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Mord: Protest in Myanmar gegen Todesurteil für Mord an Briten in Thailand



Nach dem Todesurteil gegen zwei Männer aus Myanmar wegen des Mordes an zwei jungen britischen Touristen in Thailand sind in Myanmar hunderte Menschen gegen den Urteilsspruch auf die Strasse gegangen.

An der Protestkundgebung vor der thailändischen Botschaft in Rangun beteiligten sich am Freitag auch mehrere Mönche. Auf Schildern hiess es: «Rettet die armen Jungs aus Myanmar» oder «Lasst unsere unschuldigen Bürger frei».

Andere Demonstranten hielten Bilder des thailändischen Königs Bhumibol Adulyadej hoch, um den Monarchen um Gnade zu bitten. Die beiden Gastarbeiter aus Myanmar waren am Donnerstag von einem thailändischen Gericht wegen Mordes und Vergewaltigung zum Tode verurteilt worden.

Die nackten Leichen der Opfer, einer 23-jährigen Frau und eines 24-jährigen Mannes, waren im September 2014 an einem Strand der Insel Koh Tao im Süden Thailands gefunden worden. Sie wiesen schwere Kopfverletzungen auf. In etwa 35 Metern Entfernung fanden die Ermittler eine blutbefleckte Hacke.

Die beiden Verurteilten bestreiten die Vorwürfe. Nach Angaben ihrer Verteidiger kamen ihre Geständnisse, die sie später widerrufen hatten, unter Folter zustande.

Beweisstücke nicht untersucht

Den Ermittlern wurde ausserdem vorgeworfen, DNA-Proben nicht sorgfältig genug genommen zu haben und Beweisstücke, wie etwa die Kleidung der jungen Frau, nicht untersucht zu haben. Die Verteidigung hatte immer wieder erklärt, die beiden Einwanderer dienten der unter Aufklärungsdruck stehenden Polizei lediglich als Sündenböcke.

Auch der Demonstrant Min Thein Khaing in Rangun kritisierte, dass es «kaum Beweise, keine Zeugen und nicht viele DNA-Spuren» gegeben habe. Dass die beiden Männer trotzdem zum Tode verurteilt worden seien, sei «unfair».

In Thailand kam Myanmars Botschafter am Freitag mit hochrangigen Regierungsvertretern zusammen, um über den Fall zu sprechen. Persönlich habe er den Urteilsspruch «mit Bedauern» zur Kenntnis genommen, sagte der Diplomat Win Maung. Er hoffe nun darauf, dass der Fall mit «besonderer Sorgfalt» weiterverfolgt werde und die Beziehungen zwischen beiden Ländern nicht belastet würden. (sda/afp)

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