International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.


By tradition, the Godfather cannot refuse a request on his daughter's wedding day, and Bonasera, portrayed by Frank Puglia, aksa Don Corleone, portrayed by Marlon Brando, at right, for a favor in this scene from the 1972 movie

Würde Vito Corleone noch leben, er hätte dem «IS» sicher auch den Krieg erklärt. 
Bild: AP PARAMOUNT PICTURES

Der Sohn eines Mafia-Paten erklärt dem «IS» den Krieg – in einem Video von 2012

Der sogenannte «Islamische Staat» hat sich schon so einige Feinde gemacht: Schiiten, Sunniten, Jesiden, die irakische Regierung, Baschar al-Assad, Frankreich, mehr oder weniger alle westlichen Staaten und Anonymous haben der Terrormiliz den Krieg erklärt. Jetzt reiht sich ein weiterer Akteur in die breite Front gegen den «IS» ein – die Mafia. 

In einem Interview warnt Giovanni Gambino – Sohn des berühmt-berüchtigten Mobster-Bosses John Gambino und mässig erfolgreicher Schriftsteller – den sogenannten «Islamischen Staat», seine Zelte im «Big Apple» aufzuschlagen. «Dort, wo der sizilianische Einfluss gross ist, wird sich der [sogenannte] ‹Islamische Staat› nie ausbreiten können.» Die dschihadistische Terrororganisation, so Gambino, habe Angst vor der Mafia. Das sei auch der Grund, weshalb der «IS» noch nie einen Anschlag in New York oder auf Sizilien verübt habe. 

Die medienwirksame Aussage erfolgte wenige Tage, nachdem der «IS» in einem Video einen Anschlag in New York angekündigt hatte. Der Times Square und das Einkaufszentrum Macy's sollen demnach im Fadenkreuz der Terroristen sein.

«IS»-Propagandavideo

abspielen

YouTube/CBSN

Die Äusserungen Gambinos gingen schnell viral. «Daily Mail», «Metro», «Express», «New York Post» und andere Revolverblätter nahmen die Geschichte dankend auf: «Mafia vs. ‹Islamischer Staat›» – eine Schlagzeile, die man nicht ausschlagen kann. Als Quelle ist in den meisten Fällen ein Interview mit dem renommierten Sender NBC angegeben. Klickt man auf den Link, so erscheint jedoch ein Interview mit einem Feld-Wald-Wiesen-Sender aus dem Jahr 2012 – in dem der «IS» mit keinem Wort erwähnt wird (kein Wunder, damals wussten höchstens Nahost-Insider, dass eine Gruppe mit diesem Namen überhaupt existierte).

Als weitere Quelle ist eine Meldung der Nachrichtenagentur Reuters aufgeführt. Dabei handelt es sich jedoch bloss um einen Pressetext der PR-Firma PR Newswire. Auch hier war ein angebliches NBC-Video verlinkt und auch hier handelt es sich um das ominöse Video aus dem Jahr 2012, in dem Gambino in einer Talkshow eines Lokalsenders aus Cleveland «Prince of Omerta», einen Roman über einen Auftragskiller, vermarktete. 

Woher stammt also die «Kriegserklärung» Gambinos an den «IS», auf die sich Medien von Brooklyn bis Warschau stürzten? Das Magazin «Vice» hat Joseph Savoy, den Pressekontakt von PR Newswire, um Aufklärung gebeten. Savoy bestätigte, dass die Zitate von Gambino seien und dass sie Ausdruck dafür seien, «wie er sich fühlt». Die Geschichte mit dem fälschlich als NBC-Video bezeichneten Link konnte sich Savoy auch nicht erklären.

Vielleicht liefert die letzte Zeile der Pressemitteilung Aufschluss: Gambino habe enge Beziehungen zu namhaften Filmproduzenten geknüpft und sei im Begriff, eine Karriere in Hollywood zu starten, steht da. Es drängt sich die Vermutung auf, dass ein altes Interview aufgewärmt wurde, um einer ins Stocken geratenen Karriere wieder etwas Schwung zu verleihen. Seit der «Kriegserklärung» kann sich Gambino nämlich vor Medienanfragen kaum retten. Am Montag durfte er in der populären rechtskonservativen Radio-Show «Savage Nation» über sich, seine Arbeit und den «IS» plaudern. 

