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Schindler einigt sich mit Familie von Unfallopfer in Japan



Der Luzerner Liftbauer Schindler hat sich nach einem tödlichen Unfall in Japan vor einem Gericht in Tokio mit der Familie des Opfers auf eine finanzielle Entschädigung geeinigt. Damit wurde ein mehrjähriger Streit beigelegt.

Schindler teilte am Freitag auf seiner Webseite auf Japanisch mit, das Unternehme habe keine rechtliche Verantwortung für den Vorfall vor über elf Jahren. Es akzeptiere den Vergleich vor dem Bezirksgericht in Tokio aber aus menschlicher Haltung und wegen der sozialen Verantwortung als Hersteller. Die «Neue Zürcher Zeitung» berichtete am Freitag und Samstag über den Vergleich.

Über die Höhe der Entschädigung machte der Lift-Konzern keine Angaben. Die Familie des Opfers verlangte laut NZZ umgerechnet rund 2.2 Millionen Franken (250 Mio. Yen). Ein Teil des Geldes soll in einen Präventionsfonds fliessen.

Der Unfall ereignete sich im Juni 2006 in einem Mietshaus in Tokio und erschütterte die japanische Öffentlichkeit. Ein 16-Jähriger war dabei ums Leben gekommen, als er den Lift im 12. Stock verlassen wollte und sich der Aufzug trotz geöffneter Türen weiter nach oben in Bewegung setzte.

Ein Schindler-Mitarbeiter wurde 2015 in dieser Sache nach einem neunjährigen Verfahren freigesprochen. Schindler argumentierte, dass nicht eine fehlerhafte Konstruktion sondern mangelnde Wartung durch Dritte zum Unfall geführt habe. Die Staatsanwaltschaft rekurrierte gegen das Urteil.

Nach dem Unfall stand Schindler in Japan während Jahren in der Kritik und erlitt einen Einbruch des Geschäfts. 2016 verkaufte Schindler laut eigenen Angaben wegen des geringen Marktanteils seine Japan-Aktivitäten, die nur noch aus Wartungen bestanden, an den Konkurrenten Otis.

Schindler war 1985 in den japanischen Markt eingestiegen, als das Land mit den vielen Hochhäuser zweitgrösster Aufzugsmarkt weltweit war. Schindlers Marktanteil lag nach eigenen Angaben aber nie über 1 Prozent und der Umsatz betrug weniger als 100 Millionen Franken. (sda)

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