Konsumenten sollen vor unnötigen Behandlungen geschützt werden

Konsumenten sollen vor unnötigen Behandlungen geschützt werden

11.12.2017, 12:1611.12.2017, 12:16

Nur informierte Patienten können unnötige Behandlungen erkennen. Die Konsumentenschutzorganisationen der Schweiz wollen daher im kommenden Jahr Patientinnen und Patienten gezielt über solche Behandlungen aufklären.

Die Allianz der Konsumentenschutz-Organisationen will damit die Bestrebungen des Jahres 2017 fortsetzen, wie sie am Montag im Rahmen ihrer Medienkonferenz zum Rück- und Ausblick mitteilte. Die Aufklärung soll unter anderem über Listen erfolgen, welche unnötige Behandlungen enthält.

Die Listen helfen Patienten und Ärzten, zu beurteilen, ob auf eine Behandlung oder einen Test verzichtet werden kann, wenn diese kaum Zusatznutzen oder weniger Chancen als Risiken versprechen. Sie werden bereits seit 2014 im Rahmen der Initiative «smarter medicine» veröffentlicht.

Ausserhalb des Gesundheitswesens will sich die Allianz wie im zu Ende gehenden Jahr für die Rechte der Konsumenten in der Telekommunikation einsetzen. Im November konnten sie diesbezüglich einen Erfolg verbuchen: Die Telekomanbieterin Swisscom lancierte einen Callfilter, mit welchem auch auf dem Handy Werbeanrufe blockiert werden können.

Mehr Klarheit bei Lebensmitteln

Die Allianz will sich nächstes Jahr dafür engagieren, dass künftig alle Telekomanbieter diese Blockierungsmöglichkeit anbieten müssen. Dies ist ein Teil der geplanten Revision des Fernmeldegesetzes. Dass diese zugunsten der Konsumenten ausfällt, ist gemäss der Medienmitteilung ebenfalls ein Schwerpunkt der Konsumentenschützer.

Auf dem Radar haben die Konsumentenorganisationen auch die Nährstoff- und Herkunftsangaben von Lebensmitteln. Diese solle transparenter werden. Zucker etwa müsse in der Nährwertdeklaration bislang nicht zwingend ausgewiesen werden, schreibt die Allianz. Dies will sie ändern.

Zudem will sie erreichen, dass die Nährwertangaben mit Ampelfarben unterlegt werden, so dass für die Konsumenten mehr Klarheit und eine bessere Verständlichkeit herrscht.

Initiative wird eingereicht

Ein Schwerpunkt im zu Ende gehenden Jahr war die Initiative «Stop der Hochpreisinsel - für faire Preise». Über vier Monate vor Ablauf der Frist hätten die Allianz und ihre Partner über 100'000 Unterschriften gesammelt, schreibt die Allianz.

Die Initiative verlangt eine Anpassung des Kartellgesetzes und des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb. Insbesondere Kleidung, Kosmetikartikel und Zeitschriften seien in der Schweiz massiv teurer als anderswo, obwohl es sich um die gleichen Produkte handle. Am Dienstag, 12. Dezember, werden die Unterschriften bei der Bundeskanzlei eingereicht.

Zur Allianz gehören die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS), die Fédération Romande des Consommateurs (FRC) und die Associazione Consumatrici e Consumatore della Svizzera Italiana (ACSI). (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!