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52 ägyptische Polizisten sterben in Feuergefecht mit Extremisten



Bei einem schweren Feuergefecht mit mutmasslichen Extremisten sind in Ägypten mindestens 52 Polizisten getötet worden. Unter den Opfern seien auch 21 Polizeioffiziere, hiess es am Samstag aus ägyptischen Sicherheitskreisen.

Nach Angaben des Innenministeriums waren die Sicherheitskräfte am Freitag angegriffen worden, als sie ein Versteck der Extremisten stürmen wollten. Lokalen Medien zufolge kam es in der Baharia-Oase rund 300 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Kairo zum Feuergefecht.

Offizielle Opferzahlen nannte das Innenministerium nicht, sondern erklärte lediglich, eine Zahl an Polizisten sei getötet oder verletzt worden. Auch Terroristen kamen demnach ums Leben. Das ägyptische Staatsfernsehen meldete, die Sicherheitskräfte hätten eine gross angelegte Suchaktion eingeleitet.

Die ägyptische Nachrichtenseite «Al-Masry al-Youm» meldete, die Razzia habe sich gegen die Terrorgruppe Hasm-Bewegung gerichtet. Diese hatte sich in der Vergangenheit mehrfach zu Anschlägen in Ägypten bekannt. Die ägyptische Regierung bezeichnet sie als den bewaffneten Arm der in Ägypten als Terrororganisation eingestuften islamistischen Muslimbrüder. Die Muslimbruderschaft weist das zurück.

Die Sicherheitskräfte hatten offenbar einen Hinweis erhalten, nach dem sich mehrere Hasm-Mitglieder in der Wüste nahe der Oase in der Region Gizeh versteckt halten sollten. Die Oase liegt im ägyptischen Teil der Libyschen Wüste und ist auch ein Anziehungspunkt für Touristen.

Im Internet kursierte eine Stellungnahme der Hasm-Bewegung, in der sie sich zum Angriff bekannte. Die Extremisten erklärten, sie hätten 56 Polizisten in einen Hinterhalt gelockt und getötet. Die Echtheit der Erklärung liess sich zunächst nicht überprüfen. Einen derart schweren Angriff hatte die Hasm-Bewegung bisher nicht verübt.

Al-Sisi sagt Termine ab

Der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi sagte für Samstag fast alle Termine ab. Lediglich an seiner Teilnahme an einer Gedenkfeier zum 75. Jahrestag der Schlacht von El-Alamein, die die Alliierten im Zweiten Weltkrieg für sich entschieden hatten, wollte er festhalten.

Seit dem Sturz des frei gewählten islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi durch das Militär im Sommer 2013 kommt es in Ägypten regelmässig zu Angriffen auf Sicherheitskräfte. Diese wiederum gehen immer wieder gegen Islamisten und mutmassliche Terroristen vor. Mehrere hundert Soldaten und Polizisten wurden seither getötet.

Vor allem von der Sinai-Halbinsel, die an Israel und den palästinensischen Gazastreifen grenzt, werden immer wieder Gefechte zwischen Sicherheitskräften und islamistischen Kämpfern gemeldet. Dort ist ein Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aktiv. (sda/dpa/reu/afp)

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