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Vor Klimagipfel demonstrieren Tausende in Bonn für Kohleausstieg



Vor Beginn der Weltklimakonferenz in Bonn haben tausende Menschen in der früheren Hauptstadt für den Ausstieg aus der Kohleenergie demonstriert. Während die Polizei keine Angaben zur Teilnehmerzahl machte, sprachen die Veranstalter von rund 25'000 Demonstranten.

Nach einem Protestzug durch Bonn forderten Redner bei der Abschlusskundgebung am Samstag ein Klimaschutzgesetz und einen verbindlichen Fahrplan für das Ende der Kohleverstromung.

Demonstranten hielten Plakate mit der Aufschrift «Rettet das Klima» hoch. Auf anderen Transparenten wurde die deutsche Kanzlerin Angela Merkel vorgeworfen, den Klimaschutz zu verschlafen.

«Von der Bundesregierung erwarten wir, dass sie das Pariser Klimaschutzabkommen endlich wirkungsvoll umsetzt», erklärten die Organisatoren. «Die dreckigste Hälfte der Kohlekraftwerke muss in wenigen Jahren abgeschaltet sein, denn Klimaschutz entscheidet sich am Kohleausstieg.»

Blickfang des Demontrationszugs war zum Beispiel eine grosse Erdkugel von Greenpeace, auf der Kohlekraftwerke eine dunkelgraue Wolke mit dem Gesicht von Merkel ausstiessen. Darunter stand: «Raus aus der Kohle, Frau Merkel!» Nach Polizeiangaben blieben die Aktionen friedlich.

Unterstützt wurde der Protest unter dem Motto «Klima schützen - Kohle stoppen» von über hundert Umweltschutz- und Bürgerrechtsgruppierungen sowie von kirchlichen Organisationen und Entwicklungsverbänden. Zum Trägerkreis zählen unter anderem Campact, BUND, Greenpeace, Misereor, Brot für die Welt, WWF und Oxfam.

Am Montag beginnt in Bonn die 23. Weltklimakonferenz. Dort geht es darum, Regeln zu definieren, wie die in Paris 2015 vereinbarten Klimaschutzziele erreicht werden können. Dazu sollen bis zum 17. November mehr als 23 000 Menschen aus rund 195 Ländern zusammenkommen. Es ist die bisher grösste zwischenstaatliche Konferenz auf deutschem Boden.

Das Pariser Klimaschutzabkommen sieht vor, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad - möglichst auf 1.5 Grad - im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu beschränken. (sda/afp)

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