Gambino wurden die schriftstellerischen Themen – Auftragskiller, Spielschulden, Erpressung – in die Wiege gelegt. Ein Schelm, wer denkt, dass er auch in Sachen Marketing von den Schummeleien und Mauscheleien seiner Familie gelernt hat.

«La Famiglia»: Die Geschichte der Gambinos

Die Gambino-Familie galt lange als eines der einflussreichsten Mafia-Syndikate an der Ostküste und war neben den Bonanno, den Colombo, den Genovese und den Lucchese eine der «Fünf Familien» der Cosa Nostra. Giovanni Gambinos Vater, John Gambino, führte als «Capodecina» eine Zweigstelle der Organisation, die sich vor allem mit Heroinhandel, organisierter Kriminalität und Geldwäscherei einen Namen machte. Ende der 90er Jahre wurde John Gambino nach einem Deal mit der Staatsanwaltschaft wegen Schutzgelderpressung zu 15 Jahren Haft verurteilt.

Bild

John Gambino: verurteilter Mafia-Pate.
bild: wikimediacommons

(wst)

Der sogenannte «Islamische Staat»

USA schicken 400 Soldaten in die Schlacht um die IS-Hochburg Rakka

Link zum Artikel

Dutzende Tote: Terrormiliz Fateh al-Scham bekennt sich zu Anschlägen in Homs

Link zum Artikel

Über 100 Beamte im Tessin im Einsatz – und sie fassen EINEN mutmasslichen Islamisten

Link zum Artikel

«IS» verkündet Tod ihres Sprechers Abu Mohammed al-Adnani

Link zum Artikel

Nein, Herr Trump, Obama ist NICHT der Gründer des «IS» – aber ganz unschuldig ist er auch nicht

Link zum Artikel

«IS»-Vorwurf gegen muslimische Schüler in Therwil fällt in sich zusammen

Link zum Artikel

US-Soldaten in Syrien: Obama will Kontingent versechsfachen

Link zum Artikel

«IS» soll syrischen Piloten nach Kampfjet-Abschuss gefangen genommen haben

Link zum Artikel

Der «IS» funktioniert wie eine Sekte – das erklärt auch, warum die Terroristen so grausam sind

Link zum Artikel

Der «Islamische Staat» wirbt im Darknet – zu Besuch bei der Terror-Propaganda-Abteilung

Link zum Artikel

ETH-Sicherheitsexperte: «Es bringt dem ‹IS› nichts, Schweizer zu töten»

Link zum Artikel

Die derzeit 6 populärsten Antworten auf den Terror – und warum sie alle in die Sackgasse führen

Link zum Artikel

6 Indizien dafür, dass der IS schwächer ist, als wir dachten

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

«Es ist absurd» – der Chef erklärt, was er vom Feminismus hält

Link zum Artikel

Vorsicht, jetzt kommt die Wohnmobil-Rezession!

Link zum Artikel

Du bist ein Schwing-Banause? Wir klären dich rechtzeitig fürs Eidgenössische auf

Link zum Artikel

Zug steckt während 3 Stunden zwischen Grenchen und Biel fest – Passagiere wurden evakuiert

Link zum Artikel

Apples Update-Schlamassel – gefährliche iOS-Lücke steht zurzeit wieder offen

Link zum Artikel

So viel verdient dein Lehrer – der grosse Schweizer Lohnreport 2019

Link zum Artikel

Prügelt Trump die amerikanische Wirtschaft in eine Rezession?

Link zum Artikel

Schweizer Firmen wollen keine Raucher einstellen – weil sie (angeblich) stinken

Link zum Artikel

Liam und Emma sind die beliebtesten Namen der Schweiz – wie sieht es in deinem Kanton aus?

Link zum Artikel

AfD-Politikerin Alice Weidel ist heimlich wieder in die Schweiz gezogen

Link zum Artikel

Mein Horror-Erlebnis im Militär – und was ich daraus lernte

Link zum Artikel

2 mal 3 macht 4! – Das wurde aus den Darstellern von «Pippi Langstrumpf»

Link zum Artikel

Greta Thunberg wollte Panik säen, erntet nun aber Wut

Link zum Artikel

Pasta mit Tomatensauce? OK, wir müssen kurz reden.

