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UNO klagt an: Blauhelme bezahlen mit Geld oder Waren für Sex im Krisengebiet

Blauhelmsoldaten in Krisengebieten bezahlen laut einem UNO-Bericht regelmässig mit Geld oder Waren für Sex mit Frauen in ihren Einsatzgebieten. Dies geht aus dem Entwurf eines Berichts des internen Kontrollbüros (OIOS) der UNO hervor.

11.06.15, 23:33 12.06.15, 08:21

Rund 125'000 Blauhelme sind derzeit an 16 Einsätzen auf der ganzen Welt beteiligt. Bild: STRINGER/REUTERS

Demgemäss waren gar bei jeder dritten Beschwerde über sexuelle Ausnutzung oder den Missbrauch durch UNO-Mitarbeiter Minderjährige betroffen. Für den Bericht, der am Montag veröffentlicht werden soll, wurden die UNO-Einsätze in Haiti und Liberia untersucht.

In Haiti gaben 231 Befragte an, sie seien für Schmuck, Schuhe, Kleider, Handys, Fernseher oder andere Waren sexuelle Beziehungen mit UNO-Personal eingegangen.

Einige Frauen gaben an, sie seien hungrig, obdachlos oder hätten etwas für ihre Kinder gebraucht. Festgehalten sind aber auch Fälle, in denen Frauen Ausweise der UNO-Mitarbeiter zurückhielten oder drohten, ihre Identitäten im Internet preiszugeben, um mehr Geld zu erpressen.

Jede vierte Befragte betroffen

Im liberianischen Monrovia wurden 489 Frauen befragt, und jede vierte von ihnen hatte Sex mit UNO-Soldaten, üblicherweise gegen Bezahlung. Die Gruppe hatte dem Bericht zufolge ein positiveres Bild des Blauhelmeinsatzes als die Frauen, die keine Beziehungen eingegangen waren.

Die Ergebnisse der beiden Prüfungen zeigten, das Sex gegen Waren bei Blauhelmeinsätzen «ziemlich üblich» sei und vertuscht werde, heisst es in dem Berichtsentwurf. Darin werden auch 480 Vorwürfe sexuellen Missbrauchs aufgelistet. Viele Fälle gab es demnach in der Demokratischen Republik Kongo, in Liberia, Haiti, im Sudan und im Südsudan. Die Ermittlungen dauerten gewöhnlich 16 Monate, was viel zu lang sei.

Ein Skandal aus der Zentralafrikanischen Republik wirft derzeit einen Schatten auf die Friedenstruppen: Dort sollen vor allem französische Soldaten zahlreiche Kinder missbraucht haben. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon ordnete kürzlich eine Untersuchung an, weil die Vereinten Nationen nicht alles getan haben sollen, um die Vorwürfe aufzuklären. (kad/sda/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • remim 12.06.2015 02:48
    Highlight Leider muss man davon ausgehen, dass dies (sexuelle Gewalt) in allen Krisengebieten eher normal als die Ausnahme ist. Fremde und auch einheimische Militärs nutzten leider immer wieder die ihnen gegebene Machtposition aus. Leidtragende sind immer die schwächsten Zivilisten in der Gesellschaftsordnung.
    7 0 Melden
  • elivi 12.06.2015 00:41
    Highlight Eigentlich is fast jeder bezahlte sex eine ausbeutung. Natürlich gibts frauen die haben spass dabei, aber auch dort dürfte dies durch nen trauma in der kindheit zu tun haben.
    Aber das die auch auf kinder misbrauchten .... 'sie sah aber gar nicht wie 12 aus!' Oder 'Sie hat mich angemacht diese 10 järige nutte' und ganz geil 'dann hätte sie sich anständig anziehen sollen als dieser dreckige plastiksack'
    Die blau helme haben nicht nur da probleme sonder auch organisatorische ...
    1 4 Melden

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