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Tausende Menschen trotzten dem Regen, um sich im benachbarten Kolumbien mit dem Nötigsten einzudecken.
Bild: CARLOS EDUARDO RAMIREZ/REUTERS

Venezuela öffnet wieder die Grenzen: Tausende gehen in Kolumbien einkaufen

17.07.16, 04:37 17.07.16, 08:43

Angesichts der akuten Versorgungskrise im eigenen Land haben erneut tausende Venezolaner die Grenze nach Kolumbien passiert, um sich dort mit Lebensmitteln und Medikamenten einzudecken. Die venezolanischen Behörden öffneten am Samstag erneut kurzzeitig die Grenze. Nach Angaben von Kolumbiens Verteidigungsminister Luis Carlos Villegas überquerten daraufhin 15'000 Menschen den Fussgängerübergang in die kolumbianische Grenzstadt Cúcuta.

Venezuelas Präsident Nicolás Maduro hatte den Grenzübergang am Sonntag vergangener Woche zum ersten Mal freigegeben, nachdem einige Tage zuvor rund 500 Venezolaner den Grenzübertritt erzwungen hatten, um im Nachbarland Reis, Zucker, Mehl, Toilettenpapier oder Speiseöl zu kaufen.

Maduro hatte im August 2015 die Schliessung der Grenze zu Kolumbien angeordnet. Zuvor waren bei einem Angriff mutmasslicher kolumbianischer Ex-Paramilitärs gegen eine venezolanische Armeepatrouille drei Menschen verletzt worden, was zu Spannungen zwischen beiden Ländern führte.

Vorräte aufgestockt

Die Leute standen Schlange, um die Grenze überqueren zu können.
Bild: CARLOS EDUARDO RAMIREZ/REUTERS

Nach Angaben von Verteidigungsminister Villegas werden am Sonntag weitere Venezolaner in Cúcuta erwartet. Er versicherte, dass es in den Geschäften genug Vorräte für die Bewohner und die Einkäufer aus dem Nachbarland gebe. In Kolumbien wird der Andrang auf die Supermärkte mit Sorge gesehen, weil wegen eines Streiks der Lastwagenfahrer auch dort Versorgungsengpässe befürchtet werden.

In Venezuela gab es wegen gravierender Versorgungsengpässe zuletzt immer wieder Unruhen und Plünderungen. Das südamerikanische Land ist extrem abhängig von seinen Einnahmen aus dem Öl-Export. Seit dem Verfall der Ölpreise steckt Venezuela in einer massiven Wirtschaftskrise. Die Opposition macht den sozialistischen Präsidenten für die Misere verantwortlich. (trs/sda/afp)

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