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In Deutschland rege Wahlbeteiligung bis Mittag



Bei der deutschen Bundestagswahl deutet sich vielerorts eine höhere Beteiligung als 2013 an. Das geht aus Mitteilungen der Landeswahlleiter zu mehreren Grossstädten hervor.

In Hamburg hatten bis 11.00 Uhr 37.4 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Vor vier Jahren waren es nach Angaben des Statistikamtes Nord zu diesem Zeitpunkt erst 35.4 Prozent. In Bremen wählten bis 12.00 Uhr 27.1 Prozent nach 24.9 Prozent 2013. Der Bundeswahlleiter wollte gegen 15.30 Uhr erste nationale Zahlen zur Wahlbeteiligung veröffentlichen.

Auch in München machten die Menschen am Vormittag von ihrem Wahlrecht rege Gebrauch. Bis 12.00 Uhr lag die Wahlbeteiligung einschliesslich der Briefwahl bei 57.1 Prozent, vor vier Jahren waren es zum gleichen Zeitpunkt 44.3 Prozent. Auch aus Nürnberg meldete das Wahlamt ein stärkeres Interesse: Dort gaben einschliesslich Briefwahl 29.6 Prozent der Wähler ihre Stimme ab, 2013 waren es noch 26.4 Prozent.

Einen ähnlichen Trend gab es in Baden-Württemberg. In Stuttgart hatten bis 12.00 Uhr 19.6 Prozent der Wahlberechtigten ihre Kreuze gemacht. Das waren 0.5 Prozentpunkte mehr als 2013.

In Potsdam bildeten sich nach Angaben eines Stadtsprechers vielerorts Schlangen vor den Wahllokalen. In Sachsen-Anhalt hatten bis 12.00 Uhr 29.6 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Vor vier Jahren waren es zum gleichen Zeitpunkt 25.8 Prozent.

Allerdings meldeten einige Bundesländer auch einen ruhigen Start der Wahl. In Sachsen blieb die Wahlbeteiligung bis zum Mittag im Vergleich zu 2013 unverändert. In Thüringen sank sie sogar auf 24.5 Prozent. 2013 hatten zu diesem Zeitpunkt schon 31.2 Prozent gewählt.

Schulz gibt sich optimistisch

Wenige Stunden nach Beginn der Bundestagswahl gab SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz am Sonntag seine Stimme ab. In seiner Heimatstadt Würselen (Nordrhein-Westfalen) betrat er gegen 10 Uhr zusammen mit seiner Ehefrau Inge das Wahllokal im Rathaus, füllte seinen Wahlzettel aus und warf ihn ein.

«Ich hoffe, dass heute möglichst viele Menschen von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen und eine demokratische Zukunft der Bundesrepublik Deutschland bestärken, indem sie demokratischen Parteien ihre Stimme geben», sagte der 61-Jährige. Vor dem Wahllokal machte er das Victory-Zeichen.

Er sei zuversichtlich, dass viele der Unentschlossene ihre Stimme seiner Partei geben. «Ich bin optimistisch, dass die SPD mit einem guten Resultat aus diesem Wahlkampf herauskommt.»

Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir grüsste bei seiner Stimmabgabe im Berliner Bezirk Kreuzberg vormittags gut gelaunt wartende Journalisten, Wahlhelfer und andere Wähler und verliess das Wahllokal danach kommentarlos. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wollte ihre Stimme am Nachmittag gegen 14.30 Uhr in Berlin-Mitte abgeben.

Merkel vor vierter Amtszeit

Rund 61.5 Millionen Deutsche waren zur Wahl aufgerufen. Letzte Umfragen sahen die Union zwischen 34 und 36 Prozent. Die SPD stand bei 21 bis 22 Prozent. Die AfD lag zwischen 11 bis 13 Prozent, die Linke kam auf 9.5 bis 11, die FDP auf 9 bis 9.5 Prozent. Die Grünen standen demnach bei 7 bis 8 Prozent.

Damit könnte neben einer neuen grossen Koalition aus Union und SPD auch ein Jamaika-Bündnis aus Union, FDP und Grünen möglich werden. In beiden Fällen wäre Merkel auch die nächste Bundeskanzlerin, sie würde damit bereits in ihre vierte Amtszeit gehen.

Mit besonderer Spannung wird das Abschneiden der AfD erwartet: Erstmals seit den 50er-Jahren könnte eine rechtsnationale Partei in den Bundestag einziehen - und das möglicherweise sogar als drittstärkste Kraft.

Die Wahllokale schliessen um 18.00 Uhr, gleich darauf senden die grossen Fernsehsender die ersten Prognosen. Das vorläufige amtliche Endergebnis wird für die Nacht zum Montag erwartet. (sda/dpa)

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