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Abu Mohammed al-Adnani

Der Sprecher der Terrormiliz «IS», Abu Mohammed al-Adnani, wurde getötet.  Bild: screenshot

«IS» verkündet Tod ihres Sprechers Abu Mohammed al-Adnani



Einer der höchsten Anführer der Terrormiliz «Islamischer Staat» («IS») ist nach Angaben der Extremisten in Nordsyrien getötet worden. «IS»-Sprecher Abu Mohammed al-Adnani sei in Aleppo als «Märtyrer» ums Leben gekommen, als er Militäroperationen inspiziert habe, teilte der «IS »am Dienstagabend mit.

Die Echtheit der Mitteilung im Internet liess sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Sie wurde aber über die üblichen «IS»-Kanäle verbreitet. Auch die «IS»-Propaganda-Agentur Amak berichtete über al-Adnanis Tod.

Unklar war, wie der «IS»-Anführer ums Leben kam. In der Provinz Aleppo kämpfen die Extremisten gegen syrische Rebellen und gegen Kurden. Die USA und Russland fliegen Luftangriffe auf die Terrormiliz.

Aus Washington verlautete, dass ein «ranghoher Anführer» der Miliz in der Region bei einem Luftangriff der US-geführten Anti-«IS»-Allianz ins Visier genommen worden sei. «Wir bewerten derzeit noch die Ergebnisse des Einsatzes», sagte der US-Vertreter. Der Angriff erfolgte demnach in der Stadt al-Bab in der Provinz Aleppo.

Al-Adnani gehörte zu den berüchtigtsten Namen der Dschihadisten. Bekannt wurde er durch Audiobotschaften im Internet, in denen er den Gegnern des «IS» mit Angriffen drohte. Al-Adnani war es auch, der im Sommer 2014 in einer Audiobotschaft das «Kalifat» des sogenannten «Islamischen Staates» ausrief und den «IS»-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi zum «Kalifen» erklärte.

Aufruf zu Anschlägen im Westen

Einem Bericht der «New York Times» zufolge war er zuletzt auch für Operationen ausserhalb des «IS»-Gebietes verantwortlich. Sympathisanten des «IS» forderte er zu Attentaten als «einsame Wölfe» auf.

Im vergangenen Mai rief der «IS»-Sprecher die Anhänger der Dschihadisten zu Anschlägen im Westen während des Fastenmonats Ramadan auf. «Macht diesen Monat mit Gottes Willen zu einem Monat der Leiden für die Ungläubigen überall», erklärte al-Adnani in einer über das Internet verbreiteten Audiobotschaft.

Die USA hatten ein Kopfgeld von fünf Millionen Dollar auf den Iraker ausgesetzt. Über al-Adnanis Alter gibt es unterschiedliche Angaben. Der «IS»-Sprecher soll Ende der 1970er Jahre in Syrien geboren worden sein. Bereits nach dem Sturz des irakischen Langzeitherrschers Saddam Hussein im Jahr 2003 kämpfte er gegen die US-Soldaten im Land.

Der «Karawane der Märtyrer» angeschlossen

Nach einer «Reise voller Opfer und des Widerstands gegen den Unglauben» sei «der heldenhafte Ritter Abu Mohammed al-Adnani abgestiegen, um sich der Karawane der Märtyrer anzuschliessen», hiess es in der «IS»-Erklärung. Gleichzeitig drohten die Extremisten dem Westen mit neuen Anschlägen.

Es sei eine «IS»-Generation herangewachsen, die den Tod mehr liebe als das Leben. Der «Tod der Scheichs» werde ihre Entschlossenheit nur steigern, auf dem «Pfad des Dschihads» zu gehen und Rache zu nehmen.

Die Extremisten hatten in den vergangenen Monaten bereits mehrere Anführer verloren. US-Verteidigungsminister Ashton Carter erklärte Ende März, der «IS»-Vize und -Finanzchef Abdul Rahman Mustafa al-Kaduli sei bei einer Militäroperation getötet worden. Der unter seinem Kampfnamen «Omar der Tschetschene» bekannte Tarkan Batiraschwili wurde rund 120 Kilometer südlich der nordirakischen Stadt Mossul getötet, wie Amak im Juli mitteilte.

Für den Dschihadismus-Experten Charles Lister ist der Tod des «IS»-Sprechers «ein grosser Rückschlag» für die Extremistengruppe. Der Analyst Aymenn al-Tamimi bezeichnete die Tötung des Propagandachefs als «symbolisch bedeutsam» und als weiteres Anzeichen für den Zerfall des «IS». Sollte er einem Luftangriff der Anti-«IS»-Koalition getötet worden sein, belege dies die weitreichenden geheimdienstlichen Erkenntnisse der Allianz über die «IS»-Miliz. (cma/sda/dpa)

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