Schweiz
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Über 100 Beamte im Tessin im Einsatz – und sie fassen EINEN mutmasslichen Islamisten



Eine Festnahme nach Anti-Terror-Operationen im Kanton Tessin Im Tessin sind am Mittwoch Razzien durchgeführt worden, die im Zusammenhang mit mutmasslicher Terror-Rekrutierung standen. Dabei ist eine Person im Raum Lugano festgenommen worden. Eine zweite Verhaftung gab es ausserdem bei einem Verfahren auf kantonaler Ebene.

Die Tessiner Polizei riegelt das Gebiet rund um die Via delle Aie, an der eine Tasche unschaedlich gemacht wird, weitraumig ab und sperrt dazu die Via Giacomo Filippo Ciani fuer den Verkehr, am Donnerstag 31. Maerz 2016, in Lugano. Laut Medienberichten handelt es sich um keine Bombe. (KEYSTONE/TI-PRESS/Pablo Gianinazzi)

Grosseinatz der Tessiner Polizei (Symbolbild) Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Mehr als 100 Beamte von Tessiner Kantonspolizei und dem Bundesamt für Polizei (fedpol) seien am Mittwoch bei den Operationen im Einsatz gewesen, teilte die Bundesanwaltschaft (BA) am Mittwoch mit. Bei den Ermittlungen geht es um den Verdacht, dass im Tessin Mitglieder für die verbotenen Terrororganisationen Al-Kaida und Islamischer Staat rekrutiert worden sind.

Keine Verbindungen nach Winterthur

Derzeit wird laut BA ein Strafverfahren gegen einen schweizerisch-türkischen Doppelbürger sowie gegen einen türkischen Staatsbürger durchgeführt. Bei der am Mittwoch im Tessin festgenommenen Person handele es sich um einen dieser beiden Beschuldigten, teilte die BA auf Anfrage mit. Die Tessiner Staatsanwaltschaft präzisierte auf Nachfrage, dass der Zugriff «im Raum Lugano» erfolgte. Dort sei auch ein Gebetshaus durchsucht worden, ohne dass es zu einer Festnahme kam.

Die beiden Männer werden verdächtigt, gegen das Bundesgesetz über das Verbot der Gruppierungen Al-Kaida und Islamischer Staat verstossen zu haben. Ausserdem sollen sie sich an einer kriminellen Organisation beteiligt haben. Zusätzlich steht der Vorwurf im Raum, das Verbot von Gewaltdarstellungen verletzt zu haben.

Bei den Ermittlungen, die zur Festnahme im Tessin führten, gebe es keinen Zusammenhang zum Attentäter vom Berliner Weihnachtsmarkt, dem Tunesier Anis Amri, wie die Bundesanwaltschaft in Bern am Mittwoch auf Anfrage mitteilte. Es handele sich um ein eigenständiges Strafverfahren.

Die deutsche Bundesanwaltschaft hatte im Zusammenhang mit dem Terroranschlag in Berlin, der 12 Menschenleben forderte, ein Verfahren gegen Unbekannt eröffnet. Keine Verbindungen bestünden ausserdem zwischen der Tessiner Festnahme und den Razzien beziehungsweise Verhaftungen in der Winterthurer An'Nur Moschee im vergangenen Jahr.

Verdächtiger wegen diverser Vergehen im Visier

Insgesamt gab es am Mittwoch zwei Polizeioperationen, da zusätzlich ein unabhängiges kantonales Strafverfahren durchgeführt wird. Gegen den unter Verdacht der Terrorunterstützung stehenden schweizerisch-türkischen Doppelbürger werde ausserdem in einem anderen Tatkomplex ermittelt, teilte die Tessiner Kantonspolizei am Mittwoch auf Anfrage mit. Im Zentrum stehe hierbei eine Sicherheitsfirma aus dem Raum Bellinzona.

Der Doppelbürger sei Angestellter eines 36-Jährigen gewesen, der am Mittwoch festgenommen worden sei. Die Vorwürfe im Rahmen der Ermittlungen lauten auf Verstösse gegen das Arbeitsrecht und gegen das Gesetz zu privaten Sicherheitsbetrieben. Ausserdem wird den Männern gemäss der Kantonspolizei Wucher sowie Gewalttaten gegenüber mindestens einem Asylbewerber vorgeworfen.

Diese Vorfälle sollen sich in Camorino TI ereignet haben, wo die Sicherheitsfirma im Einsatz war. Mittlerweile sei sie von ihren Diensten entbunden und durch einen anderen Anbieter ersetzt worden. Im Rahmen der Ermittlungen sei es auch zu Beschlagnahmungen gekommen.

(sda)

Razzia in Winterthurer Moschee

Personen rekrutiert

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13Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Herbert Anneler 22.02.2017 20:27
    Highlight Highlight Durchsichtiges Ablenkungsmanöver Gobbis, weil er seinen Laden nicht im Griff hat: Skandal mit Handel von Aufenthaltsbewilligungen in seinem Departement vor ein, zwei Wochen. Unglaublich, was uns diese rechtsextremen Hetzer kosten! 100 Polizisten für die Verhaftung von Rekrutierern, die nichts mit Anschlägen in CH im Sinn hatten. Da waren die Winterthurer mit ihren Interventionen gegen die An'Nur-Leute eindeutig effizienter!
  • http://bit.ly/2mQDTjX 22.02.2017 15:59
    Highlight Highlight Das Al-Qaida-Gesetz ist kontraproduktiv, nicht zeitgemäss, und es öffnet Tür und Tor für Staatswillkür. Das Gesetz kriminalisiert jede Person und bedroht sie mit 5 Jahren Gefängnis, wenn sie "Aktivitäten [der Al-Qaïda, des IS und beliebig anderen] auf andere Weise fördert".

    https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/20142993/

    Fördern Journalisten die Al-Qaïda oder den IS, wenn sie über deren Propaganda berichten? Fördern Anwälte die Aktivitäten, wenn sie deren Interessen vertreten?

    Jeder Dialog mit diesen Gruppierungen ist gemäss diesem Gesetz strafbar.

    Wie soll den Frieden gehen?
    • Trubalix 22.02.2017 17:20
      Highlight Highlight Statt 5 jahre, ab in den gulag
    • http://bit.ly/2mQDTjX 22.02.2017 18:30
      Highlight Highlight Der Gulag führt wohl eher zu einem nordkoreanischen Modell von Frieden und Glück. Wünscht du dir das wirklich, Tingel Triangel?
    • Trubalix 22.02.2017 19:28
      Highlight Highlight Ja, russischer gulag im steinbruch. Wer normal tikt, hat ja nichts zum befürchten. Knallhard durchgreifen. Und wünschen, in diesen fahll ja
    Weitere Antworten anzeigen
  • Bene86 22.02.2017 15:37
    Highlight Highlight Sie wollten bestimmt nur Friiieden und Liiiebe unter die Menschen bringen!

Männer starten häufiger einen zweiten Eheversuch als Frauen

2010 lag die Wahrscheinlichkeit, dass eine Ehe in der Schweiz geschieden wird, bei 50 Prozent. Mittlerweile rechnen Statistiker mit dem Scheitern von 40 Prozent. Dennoch hat sich der Anteil der Geschiedenen in den letzten 30 Jahren von 4.2 auf 8.5 Prozent verdoppelt.

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