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Türkei: Im Zentrum Istanbuls fünf Tote bei Selbstmordanschlag



Bei einem Selbstmordanschlag auf einer Einkaufsstrasse der türkischen Metropole Istanbul hat ein Attentäter am Samstag vier ausländische Staatsbürger mit in den Tod gerissen. 36 Menschen wurden laut Gesundheitsminister Mehmet Muezzinoglu verletzt, sieben davon schwer.

Nach übereinstimmenden Medienberichten handelt es sich bei den vier vom Attentäter getöteten Personen und drei Israelis und einen Iraner. Dies meldete der Nachrichtensender CNN-Türk und andere türkische Fernsehsender am Samstag unter Berufung auf Angaben der behandelnden Spitäler.

Unter den Verletzten waren etliche Ausländer. Ein Sprecher des israelischen Aussenministeriums erklärte, mindestens elf israelische Staatsbürger seien verletzt worden, zwei davon schwer. Israel schickte zwei Flugzeuge nach Istanbul, um die verletzten Israelis in ihre Heimat zu transportieren. Gemäss den Behörden waren auch Staatsbürger aus Irland, Island, dem Iran und den Vereinigten Arabischen Emiraten unter den Verletzten.

Mitarbeiter der türkischen Regierung bezichtigten die verbotene Kurdische Arbeiterpartei PKK oder ihr nahestehende Organisationen dieses vierten Selbstmordanschlags in diesem Jahr. Auch eine Verwicklung der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in das Attentat sei möglich. Es bekannte sich niemand zu der Tat.

Der Selbstmordattentäter soll nach Darstellung eines Regierungsmitarbeiters ursprünglich ein anderes Ziel gehabt haben. Demnach wollte er den Sprengsatz an einem Ort mit noch mehr Menschen zur Explosion bringen, wurde aber von der Polizei abgeschreckt und zündete dann in Panik die Bombe.

Weniger bevölkert als üblich

Der Sprengkörper wurde in der Istiklal Caddesi gezündet, einem zur Fussgängerzone umfunktionierten Boulevard mit vielen Geschäften und Einkaufszentren. Die Strasse war weniger bevölkert als an Wochenenden üblich. Offenkundig war viele Menschen angesichts der vergangenen Anschläge zu Hause geblieben.

Die Behörden und ausländische Vertretungen rechneten für die kommenden Tage landesweit mit politischen Spannungen sowie gewaltsamen Auseinandersetzungen und terroristischen Anschlägen, insbesondere wegen des kurdischen Newroz-Festes vom Montag. Nach Angaben eines Mitarbeiters der türkischen Regierung plant die PKK Anschläge während des kurdischen Neujahrsfestes.

Erst vergangenen Sonntag waren bei einem Selbstmordanschlag in Ankara 37 Menschen getötet worden. Im Februar starben ebenfalls in Ankara bei einem ähnlichen Anschlag 29 Menschen.

Kurdische Extremisten haben sich zu beiden Anschlägen bekannt. Im Januar hatte ein Selbstmordattentäter zehn Menschen im historischen Zentrum Istanbuls getötet, die meisten von ihnen waren Deutsche. In diesem Fall machte die türkische Regierung den IS für den Anschlag verantwortlich. (sda/reu/afp/dpa)

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