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Weiteres heftiges Erdbeben erschüttert Mexiko



Vier Tage nach dem zerstörerischen Erdbeben ist Mexiko am Samstag erneut von einem starken Beben erschüttert worden. Nach Angaben des nationalen seismologischen Instituts hatte das Erdbeben die Stärke 6.1.

Sein Zentrum befand sich demnach im Süden des Landes im Bundesstaat Oaxaca. Dort waren erst vor zwei Wochen bei einem starken Beben mindestens 90 Menschen ums Leben gekommen. Das Erdbeben der Stärke 8.2 Anfang des Monats war das stärkste in Mexiko seit 100 Jahren gewesen.

Mehrere Häuser und eine Brücke stürzten im Süden Mexikos durch das erneute Erdbeben ein. Wie TV-Sender am Samstag berichteten, wurde wie schon beim Erdbeben vom 7. September besonders die Stadt Juchitán im Bundesstaat Oaxaca schwer getroffen, mindestens acht Gebäude seien hier eingestürzt.

In Mexiko-Stadt soll es bei dem jüngsten Beben am Samstag nach ersten Erkenntnissen des Zivilschutzes keine grösseren Schäden gegeben haben. Die Region war am Dienstag schwer getroffen worden.

Mexikos Staatspräsident Enrique Peña Nieto versprach rasche Notfallhilfe, er sei im Gespräch mit den Behörden vor Ort. Es gebe aber bisher keine Hinweise auf ähnlich schwere Schäden und grosse Opferzahlen wie vor wenigen Tagen. Der Präsident betonte via Twitter mit Blick auf die Menschen im Süden des Landes: «Eine Umarmung für die Bevölkerung, die erneut schwierige Momente erlebt.»

Noch 20 Vermisste

Landesweit kamen beim Beben anfangs Woche mindestens 298 Menschen ums Leben, in der Hauptstadt gab es bisher 160 Todesopfer. Der Bürgermeister Miguel Angel Mancera sagte dem Fernsehsender Televisa, dass noch etwa 20 Menschen vermisst würden.

Bergungskräfte suchten vier Tage nach dem Beben weiterhin nach Verschütteten, obwohl die Überlebenschancen inzwischen verschwindend gering sind. «Viel Zeit ist verstrichen, aber wir geben nicht auf», sagte der Zivilschutzchef Luis Felipe Puente am Samstagmorgen (Ortszeit) dem Fernsehsender Televisa. Unter den Todesopfern sind nach Behördenangaben mindestens acht Ausländer.

Zivilschutzchef Puente wies erneut Gerüchte zurück, wonach die Räumung der eingestürzten Gebäude mit schwerem Gerät bald beginnen solle. «Familien berichten uns, dass Angehörige noch dort sind», sagte er. 115 Menschen konnten seit dem Beben am Dienstag lebend aus den Trümmern geborgen werden.

Bereits um 13.14 Uhr Ortszeit (20.14 Uhr MESZ) am Freitag war die 72-Stunden-Frist abgelaufen, in denen Verschüttete laut Experten in der Regel noch Überlebenschancen haben.

Allein in Mexiko-Stadt waren rund 40 Gebäude eingestürzt. Viele Bewohner leben zur Zeit in Notunterkünften, bei Familienmitgliedern, Freunden oder auf der Strasse. Der Hilfsorganisation Save the Children zufolge waren 100'000 Kinder in Mexiko-Stadt von dem Beben am Dienstag betroffen; hunderte hätten die Nächte in Parks und auf den Strassen verbracht.

Stark gefährdete Region

Vieles erinnert an die Erdbeben-Tragödie genau 32 Jahre zuvor, bei der 10'000 Menschen in Mexiko gestorben waren. Wenige Stunden vor dem Beben vom Dienstag hatte, wie jedes Jahr am 19. September, eine Übung für den Katastrophenfall stattgefunden.

Mexiko liegt in einer der am stärksten von Erdbeben gefährdeten Regionen. Das hängt mit der Lage am Pazifischen Feuerring zusammen, eine hufeisenförmige Zone entlang der Küsten des Pazifischen Ozeans. Sie wird häufig von Erdbeben und Vulkanausbrüchen heimgesucht. Hier treffen verschiedene Platten der Erdkruste aufeinander.

Es kommt zu tektonischen Verschiebungen und Verwerfungen, was immer wieder die Erde beben lässt. Zwar wurden in Mexiko viele Bauvorschriften verschärft und Katastrophenpläne verbessert, aber einen vollkommenen Schutz gegen die Kraft der Natur gibt es nicht. (sda/afp/dpa)

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