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Mindestens sechs Tote bei Anschlag auf Luxus-Hotel in Kabul

21.01.2018, 08:56

Bewaffnete Angreifer haben in der Nacht zum Sonntag ein Luxushotel in der afghanischen Hauptstadt Kabul attackiert und mindestens sechs Menschen getötet. Unter den Toten seien fünf Afghanen und eine Ausländerin.

Dies sagte der Vizesprecher des afghanischen Innenministeriums, Nasrat Rahimi, der Nachrichtenagentur AFP. Rund 150 Menschen seien gerettet worden, darunter mehr als 40 Ausländer. Dem Innenministerium zufolge wurden vier Angreifer getötet. Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand.

Ministeriumssprecher Nadschib Danisch sagte dem Sender Tolo News, der Angriff sei beendet. Ein Beamter des afghanischen Geheimdienstes sagte AFP dagegen am Sonntagmorgen, der Angriff dauere noch an. Angreifer schossen demnach noch auf Sicherheitskräfte.

Auf Bildern bei Tolo News war dicker schwarzer Rauch über dem Intercontinental Hotel zu sehen. Flammen schlugen aus der obersten Etage des sechsstöckigen Gebäudes. Mehrere Menschen waren zu sehen, die versuchten, sich mit Hilfe von Bettlaken von einem Balkon im obersten Stockwerk abzuseilen. Einer von ihnen verlor den Halt und stürzte in die Tiefe.

Ein Hotelgast, der sich in einem Zimmer versteckte, sagte AFP per Telefon, er könne Schüsse in der Nähe des ersten Stocks hören. «Wir verstecken uns in unseren Zimmern, ich flehe die Sicherheitskräfte an, uns so schnell wie möglich zu retten, bevor sie zu uns kommen und uns töten», sagte er. Bei einem späteren Versuch von AFP, den Mann zu erreichen, war sein Telefon ausgeschaltet.

Vier Angreifer

Behördenangaben zufolge hatten vier Angreifer das Hotel am Samstagabend gestürmt, das Feuer eröffnet und dutzende Geiseln genommen. Rahimi zufolge waren sie mit Handfeuerwaffen und Panzerfäusten bewaffnet. Spezialeinsatzkräfte wurden während der nächtlichen Attacke von Helikoptern auf das Hoteldach heruntergelassen, wie Rahimi sagte.

Unklar war zunächst, wie viele Menschen sich im Hotel aufhielten. Wegen einer für Sonntag geplanten Informationstechnologie-Konferenz war das Hotel aber gut besucht. In den vergangenen Tagen hatte es Warnungen der Sicherheitsbehörden gegeben, Hotels und andere von Ausländern frequentierte Orte zu meiden.

In Kabul hatte es zuletzt vermehrt Anschläge gegeben. Das Intercontinental Hotel war bereits 2011 von den radikalislamischen Taliban angegriffen worden. 21 Menschen wurden getötet, darunter zehn Zivilisten. Im März 2014 waren bei einem Anschlag auf das Luxus-Hotel Serena in Kabul neun Menschen getötet worden, darunter ein AFP-Journalist.

Die Sicherheitsvorkehrungen am Intercontinental waren offenbar im Vergleich zu anderen Luxus-Hotels in der Stadt eher lax. Nach Behördenangaben war unklar, wie die Angreifer überhaupt an den Wachleuten des Hotels vorbeikommen konnten. Der Wachdienst war demnach vor drei Wochen von einer Privatfirma übernommen worden. Ein Hotelangestellter sagte AFP, die neuen Wachleute seien bei dem Angriff davongerannt. (sda/afp)

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