vieler politischer Gruppierungen in Bulgarien wird zudem anschliessend mit Monate andauernden Koalitionsgesprächen gerechnet.

Von Beziehung zu Moskau profitieren

Der frühere Luftwaffenkommandant Radew hatte im Wahlkampf erklärt, sein Land müsse in den Beziehungen zur EU und zur NATO pragmatisch sein und nach Wegen suchen, von einer Beziehung zu Moskau zu profitieren. Auf dem politischen Parkett ist Radew ein Neuling. Er hat von der Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der Mitte-Rechts-Regierung von Borisow profitiert.

Den Bulgaren zeigte der Kampf gegen Korruption zu wenig Erfolge, sie sind enttäuscht von der EU und sorgen sich zunehmend vor einer Entfremdung eines immer selbstbewusster auftretenden Russland. (sda/reu/dpa)

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