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Asyl: Schweiz zählt im vergangenen Jahr 39'523 Asylgesuche



In der Schweiz sind im vergangenen Jahr 39'523 Asylgesuche eingereicht worden, wie das Staatssekretariat für Migration (SEM) am Donnerstag meldete. Das sind rund 10'000 mehr als ursprünglich erwartet. Entspannung ist nicht in Sicht.

Das SEM wagt zwar keine zahlenmässige Prognose für 2016, geht aber von einer anhaltend hohen Zahl von Asylgesuchen aus. Wahrscheinlich seien es kaum weniger als die rund 40'000 Gesuche, die im vergangenen Jahr gestellt wurden, heisst es in einer Mitteilung.

Hauptgrund sind die Kriege und Krisen, die in absehbarer Zeit nicht gelöst werden können. Es hänge aber von vielen Faktoren ab, ob jemand in der Schweiz ein Asylgesuch stelle, schreibt das SEM. Viele davon seien zurzeit kaum voraussehbar.

So hat auch Anfang 2015 kaum jemand erwartet, dass die Zahl der Asylgesuche innerhalb eines Jahres um 15'800 ansteigt. Dass das Asylsystem trotz dieser Last funktioniert, hat laut SEM unter anderem mit der prioritären Behandlung offensichtlich unbegründeter Asylgesuche zu tun. Auch Gesuche von Personen aus bestimmten Ländern mit wenig Aussicht auf Asyl würden rasch behandelt.

In ganz Europa haben 2015 rund 1.4 Millionen Menschen um Asyl gebeten, doppelt so viele wie 2014. Die Schweiz ist laut SEM für Menschen, die über die Balkanroute nach Europa kommen, kein primäres Zielland. Hingegen kommen Flüchtlinge über das Mittelmeer in die Schweiz.

Vergleichsweise geringer Anstieg

Im Vergleich zu Europa sei der Anstieg der Zahl der Asylgesuche in der Schweiz moderat, hielt das SEM fest. In der Schweiz wurden 3 Prozent aller in Europa eingereichten Asylgesuche gestellt. Im Vorjahr waren es noch 3.8 Prozent gewesen. 2014 hatte das SEM noch 23'765 Asylgesuche registriert. Das waren 15'758 weniger als 2015.

Wichtigstes Herkunftsland der Asylsuchenden in der Schweiz ist Eritrea. 9966 Personen aus dem ostafrikanischen Land reichten 2015 ein Asylgesuch ein, 3043 mehr als 2014. Im vergangenen Jahr erhöhte sich die Zahl der Eritreer und Eritreerinnen, die über das Mittelmeer nach Italien gelangten, gegenüber 2014 um 15 Prozent.

Zweitwichtigstes Herkunftsland ist Afghanistan mit 7831 Gesuchen. Danach folgen Syrien (4745 Gesuche) und Irak (2388 Gesuche). Dass die Zahl der Asylgesuche von Menschen aus diesen Ländern gestiegen ist, hat einen Zusammenhang mit der verstärkten Nutzung der Balkanroute. An fünfter Stelle steht Sri Lanka mit 1878 Gesuchen.

Im Dezember 2015 wurden in der Schweiz 4870 Asylgesuche eingereicht, 821 oder 14 Prozent weniger als im November. Rund zwei Drittel der im Dezember eingereichten Gesuche stammte von Afghanen, Syrern und Irakern. Die Zahl der Anträge von Eritreern und Eritreerinnen ging auf 170 zurück, wie das SEM schrieb. (sda)

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