Link zum Artikel

«Es war die Hölle» – dieser Schweizer war am ersten Woodstock dabei

Link zum Artikel

Oppos Reno 5G ist ein spektakuläres Smartphone – das seiner Zeit voraus ist

Link zum Artikel

MEI, Minarett und Güsel: Das musst du zum Polit-Röstigraben wissen

Link zum Artikel

Ich hab die 3 neuen Huawei-Handys 2 Monate im Alltag getestet – es gab einen klaren Sieger

Link zum Artikel

Keine Hoffnung auf Überlebende nach Unwetter im Wallis ++ Gesperrte Pässe in Graubünden

Link zum Artikel

Immer wieder Djokovic – oder Federers Kampf gegen die Dämonen der Vergangenheit

Link zum Artikel

QDH: Huber ist in den Ferien. Wir haben ihn vorher noch ein bisschen gequält

Link zum Artikel

YB-Fan lehnt sich im Extrazug aus dem Fenster – und wird von Schild getroffen

Link zum Artikel

10 Tweets, die zeigen, dass in Grönland gerade etwas komplett schief läuft

Link zum Artikel

Wahlvorschau: Die Zentralschweiz ist diesmal nicht nur für Rot-Grün ein hartes Pflaster

Link zum Artikel

Sogar Taschenrechner verwirrt: Dieses Mathe-Rätsel macht gerade alle verrückt

Link zum Artikel

Die bizarre Geschichte der Skinwalker-Ranch, Teil 4: Die Zweifel des Insiders

Link zum Artikel

Uli, der Unsportliche – warum GC-Trainer Forte in Aarau unten durch ist

Link zum Artikel

Die Bloggerin, die 22 Holocaust-Opfer erfand, ist tot, ihre Fantasie war grenzenlos

Link zum Artikel

Google enthüllt sechs Sicherheitslücken in iOS – das solltest du wissen

Link zum Artikel

Der neue Tarantino? Ist Mist. Aber vielleicht seht ihr das ganz anders

Link zum Artikel

Wohin ist denn eigentlich die Hitzewelle verschwunden? Nun, die Antwort ist beunruhigend

Link zum Artikel

Gewalt und Krankheiten – die Bewohner der ersten Steinzeit-Stadt lebten gefährlich

Link zum Artikel

Ab heute lebt die Welt auf Ökopump – und diese Länder sind die grössten Umweltsünder

Link zum Artikel

ARD-Moderatorin lästert über «Fortnite»-Spieler und erntet Shitstorm – nun wehrt sie sich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

2
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Luca Brasi 27.11.2015 13:37
    Highlight Highlight Ach, waren das noch Zeiten als sich nicht jeder als "Big Shot" aufgeführt hat und sich bei den Medien anbiederte nur um in die Schlagzeilen zu kommen. Diskretion war das A und O. Man sollte sich nicht wundern, wenn man Drogenplantagen in der Türkei oder sonstwo hat und zwielichtige Partner dort auch Geschäfte mit dem IS machen. Aber viele sehen nur das schnelle Geld im Drogenbusiness. Vergogna!
  • beatz 27.11.2015 13:25
    Highlight Highlight So viel zur Effizienz der «Mafia».

Hollywood verliert einen ganz Grossen: «Easy Rider»-Star Peter Fonda ist tot

Der amerikanische Schauspieler Peter Fonda, der durch den Kult-Film «Easy Rider» berühmt wurde, ist tot. Er sei am Freitag in seinem Haus in Los Angeles an den Folgen von Lungenkrebs gestorben, teilte die Familie des Schauspielers mit.

Fonda starb nach Angaben seines Agenten am Morgen im Kreis seiner Angehörigen. Die Todesursache war den Angaben zufolge Atemstillstand. Der Sohn von Hollywood-Star Henry Fonda (1905-1982) und der jüngere Bruder von Schauspielerin Jane Fonda wurde 79 Jahre alt.

Der …

Artikel lesen
Link zum Artikel