Venezuela: Opposition in Venezuela siegt bei der Parlamentswahl klar
Venezuelas Opposition hat bei den Parlamentswahlen einen Erdrutschsieg erzielt. Wie die Präsidentin des nationalen Wahlrats am Montagmorgen mitteilte, entfielen auf die im Bündnis «Mesa de la Unidad Democrática» (MUD) vereinte Opposition mindestens 99 der 167 Mandate.
Bereits vor Bekanntgabe von Hochrechnungen hat sich die rechtsgerichtete Opposition in Venezuela zum Sieger der Parlamentswahl erklärt. Erstmals seit 16 Jahren verliert die regierenden Sozialisten von Präsident Nicolas Maduro damit ihre Mehrheit.
«Die Wahlen sind so ausgefallen, wie wir es erwartet haben. Venezuela hat gewonnen. Das ist unumkehrbar», teilte Oppositionsführer Henrique Capriles über den Kurznachrichtendienst Twitter am Sonntag mit.
Am Abend hatten die Behörden eine verlängerte Öffnung der Wahllokale um eine Stunde verfügt, was von der Opposition als ungesetzlich kritisiert wurde. Begründet wurde dies mit einer «sehr hohen Beteiligung» an der Wahl.
Maduro verliert Rückhalt
Rund 19 Millionen Stimmberechtigte waren am Sonntag aufgerufen, über die Vergabe der 167 Sitze zu entscheiden. In Umfragen lag zuletzt das rechtsgerichtete Parteienbündnis «Demokratische Einheit» vorne.
Das südamerikanische Land leidet unter dem Ölpreisverfall, der die staatlichen Einnahmen schmälert, sowie hohen Zahlungsverpflichtungen. Venezuela kämpft auch mit massiver Inflation. Maduro ist der Nachfolger des 2013 verstorbenen Präsidenten Hugo Chavez. Vor der Parlamentswahl wurden immer mehr Oppositionspolitiker kaltgestellt. Angesichts der schweren Wirtschaftskrise verlor die sozialistische Regierung um Maduro an Rückhalt. (sda/reu/afp)
