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Economiesuisse bewertet China-Freihandel besser als die Bauern



Nach Ansicht des Bauernverbands ist der Nutzen des Freihandelsabkommens mit China bisher ausgeblieben. Economiesuisse widerspricht: Die Schweiz profitiere schon heute stark, obwohl das Abkommen noch lange nicht seine volle Wirkung entfaltet habe.

Die Schweizer Exporte nach China hätten sich trotz der Wachstumsschwäche in den letzten Jahren stets positiv entwickelt, heisst es in einer am Freitag veröffentlichten Kurzstudie von economiesuisse. Während Chinas Importe 2016 insgesamt um 5 Prozent zurückgingen, sei die Nachfrage nach Schweizer Produkten um 10 Prozent gestiegen.

Überdurchschnittlich gewachsen sind auch die Dienstleistungsexporte nach China. Aus Rückmeldungen von Mitgliedern weiss der Wirtschaftsdachverband zudem, dass nicht nur Grossunternehmen, sondern auch KMU das Freihandelsabkommen nutzen.

Entscheidender Wettbewerbsvorteil

Economiesuisse illustriert die positive Entwicklung mit verschiedenen Beispielen. So habe eine Studie der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften gezeigt, dass die Uhrenindustrie 2016 dank des Abkommens 27 Millionen Franken weniger Zölle zahlen musste. Auch bei in China eingekauften Vorleistungen konnten mehrere Millionen Franken gespart werden.

Die Zölle, die eine Herstellerin von Metallfedern zahlt, werden in den nächsten Jahren von 12 Prozent auf 0 Prozent gesenkt. Das sei ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Economiesuisse weist auch auf die Marktchancen für Landwirtschaftsprodukte hin: Während in der Schweiz vom Schwein fast nur das Filet gegessen werde, seien Füsse, Schwänzli und Schnörrli in China eine Delikatesse.

Ernüchterte Bauern

Der Schweizer Bauernverband hingegen zeigte sich vier Jahre nach Inkrafttreten des Freihandelsabkommens ernüchtert. Aus Sicht der Schweizer Landwirtschaft habe der Freihandel mit China zwar keinen Schaden gebracht, der prophezeite Nutzen sei aber bisher ausgeblieben, teilte er vor zwei Wochen mit.

Freihandel ist derzeit ein rotes Tuch für die Bauern. Sie befürchten, dass ein Abkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten die Preise von Rindfleisch, Poulet, Ölsaaten und Zucker unter Druck setzen würde.

In einem Bericht zur Agrarpolitik nach 2022 hat der Bundesrat generell mehr Freihandel und offenere Märkte angekündigt. Dagegen liefen nicht nur die Bauern Sturm. Die zuständige Nationalratskommission verlangt vom Bund eine Überarbeitung des Berichts. (sda)

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